All that Jazz

Parallel zum 53. Jazzfest Berlin zeigen der Berliner Fotograf Detlev Schilke und sein amerikanischer Kollege Patrick Hinely in der Fotogalerie Friedrichshain einen einzigartigen Querschnitt aus über 25 Jahren Jazzportraits vor und hinter den Kulissen.

Während Fotograf Schilke bei der Vernissage anwesend war, konnte Kollege Hinely leider nicht einfach mal so aus New York vorbeikommen. Die Fotografen liefen sich erstmalig 1989 auf dem Berliner Jazzfest über den Weg und wurden Freunde. Beide verbindet die Liebe zum Jazz und zum Medium Fotografie.

In der Fotogalerie Friedrichshain ist die Ausstellung der großformatigen Schwarzweiss-Fotos noch bis zum 16. Dezember zu sehen. Das Berliner Jazzfest läuft bis zum kommenden Sonntag.

Die Bilder zeigen den Fotografen und die Gruppe Rukola, die die Vernissage musikalisch hervorragend begleitet haben.

Alles gut

Miniaturfiguren in Flasche

Zum Umweltfotofestival „horizonte“ hatte sich Olympus wieder mal etwas ausgedacht. Wie schon bei den beliebten Playgrounds, die allerdings meist „indoor“ stattfinden, wurden Künstler aufgefordert einen „FotoKunstPfad“ in Zingst zu erschaffen, mit dem man die Menschen zum Entdecken und Fotografieren bringt. Natürlich immer mit dem Hintergedanken, dazu eine Kamera des eigenen Hauses zu verwenden. So konnte man sich an 8 Stellen in Zingst die aktuelle OM-D E-M10 II ausleihen, um damit auf Motivsuche zu gehen.

In meinem ersten Beitrag dazu geht es um sehr kleine Details die es zu entdecken galt. An drei markanten Stellen in Zingst hatten die Künstlerinnen Sibylle Oellerich & Katharina Göbel ihre „kleine“ Kunst geschickt platziert: Auf dem „Anker“ am Postplatz, dem Geländer der „Seebrücke“ (Titelbild) und auf den unscheinbaren Baumstämmen im „Martha-Müller-Grählert-Park“. Mit meiner OM-D E-M5 und dem 12-40 PRO habe ich mich auf die Suche gemacht und möchte euch das Ergebnis an dieser Stelle präsentieren. Viel Spaß beim Entdecken.

Stadtbewohnerin

Nebelkrähe vor Baugerüst

Wenn es rund um einen Papierkorb in Berlin aussieht, als wäre in seinem Innersten eine Bombe explodiert, könnte sie dahinterstecken, Corvus cornix, die Nebelkrähe. Als intelligente Stadtbewohnerin und Allesfresserin hat sie in der Zwischenzeit gelernt, dass es oftmals weniger anstrengend ist, die menschlichen Hinterlassenschaften nach Nahrungsresten zu durchsuchen, als mühsam nach Schnecken oder anderem Krabbelgetier Ausschau zu halten, noch dazu im Winter. So sieht man die Nebelkrähe oft mit Dönerpapier, Pizzaschachteln oder Nudelbechern kämpfen, um noch ein paar Kalorien zu erhaschen. Oft balgt sich auch kreischend und hüpfend eine ganze Gruppe um das begehrte Futter.

> Fotografiert mit der Olympus OM-D E-M5 mit 150mm, einer 250stel Sekunde und Blende 5.6, ISO bei 640.

Sommerfrühling

Das Wetter ist zeitlich entweder etwas hinterher, oder etwas der Zeit voraus, so genau lässt es sich im Moment nicht bestimmen. Da sind mal an einem Tag 28 Grad mit Gewitterneigung, also durchaus Sommer, am nächsten Tag wieder 11 Grad mit Regen und stürmisch, eher im April zu finden. Aber das Wetter ist halt wie es ist und man muss nehmen wie es kommt. Schichtkleidung und Regenschirm sind im Moment sinnvolle Attribute für das Verlassen des Hauses. In diesem Sinne… „Immer schön den Blick zum Himmel“.

