Wir sind ja auch viel unterwegs, aber gegen das, was Heidi Hetzer mit ihrem HUDO, einem 1930er Hudson Super 8, in zweieinhalb Jahren mit inzwischen stolzen 79 Jahren geleistet hat, sind wir doch Waisenkinder. Mehr als 80.000 Kilometer hat sie auf Ihrer Weltreise mit der heutigen Ankunft in Berlin mit Hudo zurückgelegt, mit einer Maximalgeschwindigkeit von 60 Kilometern in der Stunde. Unvorstellbare 17 Liter verbraucht das Monstrum – von dem es weltweit nur noch 5 Exemplare gibt – auf 100 km und Ersatzteile müssen meist erst hergestellt, oder bei Sammlern angefragt werden. Ihre Motivation? Nicht etwa einen Rekord aufstellen, nein, sie wollte nach ihrer erreichten Rente einfach die Welt sehen. Warum nicht mit einem Auto. So wie vor genau 90 Jahren, als Clärenore Stinnes als erster Mensch die Erde im Auto umrundete. Weiterlesen „Heidi und HUDO“
Tequilawolke
Im Rahmen der ITB findet man auf dem RAW Gelände in Berlin Friedrichshain eine hochprozentige Kunstinstallation. Mexiko hat in der „Urban Spree Gallery“ eine Wolkeninstallation – stilecht sogar mit Gewitter – geschaffen, aus der es echten Tequila regnet. Man hält seinen Becher einfach unter die Wolke und mit etwas Geduld setzt sich der Tequila Nebel im Glas ab. Für alle die nicht so lange warten wollen, gibt es einen kleinen Zapfhahn. Der Eintritt ist frei, Tequila gibt es noch bis morgen Abend. ¡a vuestra salud!

Frau Amsel
Frau Amsel schaut aus ihrem Nest,
traut sich nicht fortzufliegen,
es naht der Regen aus Südwest,
das macht ihr kein Vergnügen.
Ihr schönes zartes Federkleid,
das könnte schnell durchnässen –
es ist ihr Stolz, ist ihr Geschmeid‘.
Doch sie braucht was zu essen!
Schon flattert hin zum Vogelhaus
der ersehnte Amselmann.
Er bringt einen Insektenschmaus.
Ganz verliebt schaut sie ihn an.
© Elisabeth Kreisl, 2015
Funchal
Nach einem Seetag sind wir heute Nacht, von Gran Canaria kommend, mit der „Mein Schiff 2“ auf der Blumeninsel Madeira eingetroffen. Gebucht haben wir eine Inselrundfahrt mit dem Bus. Bei herrlichem Wetter, voller Sonne und 22 Grad sind wir über nicht endend wollende Serpentinen bis in höchste Höhen geklettert, bevor wir wieder ebenso viele Serpentinen zum Atlantik hinunter gekurvt sind. Dort war eine Dünung wie ich sie noch nie gesehen habe. Lässt sich auf einem 2-D Bild kaum wiedergeben. Atemberaubend. Jetzt sitzen wir beim Abendcocktail auf der Außenalsterbar, mit Blick auf die abendliche Altstadt von Funchal.
Sammeln Sie Herzen?
Seit 16 Jahren ist es „unser“ Einkaufsmarkt im Kiez, Kaisers an der Warschauer Strasse, Ecke Revaler in Friedrichshain, der „Party-Kaisers“. Seit einigen Jahren kann man hier sogar 6 Tage die Woche rund um die Uhr einkaufen. Würde man irgendwann mal nachts um zwei Uhr wach und hätte dringende Gelüste auf Erdbeeren mit Sahne, oder Pfannkuchen mit Apfelbrei, bei Kaisers würde man in beiden Fällen fündig. Man stünde dann zwar in der Kassenreihe mit Leuten die in der Regel auf dem Weg zur nächsten Party Alkohol auf das Band legen, aber was soll’s.
Konnte man allerdings früher noch ein paar Worte mit der nach vielen Einkäufen bekannten Kassiererin wechseln, sind es inzwischen überwiegend studentische Hilfskräfte, die an der Kaisers-Kasse ihre Eigene aufbessern. Die obligatorische Frage „Sammeln Sie Herzen?“ wurde inzwischen durch „Brauchen Sie den Bon?“ abgelöst.
