Heute Abend steht vor unser Tür, neben vielen anderen, ein zugeschneites Auto, an dem sich ein paar infantile Künstler ausgetobt haben. Die „Verunstaltung“ passt allerdings auch gut zum wieder mal nervigen Winter in Berlin, an dem aber diesmal das ganze Land teilhaben darf. Das macht es aber nicht besser. Hiermit stimme ich der Einschätzung „kaka“ ausdrücklich und in vollem Umfang zu.
Opernkino
Kino in der Oper und Kino über die Oper, das gab es heute Morgen in der Deutschen Oper in Berlin. Zum Geburtstag meiner Frau hatte ich glücklicherweise von dieser Premiere Wind bekommen und auch Karten ergattern können. „Quartett“ heisst der neue Film, für den erstmalig Dustin Hoffman Regie geführt hat. Ein sehr berührender Film über ein englisches „Altersheim“ für ehemalige Künstler. Mehr will ich auch gar nicht sagen, bitte unbedingt ansehen. Lachen und Weinen wechseln sich ab und die anwesende Crew mit Dustin Hoffman, Dame Gwyneth Jones und weiteren Schauspielern und Produzenten konnte sich nach dem Ende des Films auf der Opernbühne zu Recht minutenlange Standing Ovations der Zuschauer abholen.
Noch ganz beseelt bummelten wir dann anschließend bei blauem Himmel durch den kalten Berliner Westen Richtung Kurfürstendamm ins neu eröffnete Cafe Grosz im Haus Cumberland. Eine schöne klassische Kaffeehausatmosphäre mit aufmerksamen Personal, so ganz anders als die ignoranten Belegschaften in Mitte und Friedrichshain. Preislich völlig im Rahmen konnten wir bei Prosecco, Kaffee und Sandwiches den Film reflektieren und das wundervolle Ambiente genießen. Ein sehr schöner Tag.
Bauernaufstand
Zum Auftakt der „Grünen Woche“ in Berlin machten sich die Betroffenen heute zu einer Sternfahrt in die Hauptstadt auf. Mitten auf der Friedrichstraße kreuzten sie laut trötend unseren Weg. Traktoren und Bauern gegen Massentierhaltung, gegen Gentechnik, gegen falsche Agrarsubventionen und was der Dinge mehr schieflaufen in der Landwirtschaft. Den letzten beissen in diesem Fall die Hunde: Uns, die Verbraucher.
Fettgebackenes
Auf dem Weg vom Büro zur Straßenbahn, wehte mir die Tage, kurz vor der Haltestelle, immer ein leichter Hauch von etwas nicht direkt Greifbarem in die Nase. Während das Gehirn noch versucht diese Geruchsinformation etwas Bekanntem zuzuordnen, ist es auch schon vorbei und man steht in der üblichen, aktuell kalten, Berliner Luft und wartet auf die Straßenbahn.
Heute bin ich die Bernauer Straße etwas weiter nach oben gelaufen um ein paar Tagesfotos zu bekommen und da stoße ich im Schatten des Nordbahnhofs auf die Quarkkeulchenbude und plötzlich passt alles zusammen. Die Synapsen schließen sich kurz, freuen sich über die neue Erkenntnis, Fettgebackenes=Lecker und melden: Hunger. Drei Stück der leckeren kleinen Teilchen haben bei WW übrigens 15 Punkte, sind also definitiv nichts für die Frühlingsdiät, aber völlig okay für einen hart arbeitenden Eisenbahner.
Hart im Nehmen
Während ich mich jeden Morgen bibbernd aus dem Haus quäle, sind die taffen Berliner unverzagt immer noch auf ihren Rädern unterwegs. In der Strassenbahn M10 ist es halbwegs warm und trocken, auch wenn nach meinem Empfinden die Tür zu oft aufgeht. Aber es wollen ja auch noch andere Leute ein- und wieder aussteigen, da will ich mal nicht so sein. Die öffentlichen Verkehrsmittel füllen sich zusätzlich im Laufe ihres Arbeitstages nach und nach mit dem Split, den die Fahrgäste – neben Schneeresten – an ihren Schuhen kleben haben. Winter: Eine bescheuerte Jahreszeit die abgeschafft gehört. Wie war das mit der Klimaerwärmung, oder, na gut, auswandern wäre auch eine Alternative. Mal sehen was zuerst kommt.
