Fragile Aussenstruktur

Wundersame Gebilde aus Wasser und Seife - Foto: h|bWundersame Gebilde aus Wasser und Seife – Foto: h|b

Man sieht sie in vielen großen Städten, meist dort wo Touristen unterwegs sind. In Berlin rund um das Brandenburger Tor, in Dresden vor der Frauenkirche, in Köln auf der Domplatte. Künstler machen Kunst für den Augenblick. Vergänglich, bunt, fragil. Die Kunst überlebt oft nur Sekunden, je nach dem wie schnell die Kinder sind, die juchzend den riesigen, bunten Blasen hinterherspringen. Sie anpieksen und betröppelt schauen, wenn das Seifenwasser sie nass macht. Das hält sie aber nicht davon ab, sich sofort auf die nächsten Seifenblasen zu stürzen, die langsam der Erde entgegentorkeln.

Die Erwachsenen stehen eher und schauen mit einem wissenden Lächeln dem bunten Treiben zu. Erinnern sich an die Pustefix-Seifenblasen, die zwar auch schöne bunte Blasen machten, aber niemals so Große, wie sie da jetzt aus dem Eimer gezaubert werden. Der Seifenblasenkünstler taucht seine Stangen mit einer Art großem Lasso in den Eimer mit Seifenlauge, zieht in heraus und hält ihn in den Wind. Der zaubert daraus bunte Kunstwerke, wie sie sonst nur von Glasbläsern im Kleinen erzeugt werden. Man freut sich daran und überlegt dabei, wo man jetzt am schnellsten ein Pustefix herbekommt, um selbst wieder mal diese kleinen, buntschillernden Kugeln mit ihrer transparenten und fragilen Außenstruktur zu erzeugen.

Nur nach Hause…

Der linke Stürmer wirkt nach dem letzten Spiel schwer angeschlagen - Foto: h|bDer linke Stürmer wirkt nach dem letzten Spiel schwer angeschlagen – Foto: h|b

Lange mussten die Fans warten, seit gestern ist sie wieder da, die „Schönste Nebensache der Welt“. Das „Runde“ rollt erneut in den Stadien und will wieder ins „Eckige“. Heute Abend steht dann auch gleich unsere Lieblingspartie auf dem Spielplan: „Alte Heimat“ gegen „Neue Heimat“, oder auch „Eintracht Frankfurt vs. Hertha BSC“. Als die Frankfurter am ersten Spieltag der Hinrunde zu Besuch im Olympiastadion waren, gab es ja eine heftige Klatsche. Mit einem 1:6 fuhr die Eintracht anschließend nach Hause und zum Ende der Hinrunde hat sich die Hertha einen respektablen sechsten Platz in der Tabelle erkämpft. Nicht schlecht für einen Aufsteiger. Wollen wir hoffen, dass die Mannschaft ihren Elan in der Winterpause nicht verloren hat und heute Abend um 18.30 in der Commerzbank-Arena den Frankfurter Schlaffis zeigt wo der Hammer hängt. Ich hol schon mal die Klatschpappe raus, Oleee, Ole, Ole, Oleeeee…

Straßenbilder

Ausstellung in der "Fotogalerie Friedrichshain" - Foto: h|bAusstellung in der „Fotogalerie Friedrichshain“ – Foto: h|b

Manchmal frage ich mich ja so halb im Spaß, warum ich eigentlich noch keine Vernissage hatte? Ich gehe ja inzwischen öfters in Fotoausstellungen und Galerien und je nach Thema finde ich dort vieles, was so oder ähnlich auch auf meinen Festplatten liegt. So auch in der aktuellen Ausstellung in der Friedrichshainer Fotogalerie am neugestalteten Helsingforser Platz. Uwe Glanz, Baujahr 1956, fotografiert seit 30 Jahren in Berlin. Zu DDR-Zeiten im Jugendclub Impuls im Prenzlauer-Berg fotografisch aktiv, begleitete er das Ende der DDR und den anschließenden Umbruch. Mauerbilder, Mauerspechte, die noch reichlich vorhandenen Brachen prägen den ersten Teil der Ausstellung. Später dann Streetfotografie im eigentlichen Sinne, Menschen in Berlin. Das Meiste in schwarz-weiss, immer noch das bevorzugte Stilmittel für „Straßenbilder“. Es gibt auch farbige Fotos, aber das Publikum kann mit der klassischen Ausprägung dieses Genres sichtbar mehr anfangen. Insgesamt eine gut kuratierte Ausstellung die man sich anschauen kann.

