Neue Heimat

Berlin Village Market - Streetfood mit Musik - Foto: h|b
Berlin Village Market – Streetfood mit Musik – Foto: h|b

Den „neusten heißen Scheiß“ kann man seit ein paar Wochen in Friedrichshain besichtigen. Im RAW an der Revaler Straße gibt es in der „Neuen Heimat“ an jedem Sonntag von 12 – 22 Uhr einen Foodcourt mit wechselnden Anbietern. Burger neben Spätzle, Bruschettas neben veganen Glückstellern. Im Freibereich bruzzeln Whiskeyrippchen. Dazu Weine oder klassisches Bier. Straßenmusiker, Performances und Theaterdarbietungen runden das Angebot ab.

Gesundes Essen liegt im Trend - Foto: h|b
Gesundes Essen liegt im Trend – Foto: h|b

Eine echte Alternative zum Bruncheinerlei des klassischen Sonntagvormittags. Die meisten Gerichte liegen im fünf Eurobereich, die Portionen sind allerdings auch nicht sehr groß, reichen aber völlig aus. So langt es noch für ein leckeres Stück Bananenbrotkuchen und einen Espresso. Das Publikum ist gemischt, meist jung, aber auch Einheimische sind unter den Gästen. Die meisten laufen noch neugierigen Blickes durch die beiden Hallen, das Angebot ist noch recht frisch. Noch keine Hinweise im Lonely Planet, das Ganze etwas versteckt am Ende des RAW Geländes. Vielleicht bleibt es ja noch eine Weile so. Dem RAW Gelände tut es sicher gut.

Wand an Wand wird lecker gekocht - Foto: h|b
Wand an Wand wird lecker gekocht – Foto: h|b

Neuer deutscher Kummer

Videodreh der Sängerin Raffete auf der Oberbaumbrücke - Foto: h|b
Videodreh der Sängerin Raffete auf der Oberbaumbrücke – Foto: h|b

Eigentlich wolle ich am Samstagmorgen das Wikingerschiff „Havhingsten fra Glendalough“ fotografieren, was gegen zehn Uhr gemächlich die Spree in Richtung Oberbaumbrücke herunterruderte. Mitten auf der Brücke, unter den roten Backsteinbögen, drehte sich aber gleichzeitig eine junge Frau, verkleidet als Clown, zu Musik die irgendwo aus einem Lautsprecher kam. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das Ganze als Videodreh (meine Vermutung) zu einem Musikstück. Melancholisch lief die Musik, passend zum langsamen Rudertakt der „Wikinger“, und wie ein träumender Clown in der Manege drehte sich „Raffete“ um sich selbst. Das ist der Name der Künstlerin, wie ich später im Netz herausfinden konnte. Da man Gelegenheiten nutzen muss, wenn sie sich einem bieten, nutzte ich sie für ein paar Fotos der Sängerin. Getreu ihrem eigenen Motto: „… den Soundtrack zu deinem Schwarzweißfilm“ zu liefern, habe ich die Kamera flugs auf schwarzweiss gestellt und ein paar Stills „gestohlen“. Wer braucht schon Wikinger.

More Sky

Selfie

Gestern Abend waren wir noch auf den letzten Drücker bei der Ausstellung „More Sky“ von Otto Piene. der obere Bereich der „Neuen Nationalgalerie“ ist dazu mit großen Tüchern abgeteilt, mittendrin liegt ein großer Ballon. Mehrere Projektoren bestrahlen die Objekte und die Wände. „Noch 5 Minuten“ wird projeziert als wir den riesigen Raum betreten. Menschen stehen und liegen herum, viele üben sich im Schattenspiel an den Wänden.

Dann geht es los. Der Raum wird verdunkelt und eine Stimme aus dem „Off“ gibt englische Befehle: „Follow the trace“, „Set Frequenz to eight seconds“, „Eight Seconds“, Eight Seconds“ …. In diesem Rhythmus werden nun farbige „Dias“ auf die Kugel, die Tücher und die Wände geworfen. Mal in langsamen Rhythmus, mal im schnellen Takt. Je nach Befehl. Durch die herumlaufenden Menschen, verändern sich die Strukturen zusätzlich.

Ich bin erst eine Runde gelaufen um zu fotografieren, hab mich dann aber auch auf das Spektakel eingelassen. Nur noch der hypnotischen Stimme gelauscht und die Farben wirken lassen. So stelle ich mir einen LSD-Trip vor. Als Laie. Die Ausstellung läuft noch bis zum Sonntag. Wer Zeit hat, sollte mal hingehen. Jeden Abend ab 22 Uhr. Eintritt ist frei.