Goldlack
Im Gegensatz zum nervenden Grau in Grau hier in Berlin war letzte Woche Freitag in Frankfurt ein wunderschöner Sonnentag, und als ich gegen neun Uhr am „Silberturm“ ankam, war dieser gar nicht mehr silbern, sondern in ein schönes, morgendliches Gold getaucht. Auch wenn ich knapp in der Zeit war, musste ich mir die paar Minuten nehmen, um das zu dokumentieren. Vielleicht kann ich ja durch meine Arbeit dazu beitragen, das mein Arbeitgeber den Turm später wirklich vergolden lassen kann, nicht nur in der Morgensonne 😉
Zugverschandelung
Drei Sprayer aus Schweden und der Schweiz gingen Bundespolizisten letztens am S-Bahnhof Friedrichshagen ins Netz, nachdem sie dort eine S-Bahn auf fast 20 Quadratmeter besprüht hatten. In Berlin! Sach ma, gehts noch? Habt ihr nix zum besprühen da wo ihr herkommt? In welchem Reiseführer steht, dass man in Berlin super S-Bahnen besprühen kann? Lonely Planet? Graffiti around the world? Manchmal muss man ja am Verstand der Leute zweifeln. Einen besprayten ICE habe ich gestern allerdings zum ersten Mal gesehen. Beim aussteigen in Spandau. Wo immer der auch „verschönert“ wurde. Vielleicht bereits in Interlaken in der Schweiz? Würde immerhin Reisekosten sparen.
Down by the beach
Wenn ich jetzt morgens früh – noch schlaftrunken – an der Endstation aus der Straßenbahn falle, oder – nachdem ich mal zur Abwechslung – die Stufen der S-Bahn am Nordbahnhof schnaufend erklommen habe, sehe ich immer zuerst diesen riesigen Schriftzug.
Im Winter ist er natürlich nur ein Versprechen. An eine Zeit, die hoffentlich bald wieder kommt und auf die alle Berliner warten wie Verdurstende. Aber sie kommt, ganz sicher. Dann muss ich zum Mittagessen nicht mehr in die volle Kantine, sondern kann mich draussen, direkt gegenüber meiner Arbeitsstelle, bei einem alkoholfreien Daiquiri und dem Anblick knapp bekleideter Sportlerinnen kurz entspannen. Freu ick mir schon druff.
Bildbefreiung
Einen guten Vorsatz habe ich mir doch noch für das neue Jahr spontan vorgenommen: Die Befreiung von Bildern aus dem Dunkel der Festplatte, hinaus ans Licht. Und ruhig auch mal ein wenig größer als nur 10×15. Der erste Versuch führte mich zu dm, der liegt praktischerweise direkt auf dem Weg von oder zur Arbeit, und zur Kodak-Station im Laden. USB Stick rein, Bilder ausgewählt und ab zum Drucker. Ein wenig Voodoo noch, dann fielen die ersten beiden befreiten Bilder in 20×30 cm in den Schacht. Hervorragende Qualität auf Kodakpapier. Und das Ganze für 1,95€ pro Bild.
Jetzt hängen Sie an der Wand, erfreuen sich ihrer Freiheit und ich mich an ihrem Anblick. Da unsere vier Wände natürlich nur begrenzt aufnahmefähig sind, werde ich das langsam angehen lassen, oder mir einfach Mappen anlegen und die ausgedruckten Bilder immer mal wieder durchblättern. So oder so hat der Exodus begonnen und kann nicht mehr aufgehalten werden. Free Pictures!
Auf ein Neues
Der Versuch vor der Ballerei in Berlin zu fliehen hat mir das schönste und irrste Silvesterfeuerwerk ever beschert. Am Strand von Warnemünde, in 4 D. Mittendrin statt nur dabei. Ein irres Erlebnis an dem alle Sinne beteiligt waren. Eine dreiviertelstunde privates Geballer was das Zeug hält, und mitten drin noch ein professionelles Höhenfeuerwerk. Gigantisch. Dazu ein Gläschen Sekt. Von mir aus kann jetzt jedes Jahr so beginnen. Ich bin dabei.