Kleiner roter Panda

Heute ist wieder mal ein Besuch im Tierpark angesagt. Blauer Himmel, bei leider – immer noch – Temperaturen um den Gefrierpunkt, fordert ausgiebige Bewegung und außerdem muss die Jahreskarte ja auch abgelaufen werden. Das Bild vom kleinen, roten Panda, auch Katzenbär genannt, ist bereits aus dem letzten Jahr, aber eines meiner Lieblingsbilder aus dem Tierpark. Von den langen Krallen mal abgesehen, mit denen sie sicher die Bäume entlangklettern können, ist es ein richtiges Kuscheltier. Aber auch ein Kratzbürstiges, wenn es um Essen- oder Revierverteidigung geht. Auf jeden Fall ein fester Fotostopp bei meinen Tierparkbesuchen.

Hoppe, Hoppe, Reiter

Das schöne, alte Eingangstor zur Trabrennbahn in Karlshorst hat irgendwie so gar keinen räumlichen Bezug zur eigentlichen Rennbahn. Man muss noch gut 500 Meter laufen, bis man die vom Flutlicht bereits beleuchtete Strecke erreicht. Vereinzelte Besucher stehen herum, die Tribünen sind leer. So hatte ich mir das ja nicht vorgestellt, das erste Rennen der Traber im Jahr 2015. In Hoppegarten beim Galopprennen war seinerzeit mehr Trubel. Weiterlesen „Hoppe, Hoppe, Reiter“

Selfies vom Oranienplatz

Selfies vom Oranienplatz - Foto: h|b
Selfies vom Oranienplatz – Foto: h|b

An rund 120 Orten über ganz Berlin verteilt, spielt sich aktuell der „6. Monat der Fotografie“ ab. Mal drin, mal draussen, mal gegen Eintritt, meist jedoch frei, kann man vom 16. Oktober bis zum 16. November so viele Fotos anschauen wie in den Kopf hineinpassen. „Umbrüche und Utopien“ ist der Leitgedanke der Ausstellungen, viele der Fotografen und Künstler sind mit ihren Fotografien Zeitzeugen des Wandels einer Epoche. Ich war am Wochenende in fünf der Ausstellungen und stelle sie euch im Rahmen einer „Woche der Fotografie“ einzeln vor. Ein kleiner Tipp noch, am Donnerstag ab 16 Uhr ist das öffentliche Grand-Opening des c/o Berlin im Amerikahaus am Bahnhof Zoo.
Selfies vom Oranienplatz
Beginnen möchte ich mit einer Open-Air Ausstellung am Oranienplatz in Kreuzberg. Hier wo lange Zeit Flüchtlinge den Platz in ein Zeltlager verwandelt haben, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen, findet sich ein Rondell mit vielen verschlossenen Türen. Auf jeder Tür findet sich ein Selfie. Nach der Räumung des Platzes sind die Menschen anderweitig untergekommen, an ihren neuen Orten haben sie sich selbst „lomografiert“. Es ist eine schnell konsumierbare Ausstellung, trotzdem macht sie nachdenklich. Die Menschen sind von diesem Ort verschwunden, über ihr Schicksal ist mir nichts bekannt. Ihre Bilder füllen den Platz noch einmal auf. Danach bleibt Leere.

Der Bierpinsel

Traum in Beton, der Bierpinsel in Steglitz - Foto: h|b
Traum in Beton, der Bierpinsel in Steglitz – Foto: h|b

Anfang des Jahres haben sich in Berlin ein paar Fotoverrückte zusammengefunden, die eines vereint: Die Kameramarke. Alle benutzen Digitalkameras von Olympus, in der Regel die neuen, die „mit ohne Spiegel“. Daraus entstand nun der Berliner Oly-Stammtisch. Beim Treffen in dieser Woche gab es neben Foto-Smalltalk auch die Ergebnisse der beim letzten Mal gestellten Aufgabe zu präsentieren. Es galt den „Bierpinsel“ – laut Wikipedia „ein 47 Meter hoher Turm mit aufgesetztem Mehreckbau nebst Treppenturm“ in Steglitz in Szene zu setzen. Das ist ein architektonisch ziemlich interessantes Bauwerk, gleichzeitig ist es aber auch ziemlich schräg. Wie ein aus dem Himmel gefallenes außerirdisches Artefakt reckt es sich von der Schlossstraße aus neben einer Hochstraße in die Höhe. Weiterlesen „Der Bierpinsel“

