Berlin-Blues #19

Die Kunstinstallation "Grundrechte 49", im Hintergrund ein Turm des Reichstages

Wenn man auf der Straße „Unter den Linden“ fast am Ende Richtung Spree abbiegt und dann wieder vor der Spree nach links zum Reichstag, findet sich die Installation „Grundgesetz 49“ von Dani Karavan. In 19 Glasscheiben sind die 19 Grundrechtsartikel des Grundgesetzes mit Laser eingraviert, die Grundrechtsartikel schweben gleichsam in Augenhöhe vor dem Haus der Fraktionen, dem Jakob-Kaiser-Haus.

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Berlin-Blues #18

Kino International mit Bezirksamt Mitte im Hintergrund

Aus aktuellem Anlass springen wir kurz zur Mitte, also zum Bezirk Mitte, und feiern mit dem Kino International seinen 60. Geburtstag. Nach der Berlinale 2024 wird es für zwei Jahre geschlossen. Renovierungsarbeiten. Am Geburtstagssonntag liefen die Klassiker „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ – der Weihnachtsfilm schlchthin, „Spur der Steine“ mit Manfred Krug, den die SED damals nach fingierten Demonstrationen nach ein paar Tagen wieder aus dem Kino nahm und „Die Legende von Paul und Paula“ mit Winfried Glatzeder und Angelica Domröse. Ich wollte mir eigentlich auch einen der Filme ansehen, aber es hat dann nur für einen kurzen Fotobesuch gereicht. Bin noch am kränkeln.

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Berlin-Blues #14

Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz

„Treffen an der Weltzeituhr“ hieß ein Theaterstück an der Ellen-Key Oberschule, in der meine Tochter Mitte der 2000er im Rahmen der Theater-AG mitspielte und das Stück handelte auch genau davon. Wem die Weltzeituhr nichts sagt, war vermutlich auch noch nie in Berlin.

Es ist eine Konstruktion, die zum 20. Jahrestag der DDR 1969 eingeweiht wurde, und in 24 Zeitzonen die jeweilige Uhrzeit vieler Städte anzeigt. Quasi die „Karotte“ für die DDR Bürger, die damals keine Möglichkeit hatten, jemals einen der Orte zu besuchen, es sei denn, sie lagen zufällig im sozialistischen Osten. Oben drüber drehen sich die Planeten unseres Sonnensystems um die Sonne. Okay, die können wir – egal welcher Weltanschauung – immer noch nicht erreichen.

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Berlin-Blues #10

Figur Willy Brandts in der SPD Zentrale

Ich weiß gar nicht, wie oft ich in den 22 Jahren Berlin an ihm vorbeigelaufen bin, mit dem Fahrstuhl dann in den 3. Stock, ihn noch mal von oben betrachtend, um dann abzubiegen zu diversen Fotoausstellungen, z.B. der Ausstellung der Bilder des jährlichen „World-Press-Photo-Awards„, dem weltweit größten Wettbewerb für Pressefotografie.

Aktuell wird die Ausstellung zu den „Sony World Photography Awards“ zum neunten Mal gezeigt. Der offene Wettbewerb feiert die Kraft eines einzelnen Bildes. Die Gewinnerfotos werden dabei aufgrund ihrer Fähigkeit, eine eindrucksvolle visuelle Botschaft zu vermitteln, und ihrer hervorragenden technischen Umsetzung ausgewählt. Vernissage ist am 16.11.23, danach läuft die Ausstellung noch bis Februar 2024. Auf jeden Fall empfehlenswert.

