Leuchtturm des Mittelmeers

Vullkaninsel Stromboli im Mittelmeer mit blauem Himmel

Auf der Mittelmeerkreuzfahrt im Januar hat unser Schiff, die Norwegian Epic, auf dem Weg von Palermo nach Neapel zum Zeitschinden einen Umweg gemacht. Erwartete ich die Sonne morgens beim Aufwachen im Fenster zu sehen, lag dort -unerwarteter Weise – eine von der Sonne angestrahlte Insel. Also schien die Sonne von der anderen Seite. Beim kürzesten Weg läge unsere Kabine auf der rechten Seite des Schiffes aber Richtung Osten. Merkwürdig. Des Rätsels Lösung: Stromboli, eine der liparischen Inseln.

Um einen weiteren Seetag zu ermöglichen – die Strecke Palermo – Neapel ist sonst locker in einer Nacht zu schaffen – hatte der Kapitän beschlossen uns am Morgen erstmal mit einer Vulkaninsel zu beglücken. Damit auch alle Passagiere ausreichend Zeit und Muße hatten die Insel zu bestaunen, haben wir sie gleich 2x in Schleichfahrt umrundet. Der Vulkan rauchte ein bißchen vor sich hin, sah aber ansonsten recht idyllisch aus. Erstaunlicherweise gibt es dort sogar zwei Ortschaften, Stromboli und Ginostra. Knapp 600 Menschen leben dort. Fürs Anlegen war unser Schiff leider etwas zu groß. so dass es bei den Umrundungen blieb.

Ab in die Botanik

Fotograf beim fotografieren von Blumen

Gestern war ich endlich mal im Botanischen Garten von Berlin. Das letzte Mal gab es noch Ost- und Westberlin und war im Rahmen der Konfirmandenfreizeit (Für alle Nichtwessis, das evangelische Pendant zur Jugendweihe 😉 ) Ende der Sechziger. Ich erinnere mich noch an lange Fußwege, Hitze und Schwüle. Und das es eigentlich ziemlich langweilig war. Weiterlesen „Ab in die Botanik“

Stadtbewohnerin

Nebelkrähe vor Baugerüst

Wenn es rund um einen Papierkorb in Berlin aussieht, als wäre in seinem Innersten eine Bombe explodiert, könnte sie dahinterstecken, Corvus cornix, die Nebelkrähe. Als intelligente Stadtbewohnerin und Allesfresserin hat sie in der Zwischenzeit gelernt, dass es oftmals weniger anstrengend ist, die menschlichen Hinterlassenschaften nach Nahrungsresten zu durchsuchen, als mühsam nach Schnecken oder anderem Krabbelgetier Ausschau zu halten, noch dazu im Winter. So sieht man die Nebelkrähe oft mit Dönerpapier, Pizzaschachteln oder Nudelbechern kämpfen, um noch ein paar Kalorien zu erhaschen. Oft balgt sich auch kreischend und hüpfend eine ganze Gruppe um das begehrte Futter.

> Fotografiert mit der Olympus OM-D E-M5 mit 150mm, einer 250stel Sekunde und Blende 5.6, ISO bei 640.

Frühlingskätzchen

Weidenkätzchen

Kätzchen, ihr, der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.

„Wollen’s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum;
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.“

In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten,
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?

„Mußt dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.

Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen läßt.“

Kätzchen, ihr, der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt!

Christian Morgenstern
(1871-1914)

Spiegelei

Ein Gebäude spiegelt sich in einer Glasfassade

Ein Reiz in der Architekturfotografie liegt in der Gegenüberstellung von Alt und Neu. Auf der einen Seite eine moderne, gebrochene Glasfassade, auf der anderen Seite ein Gebäude der Charite aus dem letzten Jahrhundert. Zusätzlich verleiht die mittägliche Wintersonne dem Backsteingebäude einen warmen Glanz, der wiederum das kalte Glas perfekt konterkariert.

> Gesehen in Berlin in der Dorotheenstraße, fotografiert mit der Olympus OM-D E-M5 und der Festbrennweite 17mm bei einer 500stel Sekunde und Blende 4.5. <

Gespensterwald

Verwischte Bäume im Wald von Warnemünde

Um einem schönen, aber vielleicht etwas langweiligem Wald etwas mehr Faszination zu geben, kann mit kleinen fotografischen Mitteln den „Spookyness“-Faktor etwas erhöhen. Eine Möglichkeit ist das „Verwischen“. Da sich der Wald nicht bewegt, zumindest sollte er das im Normalzustand nicht, gebe ich ihm mit einem kleinen Mitzieher und einer etwas längeren Belichtungszeit, in diesem Fall einer 125stel Sekunde bei Blende 9 die benötigte Dynamik mit, in dem ich die Kamera mit dem Auslösen leicht nach oben ziehe. Etwas Betonung auf das Grüne in der Nachbearbeitung und die Helligkeit etwas überbetonen, fertig ist der kleine Gespensterwald, der übrigens in Warnemünde zu finden ist.

