Crossing Borders

Menschen vor Stäben
Eine aktuelle Grenze als Foto auf einer ehemaligen Grenzanlage – Foto: h|b

Die Rückseite der East Side Gallery ist inzwischen sehr bunt geworden und steht an manchen Stellen der künstlerischen Vorderseite in nichts nach. Sie ist nur vergänglicher, da sie regelmäßig geweißt wird. Zumindest wurde sie das bisher. Am oberen Ende, zur Oberbaumbrücke hin, hat dort jemand ein Riesenbild aufgeklebt, was die mexikanisch/amerikanische Grenze aus mexikanischer Sicht zeigt. Sie ist sichtlich durchlässiger als ihr Pendant auf das sie geklebt ist, aber nicht weniger martialisch bewacht. Wenn man das drumrum ausblendet, ist das Gefühl, vor dem „gelobten Land“ zu stehen recht ausgeprägt. Nur rein kommt man auch sicher durch die Stangen nicht.

Parallelität

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Das ist das wichtigste Prinzip der abgebildeten Linien. Ohne die Einhaltung dieser Eigenschaft, wäre die Aufgabe zu der sie existieren nicht zu erfüllen. Die beiden äußeren Linien dienen nebenbei zur Beförderung von Millionen von Menschen jeden Tag von A nach B, oder von C nach D, gern auch wieder zurück. Die kleinere innere Linie hilft dabei diese Beförderung maximal zu beschleunigen. Der Vorsitzende des „Vereins“ in dessen Besitz sich diese Linien befinden, redet oft vom „Brot und Buttergeschäft“ wenn er darauf Bezug nimmt. Na, wer weiß welche Linien hier zu sehen sind? Das Prinzip dieser Linien funktioniert im übrigen bereits seit mehr als 175 Jahren.

Das kleine Schwarze

Verwischte Menschen vor Bildern einer Ausstellung
Allen Models ist eins gemein, sie tragen das zeitlose „kleine Schwarze“ von Chanel – Foto: h|b

Wer es sich leisten will, muss es sich leisten können. Es ist definitiv kein Schnäppchen, zumindest nicht für Otto Normalverdiener. Andererseits sieht es sehr zeitlos aus und man kann es zu allem tragen. Das kann man auf den vielen Bildern bekannter Models und anderer Prominenten aus Film und Wirtschaft noch bis zum 14. Dezember in Berlin bestaunen. Im schummrigen Ambiente des Geister-U-Bahn-Tunnels am Potsdamer Platz hat Modemeister Karl Lagerfeld seine Idee vom „Little Black Jacket“ in Bilder gegossen und daraus eine Ausstellung gemacht. Das Dunkle und Stille erinnert fast an einen Andachtsraum und passt daher durchaus zum unerreichbaren Produkt, kreiert von Coco Chanel in den 50er Jahren, mit dem Anspruch: „Frauen sollten stets in der Lage sein, im Laufen einen Bus zu erreichen.“ Die „kleine Schwarze“ ist kurz, meist kragenlos, mit Seide gefüttert und durch dünne Ketten im Saum beschwert. So fällt sie perfekt und ist bequem wie eine Strickjacke. Ach ja, der Preis. Was genaues findet man im Internet nicht, aber im Laden soll sie wohl um die 3000 Euro kosten. Eine kleine, kurze, schwarze Jacke.

Goldener Herbst

Herbstlicher Wald spiegelt sich in einem See
Herbstwald im Spiegel des Schlachtensees – Foto: h|b

Heute stand wieder die Schlachtenseerunde auf unserem Plan. Konnten wir vor 14 Tagen fast noch im T-Shirt laufen, so war heute schon Fleece und Schal angebracht. Standen doch heute morgen grad mal knapp über null Grad auf dem Thermometer. Bei dem schönen Herbstwetter war der Rundweg  heuer gut besucht, an engen Stellen mussten Jogger, Radfahrer, Hunde und Spaziergänger sich den Durchgang fast erkämpfen. Auch an der Fischerhütte waren die Plätze gut besetzt und die Schlange an der Essens- und Getränkeausgabe nahm kein Ende. Sogar Wespen (was machen die eigentlich noch um diese Jahreszeit?) stürzten sich in Scharen auf die Menschen und die Kuchenreste. Ein schöner Herbsttag dem laut Wetterprognose noch ein paar folgen sollen.

Ach ja, herzlichen Glückwunsch Berlin, du bist heute 775 Jahre geworden. Erzählt man sich so 😉

Schreckliche Aussichten

Des Lebens müde

Ein Pandabär beim Fressen
Mein Besuch im Berliner Zoo im Jahr 2008 brachte mich auch zu Bao Bao – Foto: h|b

Heute morgen verstarb mit 34 Jahren der einzige noch lebende Großpanda in einem deutschen Zoo in Berlin. Seit 28 Jahren war er mehr oder weniger allein in seinem Glaskäfig, da er sich nicht recht mit Weibchen seiner Art vertrug. Vielleicht wollte er nun einfach seine Ruhe haben. Ich wünsche dir viele leckere Bambusspitzen da wo du jetzt bist.

„Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es schön war“ (Alte chinesische Weisheit)

Schräge Töne

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>> Die erste Reihe der Big Band Spandau – Foto: h|b <<

Eigentlich ist es ja heute viel zu warm, um auch nur die Nähe des offenen Kühlschranks zu verlassen, aber ein wenig Bewegung tut ja auch gut. Also schnell die Fahrräder vom skandinavischen Staub befreien und los Richtung Treptower Park. Um die frühe Uhrzeit ist noch nicht so viel los, so dass der Weg entlang der Spree gut zu fahren ist.

Am Zenner machen wir eine Pause, um den Tönen der Big Band Spandau zu lauschen. Allerdings machen die gerade eine Pause, als wir angeradelt kommen. Wir setzen uns also solange mit einem Alster in den Schatten und schauen uns das klassische Zennerpublikum an einem Sonntagvormittag an. Die vorherrschenden Farben sind bedeckt, irgendwas mit grau und beige, und Herrentäschchen sind wohl immer noch en vogue. Das Durchschnittsalter toppt selbst klassische Kreuzfahrtschiffe.

Auch nachdem die Band wieder zu spielen beginnt, tanzt heute niemand, die Betonfläche, auf der die älteren Semester sonst dem Schieber oder dem Foxtrott frönen, liegt voll in der Sonne. Viel zu heiss. Im Schatten, mit einem Berliner Kindl, oder einer Berliner Weisse, lässt sich besser den manchmal leicht schrägen Tönen lauschen.

Wir fahren dann noch bis zur Fähre und zurück ein wenig kreuz und quer durch den Plänterwald. Durch eine Phalanx von Polizeiwannen auf der Warschauer Brücke – die Heinis von Pro Deutschland sind heute auf Berlin-Sightseeing – erreichen wir wieder Friedrichshain und sind rechtzeitig zum Kaffee zu Hause.

Den Rest des Tages, laut Medien der heisseste in diesem Jahr, verbringen wir dann doch vor dem offenen Kühlschrank. Nein, natürlich nicht, wäre ja ökologisch nicht zu vertreten, aber einen gewissen Reiz hätte es schon. So müssen wir halt einfach so vor uns hintranspirieren.

Paaaarty

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Vorbei an der esoterischen Harfespielerin am Beginn der Warschauerbrücke gehen wir gegen halb neun abends Richtung Oberbaumbrücke. Dort feiert das Watergate heute Abend sein zehnjähriges Bestehen mit einem Openairset auf der Freifläche direkt an der Spree.

Am Bahnhof Warschauer Brücke strömen die Massen – wie an jedem Wochenende – aus den S-Bahnen heran, um sich auf der Brücke in beide Richtungen zu verteilen. Was sich hier Abends noch bewegt, würde einem mittlerem Großstadtbahnhof im Berufsverkehr alle Ehre machen. Die Party beginnt Abends.

Vor dem Eingang zur U-Bahn am anderen Ende der Warschauer Brücke spielt die nächste Künstlerin, diesmal mit Gitarre und leisem Stimmchen, das Publikum lauscht gebannt. An der Kreuzung zur Eastside-Gallery wummern zum ersten Mal die Bässe die Spree herüber und am Ufer des Universal Gebäudes stehen dicht an dicht die Zaungäste. Über die Oberbaumbrücke treiben viele Partywillige und am Kreuzberger Ende ist der Durchgang durch die Arkaden kaum noch möglich. Dafür zeigt das DJ Set hier seine maximale Wirkung. Die ganze Brücke ist hier eine Partyzone, während die Sonne hinter der Fernsehturm am Alex glutrot untergeht.

Es ist uns dann doch ein wenig zu voll, so dass wir uns wieder auf dem Heimweg machen, wir haben sicher kurzfristig das Durchschnittsalter der Anwesenden signifikant erhöht. Am anderen Ende der Oberbaumbrücke spielt ein Solokünstler gegen den DJ an und wird von Besuchern dafür gefeiert. Auf der Warschauer Brücke strömen auch auf unserem Rückweg immer noch die Massen heran. Die Nacht ist schließlich noch jung. Wir nicht mehr so ganz, daher ziehen wir uns mit einem Bierchen auf die Couch zurück, bevor wir ins gekühlte Bett fallen.

Todeskampf

Vogel unter einem Bahnhofsdach
Gefangen am eigenen Nest – Foto: h|b

Eigentlich wollte ich im Rahmen „Natur in der Stadt“ Bilder von der Aufzucht junger Krähen machen, deren Elterntiere sich unter dem Dach des Ostbahnhofs dazu zwei große Nester aus Zweigen gebaut hatten. Vor ein paar Wochen flogen die erwachsenen Tiere noch regelmäßig zu den Nestern. Als ich heute endlich die Zeit gefunden hatte mit der Kamera auf die Pirsch zu gehen, waren von den Nestern leider nur noch wirre Stockansammlungen übrig. Ob die Aufzucht schon zu Ende war, kann ich nicht sagen, aber in den Nestern war definitiv nichts mehr. Doch leider darunter. Weiterlesen „Todeskampf“