Inzwischen ist es ja aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Schon der Gedanke an einen Verlust, oder auch nur einem – temporären – Verzicht, macht uns Angst, oder zumindest ein ungutes Gefühl. Man wäre entkoppelt, losgelöst vom Rest der Welt, völlig alleine. Man kann nichts mehr teilen, sich nicht mehr mitteilen, was bliebe dann noch? Wie sollen wir aus der Nummer jemals wieder rauskommen. Mit dem Smartphone hat der moderne Mensch die heftigste Droge an die Hand bekommen. Nebenwirkungen und Abhängigkeit inklusive. Weiterlesen „Best Friend“
Herbstselfie
Das trübe Wetter, eigentlich das klassische graue, neblige Novemberwetter, erfreut ja nicht grad das Gemüt der Menschen. Wahrscheinlich liegen auch deshalb einige der Trauerfeiertage in diesem Monat. Um dem ein wenig entgegenzuwirken, zeige ich in loser Folge im November die goldenen Herbstbilder, die an einem der letzten sonnigen Wochenenden rund um den Weißensee entstanden sind. Beginnen wir heute mit einem klassischen Herbstselfie am Ufer, während die Sonne sich langsam dem Horizont nähert. Alle Aufnahmen der Serie mit der Olympus OM-D E-M5 II und dem 12-40 mm, 2.8 PRO Objektiv.
Der ewige Mucker
Im Oktober 1966 setzt sich der 18-jährige Hartmut Dietz das erste Mal hinter eine Schießbude und spielt mit seiner Gruppe „Team 331“ zum Jugendtanz der EOS „Karl Marx“ in Calbe auf. Für alle nicht DDR-sozialisierten Leser, das entsprach damals in etwa dem westdeutschen Beatclub, oder der Disco. Damit begann eine bis jetzt 50 Jahre andauernde „Muckerkarriere“, die am letzten Wochenende im Comenius Eck entsprechend gefeiert wurde. Weiterlesen „Der ewige Mucker“
All that Jazz
Parallel zum 53. Jazzfest Berlin zeigen der Berliner Fotograf Detlev Schilke und sein amerikanischer Kollege Patrick Hinely in der Fotogalerie Friedrichshain einen einzigartigen Querschnitt aus über 25 Jahren Jazzportraits vor und hinter den Kulissen.
Während Fotograf Schilke bei der Vernissage anwesend war, konnte Kollege Hinely leider nicht einfach mal so aus New York vorbeikommen. Die Fotografen liefen sich erstmalig 1989 auf dem Berliner Jazzfest über den Weg und wurden Freunde. Beide verbindet die Liebe zum Jazz und zum Medium Fotografie.
In der Fotogalerie Friedrichshain ist die Ausstellung der großformatigen Schwarzweiss-Fotos noch bis zum 16. Dezember zu sehen. Das Berliner Jazzfest läuft bis zum kommenden Sonntag.
Die Bilder zeigen den Fotografen und die Gruppe Rukola, die die Vernissage musikalisch hervorragend begleitet haben.
Look right
Das ist die wichtigste Botschaft für temporäre Besucher der britischen Hauptstadt vor dem überqueren von Straßen: „Look right“. Denn von dort kommen die Autos. Es gibt zwar auch Ampeln, aber für die Fußgänger scheinen die nur Empfehlungscharakter zu haben. Als Berliner zwar nicht ganz ungewohnt, aber hier bleibt man ja doch oft „Der Kinder wegen“ stehen. Die werden aber dort einfach mit über die Straße gezogen.
Da es ja ein dienstlicher Besuch war, hatte ich meine Kamera zu Hause gelassen und war nur mit dem iPhone unterwegs. Durch den Ausfall meines Frühfluges zurück nach Berlin, hatte ich dann auch noch etwas Zeit gewonnen und so die Gelegenheit, die Hotspots mit der Tube abzuklappern und ein paar Sofortbilder zu schießen. Here they are…
Carcassonne
Da wir spät dran sind – wir mussten unser Gefährt noch bei guten Fuhrleuten unterstellen – ist der Weg weitgehend frei von Marketendern, Pilgern und Bettlern die mit uns in die mittelalterliche Stadt Carcassonne strömen. Die Wache, die in der mittäglichen Sonne an der „Port d’Aude“ schwitzt, lässt uns problemlos passieren. Wir wenden uns über die „Rue de la Porte d’Aude“ dem Marktplatz zu und sind erstaunt über die vielen kleinen Kaschemmen und Marketendereien. Viel Tinnef und Tand zur Erbauung der Besucher wird hier angeboten. Gaukler und Taschendiebe sind unterwegs, lassen uns aber in Ruhe.
