Vorglühen

Zweimal Grog, einmal Glühwein - Foto: h|b
Zweimal Grog, einmal Glühwein – Foto: h|b

Glühwein muss man ja irgendwie mögen. Süßes, klebriges Zeug, irgendwie auf Weinbasis und das Ganze dann noch höllisch heiß. Also die ersten zwei Minuten, dann wird es langsam lau und noch klebriger. Am besten trinkt man es ja bei Minustemperaturen, aber die stellen sich aktuell nicht ein. Es sieht wieder so aus, als hätten wir diese Weihnachten eher so etwas wie Frühlingsanfang. Mit Sturm statt Schnee. Aber wir wollen uns mal nicht zu früh freuen, dieses Jahr kam der Winter auch erst spät, und dann wollte er nicht mehr verschwinden. Leider gab es dann keinen Glühwein mehr, da die Weihnachtsmärkte pünktlich nach Weihnachten verschwanden. Da steckt bestimmt ein perfider Plan dahinter. Wenn ich noch ein oder zwei Gläser Glühwein trinke, wird sich mir der sicher erschließen. Oder ich habe einfach tierische Kopfschmerzen, was sehr viel wahrscheinlicher ist. Echt eklig dieser Glühwein. Was? Noch mal drei? Okay!

Verzweiflung

"Der Schrei" von Edvard Munch vor dem Bahntower - Foto: h|b „Der Schrei“ von Edvard Munch vor dem Bahntower – Foto: h|b

Laut dem Tagebuch von Edvard Munch sollte sein bekanntestes Bild „Der Schrei“ eigentlich „Verzweiflung“ heissen. Eine Verbindung mit einem dieser Begriffe und dem dahinter aufragenden, ebenfalls sehr bekannten, Gebäude in Berlin ist allerdings nicht die Absicht der aktuellen Ausstellung am Potsdamer Platz, wohl aber eine kleine Boshaftigkeit des Autors dieser Zeilen. Als ich heute nachmittag dort vorbeikam, musste ich das einfach genau so fotografieren. Erst heute Abend las ich dann, dass auch der Termin der Veröffentlichung dieses Beitrages ein Historischer ist, wäre doch der Künstler genau heute 150 Jahre alt geworden. Danke für die Inspiration und … „Happy Birthday“.

Iwwer die Brick

Radfahrer auf dem Holbeinsteg in Frankfurt

Über die „Neckarbrick“ hat mal Joy Fleming in ihrem „Neckarbrückenblues“ gesungen. Ihr „Karl“ war wohl darüber abgehauen. Der Rest des Songs ist eher was für Menschen, die diesem – sehr speziellen – Dialekt etwas abgewinnen können. Dazu gehöre ich nicht so wirklich. Der Frankfurter Dialekt liegt mir da eher. So überquert der Radfahrer auf meinem Foto auch die Mainbrücke, genauer gesagt den Holbeinsteg in Frankfurt. Ist zwar offiziell eine Fußgängerbrücke, aber spät Abends nimmt das keiner mehr so genau. Irgendwie mussmer ja schließlich von Hibbde- nach Dribbdebach komme.

Buchstabensammlerinnen

Spätestens nach dem „Psssssssst“ wusste man Bescheid. Der Buchstabendealer Lefty aus der Sesamstrasse war da und wollte Ernie vielleicht ein F verkaufen, oder auch mal ein fettes O. Später konnte man im Fernsehen noch eine blonde Frau sehen, die Buchstaben an einer Wand umdrehte. Auch hier konnte man Buchstaben kaufen. Ein E zum Beispiel, oder ein A. Aber kein G, das ging gar nicht, nur Vokale waren erlaubt.

In den Schluchten der Typographie - Foto: h|b In den Schluchten der Typographie – Foto: h|b

Barbara Dechant und Anja Schulze aus Berlin lassen sich die Buchstaben allerdings lieber schenken. Egal ob Vokal oder Konsonant. Sie sind in der Regel auch viel größer als die aus der Sesamstrasse und auch viel größer als die aus der Buchstabenwand. Und sie müssen vorher schon mal benutzt worden sein. Vielleicht als Leuchtreklame, oder als Firmenname. Von heute nicht mehr existierenden Firmen. Sie prangten einst an Häusern, Bahnhöfen oder Geschäften. Da braucht man dann auch einen schönen Ort um sie zu zeigen. Am Besten ein Buchstabenmuseum. Dem Einzigen in Deutschland. Das steht natürlich in Berlin. Wo sonst. Weiterlesen „Buchstabensammlerinnen“

Dem Xaver sein Schnee

Schnee im Comeniuspark - Foto: u|b

Im Gegensatz zum letzten Jahr hat der erste Schnee in Berlin diesmal wenigstens so lange gewartet bis ein entsprechender Anlass gegeben war: Nikolausabend, die Generalprobe für Weihnachten. Das Sturmtief Xaver tobt bereits seit gestern heftig über Deutschland, heute gesellte sich Polarluft dazu und schon fiel es weiß vom Himmel. Der Schnee fegte dann gemeinsam mit den Sturmböen quer durch die Stadt, blieb aber bis zum Abend nicht liegen. Mal sehen, ob die Premiere besser wird.

GroKo oder Neuwahlen?

Steinplatte mit Aufschrift
Dieser Tage wird es wieder sehr politisch – Foto: h|b

Langsam wird es spannend. Nach langer – äußerlicher – Ruhephase sind die Inhalte des Koalitionsvertrages bekannt, er liest sich in vielen Teilen wie ein nettes Märchenbuch, aber nun haben die Mitglieder der SPD das letzte Wort. Bis zum 12. Dezember befinden sie über die Annahme des Papiers und die Granden der SPD ziehen übers Land um dafür zu werben. Für manche Funktionäre hängt ihr ganzes Schicksal daran. Werden sie Minister oder versinken sie im Dunklen der Opposition. Dass die SPD aus Neuwahlen nicht gestärkt herauskommt, dürfte jedem klar sein. Am 15. Dezember sind wir alle schlauer. Ich bin gespannt.

Übung macht den Meister

Verwüstetes Land

Bild eines brüllenden Löwen
Das passende Bild für jedes Managerbüro – Foto: h|b

Bilder in der Größe von bis zu zwei Meter wünscht sich wohl jeder für zu Hause. Entweder die eigenen, oder besser noch die atemberaubenden Bilder von Nick Brandt. In der Ausstellung „Across the Ravaged Land“ in der Berliner Galerie „Camera Work“ brüllen sie einen direkt an, die Löwenportraits, oder, wer es etwas kontemplativer mag, schaut sich die leicht melancholischen Fotos der Elefanten an, die bis in die letzte Runzel magischen Giganten der Steppe. Aber hintern den Bildern steckt auch eine Botschaft, die Warnung vor den schwindenden Lebensgebieten der Giraffen, Elefanten, Löwen und Büffeln.

Die durch Wilderung gefährdete Einmaligkeit der afrikanischen Tierwelt verändert den Kontinent. Bilder von Stoßzähnen, zur Trophäe glorifiziert, bringen das Problem auf den Punkt. 2010 gründete Nick Brandt die „Big Life Foundation“ mit dem Ziel der Erhaltung der afrikanischen Tierwelt. Wer etwas dazu beitragen möchte und sich vielleicht wirklich eins der großformatigen Bilder in seine Wohnung hängen möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Zwischen 15.000 bis 125.000 Euro kosten die limitierten Prints. Wer die Bilder noch auf sich wirken lassen möchte muss sich beeilen. Die Ausstellung endet leider bereits morgen. Letzte Gelegenheit also Aug in Aug dem Löwe gegenüber zu stehen.