Ville de Verdun

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Kriegerdenkmal „Aux Enfants de Verdun“

Sind heute in einem Parforceritt über die französische Grenze direkt nach Verdun vorgestoßen. Die Résistance in Metz haben wir großzügig – mit einer kleinen Mautzahlung – umgangen, so dass wir am Nachmittag an der „Confisserie Braquier“ unser Quartier beziehen konnten. Chapeau. Wir haben uns gleich mit Proviant eingedeckt, den berühmten Schokoladendragees und Bonbons mit der Geschmacksrichtung „Fleur de Rose“. Schmecken etwas nach Parfüm. Die Erkundung der Stadt führte uns zu den diversen Denkmälern zu Ehren der kämpfenden Truppen, der Festung und der über der Stadt wachenden Kathedrale „Notre Dame“. Nebenan im „Palais de Paix“ hängen allen Ernstes großformatige Bilder der Berliner Mauer. Ick gloob, ick spinne. Schön dass Europa inzwischen geeint ist, und wir Orte besuchen, statt zu zerstören. Morgen besichtigen wir die Schlachtfelder von Verdun mit dem Beinhaus, in dem die Gebeine von rund 130.000 unbekannten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt werden. Ein Monument des Schreckens und des Besinnens. In diesem Sinne ein nachdenkliches „Bonne nuit“ aus dem Nachbarland.

Das eigene Haus

Mit dem eigenen Haus unterwegs - Foto: h|bMit dem eigenen Haus unterwegs – Foto: h|b

So wie die Schnecke ihr eigenes Haus dabei hat und ihrer Wege geht, haben wir uns auch die letzten vier Tage wieder mal ein wenig durch Deutschland treiben lassen. Unser mobiles Haus – mit Heizung – war durchaus wichtig, denn das Wetter zeigte sich eher von der skeptischen Seite. Also mehr so grau, regnerisch und für die Jahreszeit zu kühl. Wir konnten allerdings einige Dinge besuchen, die schon lange auf unserer ToDo-Liste stehen. So waren wir endlich mal am Herrmannsdenkmal, einem geschichtsträchtigen Ort für die Germanen, haben in Celle im Regen das Schloss besucht und in Lüneburg ein Hotel gefunden, was als Kulisse in „Rote Rosen“ herhalten muss. Am Ende sind wir natürlich an der Ostsee gelandet und genießen nun unseren letzten Abend des Kurzurlaubs in Warnemünde. Wo sonst. Diesmal allerdings einmal auf einem alternativen Stellplatz. Ganz ungewohnt. Zum Abschluss zeigte sich das Wetter dann auch noch mal ganz versöhnlich, Sonne den ganzen Tag. Morgen geht es gemütlich wieder nach Hause. Ende Mai steht dann der „große“ Urlaub an. Fronkreisch, wir kommen.

Roooaaaaaarrrrrr

Fahrerlager mit Benzin- und Ölgeruch - Foto: h|b Fahrerlager mit Benzin- und Ölgeruch – Foto: h|b

Wie ein zorniger Hornissenschwarm hört es sich an, wenn die nächste Runde bevorsteht. Aufgereiht vor der Ampel stehen die schweren Rennmaschinen, deren Fahrer nervös am Gas spielen. Rennverkleidung, Werbeaufkleber, Kombis mit dem typischen Protektorenbuckel, man könnte meinen am Start eines realen Motorradrennens zu stehen. Es ist aber „nur“ der Rennkurs am Flughafen von Peenemünde. Bereits der Gang durchs „Fahrerlager“ macht einen ganz schwindelig. Manche Maschinen laufen im Leerlauf und hinterlassen dabei einen Geruch von synthetischem Motorenöl und Benzin. Die Reifen sind mit bunten Heizungen bedeckt, um sie auf Temperatur zu halten. Das ist besser für den Grip auf der Strecke. Weiterlesen „Roooaaaaaarrrrrr“

Frühjahrsputz

Fertigmachen für das Rampenlicht - Foto: h|bGlänzt wie ne Speckschwarte – Foto: h|b

Jetzt geht es bald wieder los, unsere Wohnmobilsaison ist offiziell eröffnet. Wir waren zwar schon einmal in Warnemünde diesen Frühling, aber jetzt kommen die doppelten Feiertage und dann die große Frankreichtour in die Bretagne und die Normandie im Mai und Juni. Rund um den D-Day werden wir Omaha- Utah-, Juno-Beach und wie sie alle heissen einen Besuch abstatten. Dafür soll unsere „Bergziege“ schön glänzen und außerdem muss der Winterdreck runter, auch wenn er in diesem Jahr kaum der Rede wert ist. Dabei hilft die netteste LKW-Waschanlage Berlins am Großmarkt in der Beusselstrasse. Für 20 Euro, bekommt man eine Tip-Top Hand- plus Machinenwäsche und obendrauf noch eine heisse Knackwurst plus Kaffee. Wir sind startklar.

Strandläufer

Jogging am Kunststrand von Barcelona - Foto: h|b
Jogging am Kunststrand von Barcelona – Foto: h|b

Das Bild habe ich nach langer Zeit wiedergefunden und einer Veröffentlichung für würdig befunden. Es entstand während eines Kurztrips nach Barcelona im März 2008. Wir waren der irrigen Annahme dort müsste es, im Gegensatz zu Berlin, schon frühlingshafte Temperaturen haben. Aber Pfeifendeckel. Der Himmel war zwar blau und es waren herrliche Tage in der Stadt von Gaudi, aber bannig kalt. Von den Pyrenäen wehte ein eisiger Wind direkt nach Barcelona hinein, so dass wir fröstelnd auf dem „Hop-on, Hop-off“ Bus saßen. Wie ich heute weiß, nennt sich dieses Phänomen „Tramontane“ und tritt bei großen Luftdruck- und Temperaturdifferenzen zwischen Pyrenäen und dem Mittelmeer auf. Also merken: Im Frühjahr in Nordspanien ist es nicht zwangsläufig warm.