Down by the river

Skyline Frankfurt bei Nacht

Städte durch die sich ein Fluss zieht, haben schon ein besonderes Flair. Man kann am Ufer sitzen, dabei den Schiffen zusehen, oder daran entlang spazieren gehen, im Sommer die Kühle genießen und vieles mehr. Wenn dann der Fluss noch eine malerische Kulisse, wie die beleuchtete, nächtliche Skyline von Frankfurt spiegeln kann, wirkt das alles gleich noch viel magischer. Der linke schwarze Block ist für heute Nacht mein zu Hause und mein Blick aus dem Zimmer im elften Stock breitet das ganze Frankfurt-Panorama vor mir aus. Wie 3-D Kino in HD.

Blaue Stunde

Blaue Stunde am Elbufer in Dresden - Foto: h|bBlaue Stunde am Elbufer in Dresden – Foto: h|b

So lange in Deutschland der Winter noch auf sich warten lässt, nutzen wir die Gunst der Stunde und schauen uns mit unserem Wohnmobil noch ein bisschen um. Dieses Wochenende sind die Würfel auf Dresden gefallen, sah das Wetter in der Vorschau dort am ehesten nach Sonne aus. Es war zwar in der Realität ein Wolken-Sonne-Mix, aber prima zum laufen und fotografieren. Der Stellplatz für Wohnmobile liegt – mit Blick auf die Altstadt – dieser direkt gegenüber und ist nur zu empfehlen. Zentraler kann man kaum stehen.

Nach dem andocken gehen wir über die Augustusbrücke und sind in 10 Minuten am Neumarkt mit der Frauenkirche, dem Zwinger, dem Altmarkt, dem Residenzschloss und was sich dort im direkten Umfeld alles so tummelt. Nach Kaffee und Kuchen mit Blick auf die Frauenkirche schlendern wir durch die Stadt, sehen den Gauklern zu und bewundern etwas später die vielen Putten auf dem Zwingerundgang. Auf dem Altmarkt baut übrigens Bergmann Events, wer auch sonst, gerade den Dresdner Winterzauber auf. Ist schon klar, irgendwo müssen ja die Buden, die jetzt von der Winterwelt am Potsdamer Platz und dem Weihnachtsmarkt am Alex übrig sind, weitervermarktet werden. Im Gegensatz zu Berlin haben sie allerdings dort vernünftigerweise keine Schneerodelbahn, sondern nur eine ganz normale, aus Plaste.

Abends, wir liegen schon dick eingekuschelt lesend im Wohnmobil, gibt es zu unserer Ankunft noch ein verspätetes Willkommensfeuerwerk der Extraklasse. Danke Dresden. Über den morgendlichen Glockenterror, ab kurz vor acht glockt es fast ununterbrochen aus allen Kirchen der Stadt, müssen wir allerdings noch mal reden. So ein klein wenig ausschlafen wäre schon nett 😉

Morgenzwitschern

Sonnenaufgang am Nordbahnhof in Berlin - Foto: h|bSonnenaufgang am Nordbahnhof in Berlin – Foto: h|b

Heute morgen war ich doch kurzfristig verwirrt. Nachdem ich meine Augen endlich offen hatte, war es wie üblich stockdunkel. Wie jeden Morgen um halb sieben. Passt ja auch zur Jahreszeit. Was mir aber gar nicht zu passen schien, war das fröhliche Tschilp, Tschilp, draussen vom Baum im Innenhof. Nicht das übliche Spatzenschimpfen, oder das Krächzen der Krähen, sondern eher so wie eine verirrte Nachtigall. Oder war’s die Lerche?