Nun ist es vorbei, aus Kaisers wird REWE. Wir hätten auch einen Edeka abbekommen können, aber nach der Übernahmeschlacht der beiden großen Discounter wurde brüderlich oder schwesterlich geteilt und wir bekommen REWE. Diesen Samstag um 18 Uhr schließen die Kaisers-Türen, um am kommenden Dienstag als REWE-Türen wieder zu öffnen. Tschüss Herr Kaiser, war ne schöne Zeit.
Bürohund
Seit ein paar Wochen sind wir an der Arbeit „auf den Hund gekommen“, eine Kollegin hat einen Golden Retriever zur Ausbildung. Er soll mal ein guter Begleithund werden und da er nicht allein zu Hause bleiben kann, begleitet er sein Frauchen ins Büro. Heute habe ich mal die Gelegenheit genutzt, ihn beim Ausgang im Park zu begleiten. Zum einen wollte ich mal sehen was meine Kamera mit dem neuen Panasonic 35-100 / 2.8 Objektiv leisten kann und zum anderen wie man Hunde fotografiert. Nach Durchsicht der Bilder bin ich sehr zufrieden mit der Ausbeute. Bis auf wenige Ausnahmen alles knackscharf und der Focus sitzt auch bei Offenblende dort wo er hingehört.
Foto: OM-D E-M5 II – 35-100/2.8 – 1/400 – f5.6 – ISO 200
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Freizeitpark
Lud der kleine Comeniuspark – unser Hauspark direkt vor der Tür – in der letzten Woche noch zum Baden ein, sind inzwischen Schlittschuhe die bessere Wahl. Der verdichtete und mit Wasser gesättigte Boden, nimmt keine Flüssigkeit mehr auf und so bleibt alles an der Oberfläche. Ein See bei wärmeren Temperaturen und eine Eisfläche bei den aktuellen Minusgraden. Gut, zum Baden wahrscheinlich ein wenig zu flach, dafür könnte man beim Eislaufen nicht einbrechen. Fast ideale Zustände. Und das direkt vor der Haustür.
Working Class Heroes
Ende letzten Jahres war ich mit meinem neuen Fotoclub (Kreuzberger Fotografen) im Brandenburger Industriemuseum. Vor der Wende wurde dort in Siemens-Martin-Öfen Stahl für die DDR Industrie hergestellt. Das Werk ist das einzige seiner Art, das nach dem Krieg komplett neu gebaut wurde. Andere Werke waren im Rahmen der Reparationen von den Russen demontiert worden. Weiterlesen „Working Class Heroes“
Nachthell
Berlin ist ja grundsätzlich nicht wirklich dunkel. Die Lichtverschmutzung in großen Städten sorgt dafür, das es selbst in Neumondnächten ausreichend hell ist. Noch stärker macht sich das bemerkbar, wenn es anfängt zu schneien. War der Blick zum Fenster eben noch relativ und erwartungsgemäß dunkelgrau, wechselt das Licht mit jeder fallenden Schneeflocke hin zu einem helleren Grau. Wenn dann alles mit frischem, weißem Schnee bedeckt ist, die Töne nur noch gedämpft das kuschlig, warme Wohnzimmer erreichen, dann ist es draußen auf einmal auch mitten in der Nacht überirdisch hell.
Eisige Höhen
Nachdem es heute Nacht wieder wie verrückt geschneit hat und heute morgen doch tatsächlich in unserem Minipark ein Skilangläufer unterwegs war, hab ich mir Charlie geschnappt und bin auf den Berg gestiegen. Wenn schon Schnee, dann dort wo er hingehört, oben auf der Höh. Auffi, packmers! Nun hat’s ja in Berlin nicht so viele Berge deren ersteigen einem Mühe machen würden, aber Charlie ist viel kleiner als ich, also hab ich ihn vorgeschickt. Er sollte auf dem eisigen Gipfel ein Selfie machen und mir wieder zurückbringen. Gesagt, getan, hier ist das Ergebnis. Glücklich sieht er nicht aus, aber das ist ja so eine Wesensart von Charlie, da kann er nichts für.
Foto: Olympus OM-D E-M5II – Lumix Vario 35-100/2.8 | 1/125 bei f2.8 | ISO 200 | 100mm