Tuchmacher, Töpfereien und Kunsthandwerker bieten ebenfalls ihre Waren feil. Wir bestaunen das bunte Treiben in der kleinen Stadt, kaufen regionale Wurstwaren, trinken für vier Sous zwei Kaffee in einer kleinen Pinte und spenden zum Abschluss in der „Basilika St-Nazaire“ zwei Kerzen für einen Livre zu unserer seelischen Erbauung. Da wir das quirlige Stadtleben nicht so gewohnt sind, begeben wir uns nun über die alte Brücke und die „Bastide St. Louis“ zurück zu unserem Gespann und lassen das Erlebte bei einem Vin und einem Bière nachwirken.
Die Wölfe sind zurueck
Was passiert, wenn die Formen der Ordnung und des Zusammenhalts zerbrechen und Fremdenfeindlichkeit sich wie ein Virus ausbreitet? Wenn moralisch-ethische Regeln ihre Gültigkeit verlieren und die Gesellschaft zunehmend von Angst, Gewalt und Verrohung geprägt wird? Wenn blinder Nationalismus sich breitmacht? Wenn Menschen aus der Enge der eigenen Lebensverhältnisse eine Sichtweise entwickeln wie Kaninchen im Stall? Wenn Staaten, der inneren Verrohung folgend, auch nach außen aufrüsten und aggressivere Töne anschlagen würden? Was also passiert, wenn der Mensch des Menschen Wolf wird? Weiterlesen „Die Wölfe sind zurueck“
Blechbüchsenarmee
Die Müllmänner (Trash People) vom Aktionskünstler HA Schult wandern bereits seit 20 Jahren um die Welt. Sie haben die Pyramiden von Gizeh gesehen, standen auf der chinesischen Mauer, und bildeten als „Matterhorn People“ eine grandiose Kulisse am „Stellisee“. Sie mahnen zu Umweltschutz und nachhaltigem Umgang mit der Natur, symbolisieren die Ausgegrenzten und Ausgebeuteten dieser Welt und sind aus Blechdosen und anderem Zivilisationsmüll zusammengebaut.

200 der lebensgroßen Figuren standen für dieses Wochenende in der Baugrube zum Schinkelplatz-Wohnquartier direkt neben der Friedrichswerderschen Kirche. Die Baugrube neben der letzten noch ganz erhaltenen Schinkel-Kirche steht unter besonderer Beobachtung, weil der Bau von Luxuswohnungen auf der anderen Seite zu bleibenden Schäden an dem neugotischen Gebäude geführt hat.
Flussbad Berlin
Die zahlreichen Zuschauer am Bodemuseum zählen lautstark rückwärts von 10 – 0. Dann erfolgt der Startschuss und die ca. 30 Schwimmerinnen bringen kurzfristig das gemächlich dahinfließende Spreewasser zum Brodeln. Im Rahmen der Werbung für ein Flussbad in der Spree, stieg heute der „Flussbad Pokal 2016„, nach 2015, der zweite seiner Art. Weiterlesen „Flussbad Berlin“
The Race
Am Wochenende konnte ich wieder mal das „mitziehen“ mit der Kamera üben. Die Radfahrer des Berliner Velothons kreuzten meinen Kiez und nach einem kurzen Spaziergang hatte ich meinen Platz am Ausgang der Oberbaumbrücke Richtung Mühlenstraße gefunden. Groß vorbereiten und einen besseren Platz suchen konnte ich nicht, war eh schon ziemlich spät und die Radler kamen nur noch sporadisch in kleinen Gruppen.
Was brauchts fürs mitziehen? Hohe Blende, niedrige ISO ergibt lange Belichtungszeit. Stabilisator aus, ganz wichtig, dann ruhig visieren, erfassen, mitziehen und in der Bewegung auslösen. Klappt nicht jedesmal, aber mit einer Digitalkamera ist das ja kein Problem. Alle Bilder der Serie (bis auf das WW) entstanden bei Blende 18 / ISO 200 und 1/60stel Sekunde. Kamera: OM-D E-M5 mit dem 40-150mm PRO.