Trügerische Sicherheit

Kunstaktion des Künstlers Ai Weiwei in Berlin

Wer heute Abend zur „Cinema for Peace“ Gala geladen ist, muss direkt durch ein Kunstwerk des chinesischen Künstlers Ai Weiwei hindurchschreiten. 2000 Rettungswesten von den Stränden der Insel Lesbos zieren die sechs Säulen des Konzerthauses Berlin und machen auf die gefahrvolle Flucht nach Europa aufmerksam. In Lesbos gibt es inzwischen ganze „Rettungswestenfriedhöfe“ mit über 100.000 Rettungswesten. Weiterlesen „Trügerische Sicherheit“

Raubmöwen

Raubmöwe am alten Strom in Warnemünde

Wie die Geier kreisen Sie über Backfisch-Udo am alten Strom in Warnemünde. Immer auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Ein ohrenbetäubendes Gekreische begleitet das Spektakel und jeder der sich vielleicht gerade ein Backfischbrötchen gekauft hat, tut gut daran entweder einen Schirm aufzuspannen, oder den Oberkörper schützend über das Objekt der Begierde zu beugen.

Denn die Möwenmeute, die wie kleine Kampfbomber immer wieder zwischen die Passanten stoßen, lauern mit ihren kleinen Augen auf den einen unbedachten Moment. Den Moment, wenn das Essen unbedacht gehalten wird. Dann schlagen sie zu. Im besten Fall können sie es festhalten und sofort damit verschwinden, im ungünstigsten Fall schlagen sie es aus der Hand und es fällt auf den Boden. Dann ist das Gekreische noch lauter, denn jetzt geht es ums Ganze. Wer erobert die Trophäe. Verloren hat auf jeden Fall der „Gourmet“ der sich eben noch auf sein Fischbrötchen freute.

Scherenschnitt

Fernsehturm am Alex in der Morgensonne

Manchmal drehe ich morgens – bevor ich endgültig ins Büro gehe – noch eine kleine Runde durch den Park am Nordbahnhof. Außer ein paar Joggern oder Hundehalter ist da niemand und wenn mir dann noch die Morgensonne ins Gesicht scheint, und mich der Alex von der Ferne grüßt, muss ich mich echt überwinden den letzten Schritt zu gehen. Den Schritt vorbei am Pförtner ins Büro, in dem ich dann den ganzen Tag nicht mehr viel Sonne sehe. Und wenn ich abends wieder „raus darf“, ist sie in der aktuellen Jahreszeit schon wieder verschwunden.

[OM-D E-M5 / 40mm / 1/1000 / f22 / ISO 200]

Barcelona

Barcelona mit Hafen aus dem Flugzeug während des Landeanfluges

Nach 1845 Seemeilen einmal kreuz und quer durch das Mittelmeer und Unmengen von Tempotaschentüchern komme ich doch noch dazu am letzten Januartag einen Blogpost zu schreiben. War ja etwas dünn im Januar. Leider hatte mich eine Erkältung direkt vor dem Urlaub erwischt, während der Kreuzfahrt war zwar gesundheitlich alles okay, aber das Roaming macht es auch nicht einfacher etwas zu veröffentlichen, und kaum war ich wieder zu Hause in Berlin, pääääng, Schüttelfrost und Fieber, wieder Bett. Das macht alles so keinen Spaß und ich hoffe mein Kontingent ist für dieses Jahr erfüllt. Es reicht.

Das Foto entstand im Landeanflug auf Barcelona, morgens gegen halb neun. Ich hatte gehofft, dass wir den Hafen so überfliegen, da der Flughafen etwas unterhalb von Barcelona liegt und extra Sitzpätze auf der rechten Seite gebucht. Die Morgensonne taucht Barcelona in goldenes Licht und am unteren Rand liegt das Ziel unserer Flugreise, die „Norwegian Epic“, die uns 11 Tage durchs Mittelmeer als neues „Zu Hause“ dienen sollte. Das Wetter war dann kühler als erwartet, selbst die Einheimischen in den besuchten Städten waren etwas verwirrt über Temperaturen um die 5 Grad Marke. Musste mir in Palermo extra noch eine dicke Daunenjacke zulegen. Insgesamt eine sehr schöne Tour, von der noch einige Blogposts folgen werden.