Hochkantig

Ungewohntes Strandbild - Foto: h|b
Ungewohntes Strandbild – Foto: h|b

Wenn ich meine Bilder in Lightroom statistisch auswerten würde, wäre der Anteil an Bildern im Hochformat irgendwo in der Nähe von Null. Ich mag es irgendwie nicht. Schon die Kamera so zu drehen, um Hochformatfotos machen zu können, fühlt sich irgendwie falsch an. Bin ich da zu sehr konditioniert? Monitore sind heute alle im Quer- bis zum extremen Querformat und Hochformatfotos auf diesen Bildschirmen wirken irgendwie verloren. Selbst Portraits würde ich wohl versuchen zuerst im Querformat zu fotografieren. Als ich jetzt Ryan Keen fotografieren konnte, hatte ich den Batteriegriff an der Kamera, der das ungewohnte Format wenigstens mit dem Auslöser an der richtigen Stelle unterstützt. Trotzdem sind wenige Bilder im Hochformat dabei. Ich glaube ich muss mich mal zwingen über meinen Schatten zu springen. Bewusst Motive auszuwählen, die nur im Hochformat wirken. Vielleicht Menschen. Mal sehen, könnte spannend werden.

Ausflug ans Meer

Der erste Gang gilt stets dem Leuchtturm von Warnemünde - Foto: h|bDer erste Gang gilt stets dem Leuchtturm von Warnemünde – Foto: h|b

Mein kleiner Fotograf hat sich in Schale geworfen – fällt euch die schicke Mütze auf – und ist an die Ostsee gereist. Nach Warnemünde um genau zu sein. Wohin auch sonst. Gilt Warnemünde im Business der Kreuzfahrer doch als Hafen Berlins. So wird der Stop auch offiziell beworben. Daher darf ich mein kleines Projekt, was sich ja eigentlich auf Berlin konzentriert, auch kurz nach Warnemünde ausweiten. Der erste Weg führt natürlich wie immer zum Backbord-Leuchtturm auf der Mole. Der grüne Leuchtturm wird per Handschlag begrüßt. Bringt Glück. Glauben wir jedenfalls fest dran, daher ist es inzwischen ein festes Ritual. Weiterlesen „Ausflug ans Meer“

Gedankenspiele

Die geteilte Ostsee in Warnemünde - Foto: h|b
Die geteilte Ostsee in Warnemünde – Foto: h|b

Am Wochenende haben wir das fast schon sommerliche Wetter genutzt und sind zur Ostsee gefahren. Den Kopf freipusten lassen. Aufs Meer starren. Wenn ich dann so starre, kommen mir die merkwürdigsten Anwandlungen. Zum Beispiel wieder mal Fotos zu machen, die was mit Pictorialismus zu tun haben. Also keine Abbildung von etwas Konkretem und Wiedererkennbaren. Dazu habe ich die Kamera auf eine etwas längere Verschlusszeit gestellt, was bei strahlendem Sonnenschein ohne Graufilter gar nicht so einfach ist, und sie dann während des auslösens bewegt. Beim ersten Bild in der horizontalen Ebene, beim zweiten Bild in der Vertikalen. Das Ergebnis transportiert ganz gut meine Stimmung.

Waldimpressionen zwischen Warnemünde und Wilhelmshöhe - Foto: h|b
Waldimpressionen zwischen Warnemünde und Wilhelmshöhe – Foto: h|b

Pictorialismus

Die nord-östliche Spitze von Zingst - Foto: h|bDie nord-östliche Spitze von Zingst – Foto: h|b

Auf ARTE läuft gerade eine ganz empfehlenswerte Filmreihe zum Thema Fotografie. Nicht alle Themen sind interessant, aber man lernt trotzdem Neues. So wusste ich bis letzten Sonntag nicht, was es mit dem „Pictorialismus“ auf sich hat. Aus heutiger Sicht entstand diese fotografische Kunstrichtung durch ein „Luxusproblem“. Die Kameras wurden immer besser und damit realistischer und schärfer. Man entfernte sich damit stark von der bisherigen Fotografie, die sich eher an der Malerei orientierte, also nicht unbedingt gegenständlich sein wollte.

Man erfand sogar spezielle „Künstlerobjektive“ deren Abbildungsleistung das aufgenommene Bild wieder schlechter machen sollten. Oder sorgte auf andere Weise dafür, dass die Bilder nicht so aussahen wie aus der Kamera. Also im Grunde genommen die Aufgabe, die heute z.B. Smartphones und Instagram übernehmen. Die Kamera liefert gestochen scharfe Fotos, die APP legt verschiedene Bearbeitungen darüber und das Bild ist auf der einen Seite ein Unikat, auf der anderen Seite zeigt es nicht nur eine Abbildung, sondern eben auch eine gewünschte Stimmung. Interessant, dass es so eine alte Technik ist, die heute so viele Menschen begeistert.

Das Aufmacherbild dieses Artikels zeigt die Küstenlinie von Zingst. Ich habe die Kamera dabei auf einen Zaun auf der Aussichtsplattform gestellt, eine 60stel Sekunde eingestellt (mehr war bei Blende 22 und Sonnenschein nicht drin) und während des auslösens leicht horizontal gedreht. Dadurch bleiben nur noch die farblichen Schemen der Küste und das Bild wirkt eher gemalt als fotografiert. Probiert das ruhig mal aus, es muss nicht immer knackscharf sein 😉