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Berlin-Blues #7

Skulpturen Hate & Love in Berlin

Liebe und Hass, Love & Hate, die zwei Seiten einer Medaille. Je nachdem von welcher Seite man es betrachtet. Die Idee der Künstlerin Mia Florentine Weiss ist es, sich für den Erhalt der europäischen Idee einzusetzen und den „allgegenwärtigen Hass auf der Welt in Liebe um[zu]kehren“. Diese Ansinnen ist – wie man den aktuellen Nachrichten entnehmen kann – aktuell wichtiger denn je. Die Skulptur war schon in ganz Deutschland zu sehen und steht aktuell auf dem Mercedes-Benz-Platz in Berlin-Friedrichshain. In diesem Sinne: Make LOVE, not WAR, gib dem HASS keine Chance. #lovehateproject #mercedesplatz #miaflorentineweiss

Berlin-Blues #6

Der Portikus des Anhalter Bahnhof in Berlin

Als Reichsbahner, in einem anderen Leben, wäre ich vielleicht in den 30er Jahren, mit dem D356 von Frankfurt/M aus, am Anhalter Bahnhof in Berlin angekommen, statt mit dem ICE erst 2001 am Bahnhof Zoo, um meine neue Stelle anzutreten. Aber so war er kurz nach meiner Geburt bereits Geschichte. Seit der Sprengung der Bahnhofshalle 1959 steht nur noch der Portikus. Einst ein wichtiger Berliner Fernbahnhof, wurde er im Krieg stark beschädigt, so dass – trotz Proteste der Berliner Bevölkerung – ein Abriss erfolgte und nur das Portal erhalten blieb. Die beiden Figuren „Tag & Nacht“ stehen heute im Technikmusem in Berlin.

Ich kann mich dunkel entsinnen, Mitte der 80er Jahre mal in Berlin gewesen zu sein, als im Rahmen der 750 Jahrfeier und der Ausstellung „Mythos Berlin“, der Aktionskünstler Wolf Vostell eine komplette Dampflokomotive wie eine Schildkröte auf den Rücken legte. Die auf dem Kopf stehende Skulptur nannte er La Tortuga. Sie sollte als Mahnmal auf den Missbrauch von Industrie und Technik für den Krieg hinweisen und symbolisch den Niedergang alter Industriezweige versinnbildlichen. Ich habe damals auch ganz sicher Fotos gemacht, aber die sind leider im Orkus der Vergangenheit verschwunden.

Das ist nur einer der vielen Bahnhöfe meines Lebens, wo die Weichen für später gestellt wurden, ohne dass ich zu der Zeit davon auch nur geahnt hätte.

Berlin-Blues #4

Molecule Man mit Fernsehturm

Wir bleiben noch ein wenig im Kiez und an der Spree. Dort gibt es einen seeeehr großen Menschen, eigentlich sind es sogar drei. Die Rede ist vom Molecule Man, einem Kunstwerk von Jonathan Borofsky, das aus der Spree, in der Nähe der Elsenbrücke, 30 Meter hoch aufragt. Normalerweise sieht man die Statue nur von der Uferperspektive, aber mit einer Drohne kann man diese Perspektive ja mal ändern.

Der Aufstellungsort der Dreifachfigur wurde am Zusammentreffen der drei vorherigen selbstständigen Berliner Bezirke Friedrichshain, Kreuzberg und Treptow gewählt. Gleichzeitig ist es eine Nahtstelle des wiedervereinigten West- und Ost-Berlin.

Berlin-Blues #2

Verwischtes und abstraktes Foto vom Ende der Eastside Gallery

Einer der absoluten Hot-Spots der Stadt Berlin, ist die East Side Gallery in Friedrichshain, unten an der Spree. Es ist eine lange Mauer, entlang der Mühlenstraße und war zu DDR Zeiten die sogenannte „Hinterlandmauer“. Die eigentliche Grenze verlief mitten in der Spree. Im Frühjahr 1990, nach der Öffnung der Berliner Mauer, wurde dieses Teilstück von 118 Künstlern aus 21 Ländern auf einer Länge von 1316 Metern bemalt. Da die Schmierfinken der Welt ihre Griffel nicht in der Tasche lassen können und unbedingt „Lasse was here“ oder ähnlichen Unsinn auf die Bilder kritzeln, müssen die Bilder regelmäßig und für viel Geld erneuert werden. Aber wie so oft, das Selfie mit Schmiererei ist scheinbar wichtiger als die Kunst selbst.

Ich hab in mein Bild mal etwas Dynamik einfliessen lassen, wer „normale“ Anischten haben möchte, kann gern in meinem Blog stöbern. Unter dem folgenden Link finden sich einige Beiträge rund um die East Side Gallery.