Pictorialismus

Die nord-östliche Spitze von Zingst - Foto: h|bDie nord-östliche Spitze von Zingst – Foto: h|b

Auf ARTE läuft gerade eine ganz empfehlenswerte Filmreihe zum Thema Fotografie. Nicht alle Themen sind interessant, aber man lernt trotzdem Neues. So wusste ich bis letzten Sonntag nicht, was es mit dem „Pictorialismus“ auf sich hat. Aus heutiger Sicht entstand diese fotografische Kunstrichtung durch ein „Luxusproblem“. Die Kameras wurden immer besser und damit realistischer und schärfer. Man entfernte sich damit stark von der bisherigen Fotografie, die sich eher an der Malerei orientierte, also nicht unbedingt gegenständlich sein wollte.

Man erfand sogar spezielle „Künstlerobjektive“ deren Abbildungsleistung das aufgenommene Bild wieder schlechter machen sollten. Oder sorgte auf andere Weise dafür, dass die Bilder nicht so aussahen wie aus der Kamera. Also im Grunde genommen die Aufgabe, die heute z.B. Smartphones und Instagram übernehmen. Die Kamera liefert gestochen scharfe Fotos, die APP legt verschiedene Bearbeitungen darüber und das Bild ist auf der einen Seite ein Unikat, auf der anderen Seite zeigt es nicht nur eine Abbildung, sondern eben auch eine gewünschte Stimmung. Interessant, dass es so eine alte Technik ist, die heute so viele Menschen begeistert.

Das Aufmacherbild dieses Artikels zeigt die Küstenlinie von Zingst. Ich habe die Kamera dabei auf einen Zaun auf der Aussichtsplattform gestellt, eine 60stel Sekunde eingestellt (mehr war bei Blende 22 und Sonnenschein nicht drin) und während des auslösens leicht horizontal gedreht. Dadurch bleiben nur noch die farblichen Schemen der Küste und das Bild wirkt eher gemalt als fotografiert. Probiert das ruhig mal aus, es muss nicht immer knackscharf sein 😉

Farbrauschen

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Manchmal bietet der Blick über den Deich ein relativ dröges Stück Natur, der Blick durch das Objektiv nichts Aufregendes, nichts wo sich das Auge festhalten kann, was Spannung erzeugt. Warum dann nicht mal die Gelegenheit nutzen, mit der Kamera zu abstrahieren, das Gesehene in ein Gefühl zu übersetzen, dass man am Ende einer langen Fahrradtour am östlichen Ende des Darß verspürte.

Dort stand ich auf einer Aussichtsplattform und schaute Richtung Hiddensee. Über ein wenig grünes Gras, den kurzen Strand, ein wenig Wasser, eine Sandbank und dahinter wieder das offene Meer. Darüber ein schöner blauer Frühlingshimmel. Viele schöne und harmonische Farben, die ich gern gemalt hätte, wenn ich denn Maler wäre. Aber eigentlich bin ich das ja auch, ein Lichtmaler. Also die Kamera raus, Blende zu und ISO runter, so dass eine Belichtungszeit um die 20stel Sekunde angezeigt wird.

Jetzt die Kamera flach aufs Geländer abgelegt und während einer leichten Bewegung von links nach rechts vorsichtig ausgelöst ohne die Bewegung zu unterbrechen. Von rund zehn Versuchen gefiel mir das obige Ergebnis am Besten und bekam noch eine kleine „Nachbehandlung“ am iPad, um den malerischen Charakter ein wenig zu unterstreichen. Könnte ich mir sehr gut an meiner Fotowand vorstellen, als Erinnerung an einen schönen Frühlingstag an der Ostsee.