Auf jeden Fall ein melodisches Pfeifen, was mich sonst eher im März fröhlich stimmt, da ich weiß, dass die dunkle Jahreszeit nun vorbei ist. Hat sich jemand verirrt? Vergessen in den Süden zu ziehen? Nein, weit gefehlt. Wie ich der anschließenden Morgenlektüre der Tageszeitung entnehmen konnte, was ein Zufall, ist es gar nicht unüblich dass Blau- oder Kohlmeisen bereits im Januar die Menschen mit ihrem Gesang erfreuen. Laut Lars Lachmann vom Nabu sind sie durch das milde Wetter bereits seit Weihnachten aktiv und singen auch kräftiger als sonst.

Dann sage ich doch mal „Dankeschön“ und hoffe natürlich ab sofort jeden Morgen so geweckt zu werden. Da kann es ruhig noch eine Weile dunkel bleiben.

Kaufrausch

Weihnachtsendzeitrallye - Foto: h|b
Weihnachtsendzeitrallye – Foto: h|b

Heute ist der letzte verkaufsoffene Sonntag vor Weihnachten. Grund genug noch mal die Berliner Shoppingcenter – wie hier das Alexa – zu stürmen. Handys, Bücher, Stofftiere, Parfüm, Socken, Pullover, alles muss in die Tüte. Für die Lieben. Der Handel freut sich. Die Beschenkten hoffentlich auch. Geld sparen ist ja im Moment auch blöd, bringt ja eh nichts bei den Zinsen. Da kann man es auch gleich ausgeben. Süßer die Kassen nie klingen, als in der Vorweihnachtszeit. In diesem Sinne, einen schönen und geruhsamen vierten Advent.

Übung macht den Meister

Verwüstetes Land

Bild eines brüllenden Löwen
Das passende Bild für jedes Managerbüro – Foto: h|b

Bilder in der Größe von bis zu zwei Meter wünscht sich wohl jeder für zu Hause. Entweder die eigenen, oder besser noch die atemberaubenden Bilder von Nick Brandt. In der Ausstellung „Across the Ravaged Land“ in der Berliner Galerie „Camera Work“ brüllen sie einen direkt an, die Löwenportraits, oder, wer es etwas kontemplativer mag, schaut sich die leicht melancholischen Fotos der Elefanten an, die bis in die letzte Runzel magischen Giganten der Steppe. Aber hintern den Bildern steckt auch eine Botschaft, die Warnung vor den schwindenden Lebensgebieten der Giraffen, Elefanten, Löwen und Büffeln.

Die durch Wilderung gefährdete Einmaligkeit der afrikanischen Tierwelt verändert den Kontinent. Bilder von Stoßzähnen, zur Trophäe glorifiziert, bringen das Problem auf den Punkt. 2010 gründete Nick Brandt die „Big Life Foundation“ mit dem Ziel der Erhaltung der afrikanischen Tierwelt. Wer etwas dazu beitragen möchte und sich vielleicht wirklich eins der großformatigen Bilder in seine Wohnung hängen möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Zwischen 15.000 bis 125.000 Euro kosten die limitierten Prints. Wer die Bilder noch auf sich wirken lassen möchte muss sich beeilen. Die Ausstellung endet leider bereits morgen. Letzte Gelegenheit also Aug in Aug dem Löwe gegenüber zu stehen.

November Rain

20131128-074922.jpg

Mein Timehop von vor drei Jahren zeigt mir ein Instagramfoto von der Warschauer Brücke mit dem ersten Schnee und ein Screenshot der Wetterapp mit prognostizierten Temperaturen von bis zu -8 Grad. Aus der Sicht gesehen, macht mir aktuell das bisschen Novemberregen bei fast angenehmen Plusgraden gar nichts aus. Im Gegenteil, lädt es doch geradezu ein, ein paar Fotos mit Lichtspielereien auf nassen, sich spiegelnden Flächen zu schießen. Da es inzwischen auch dunkel ist, wenn ich auf dem Weg nach Hause bin, sieht das gleich noch schöner aus. Die Kamera setze ich dabei auf eine längere Belichtungszeit, suche mir einen Laternenmast als stabilen Halt und schon kann ich locker ein paar Sekunden belichten. In diesem Sinne: „It’s raining man, hallelujah…“