Palast der Stille

Der lange Schatten der Macht - Foto: h|b
Der lange Schatten der Macht – Foto: h|b

Auf dem Weg durch Berlin im Rahmen meines Projektes, immer entlang der touristischen Pfade, stehen wir heute vor der Machtzentrale Deutschlands. In diesem schmucklosen Betonbau, an dem sich rechts und links langsam die Kletterpflanzen nach oben winden, herrscht die Kanzlerin ununterbrochen seit 3067 Tagen und damit länger als Helmut Schmidt. Die Top 3 Plätze der längsten Kanzlerschaften gehen damit klar an die CDU. Wer es noch länger ausgehalten hat, könnt ihr ja googlen.

Aktuell ist sie ja mit dem roten Siggi liiert und führt die große Koalition still und leise durch die Untiefen der Politik. Nichts Aufregendes. Von der Kanzlerin nur ab und an etwas zu sehen, zu hören aktuell noch weniger. Das überlässt sie ihrem Fußvolk. Nahles mit der Frühverrentung, Gabriel verdreht derweil die Energiewende und von der Leyen versucht sich in der olivfarbenen Kitagruppe namens Bundeswehr an familenfreundlichen Strukturen. Viel los also. Aber ohne die Kanzlerin. Die trifft sich mit den Mächtigen der Welt und dreht lieber am großen Rad, als sich mit dem ständigen Klein/Klein zu beschäftigen. So geht Führung.

Dafür wird sie bei der nächsten Wahl auch bestimmt wieder gewählt. Konkurrenz gibt es ja eh keine. Der grantige Bayer versucht sich zwar ab und an mit populistischen Zwischenrufen ins Spiel zu bringen, aber bayrische Politiker werden grundsätzlich nie Kanzler. Never, ever. Wenn wir dann weiland wieder an der Wahlurne stehen, uns bang fragen, was denn eigentlich gegen sie spricht, wird uns nichts einfallen. Wir werden uns höchstens wundern: „War sie überhaupt zu Hause?“ Dann machen wir unser Kreuzchen und schon sind wir auf dem Weg zu den nächsten 1000 Tagen. War ja nicht alles schlecht.

Aprilwetter

Gutes Wetter für Eisbären - Foto: h|bGutes Wetter für Eisbären – Foto: h|b

Heute hat der April seinem Name alle Ehre gemacht. Sonne, Regen, Sonne, Graupel, Sonne, Sturm, Wolkenbruch, Sonne. Ach ja, ziemlich kalt, um nicht zu sagen fröstelig war es auch noch. Ich könnte mir gut vorstellen, das es den Eisbären im Tierpark heute gefallen haben muss. Als Mensch war ich dann doch froh, einen schönen, trockenen Büroplatz zu haben. Das jeweilige Wetter habe ich nur gesehen, wenn mein Blick weg vom Monitor zum Fenster gefunden hat. Kam aber heute auch nicht so oft vor. Übermorgen soll es wieder besser werden, war also nur kurzes Aprilintermezzo.

Frühjahrsputz

Fertigmachen für das Rampenlicht - Foto: h|bGlänzt wie ne Speckschwarte – Foto: h|b

Jetzt geht es bald wieder los, unsere Wohnmobilsaison ist offiziell eröffnet. Wir waren zwar schon einmal in Warnemünde diesen Frühling, aber jetzt kommen die doppelten Feiertage und dann die große Frankreichtour in die Bretagne und die Normandie im Mai und Juni. Rund um den D-Day werden wir Omaha- Utah-, Juno-Beach und wie sie alle heissen einen Besuch abstatten. Dafür soll unsere „Bergziege“ schön glänzen und außerdem muss der Winterdreck runter, auch wenn er in diesem Jahr kaum der Rede wert ist. Dabei hilft die netteste LKW-Waschanlage Berlins am Großmarkt in der Beusselstrasse. Für 20 Euro, bekommt man eine Tip-Top Hand- plus Machinenwäsche und obendrauf noch eine heisse Knackwurst plus Kaffee. Wir sind startklar.

Die zwei Türme

Die 2 Türme - Foto: h|b
Die 2 Türme – Foto: h|b

Der weite Blick vom Bahnhof Frankfurter Allee in Richtung Berliner Zentrum wird am Ende vom höchstens Bauwerk Berlins gekrönt, dem Fernsehturm am Alex. Mittendrin, den Übergang von der Frankfurter Allee zur Karl-Marx-Allee markierend, stehen die beiden Türme am Frankfurter Tor. Sie bilden den pittoresken Beginn einer Architektur, die heute als „Zuckerbäcker-Stil“ gilt und von dort bis zum Straußberger-Platz gewaltige Wohnblöcke nach russischem Vorbild rechts und links der Allee aneinanderreiht. Breite, mit Bäumen bewachsene Bereiche vor den Häusern, filtern den Straßenverkehr heraus und laden zum flanieren ein. Von hier ging der Volksaufstand in der DDR im Jahr 1953 aus, der uns West-Deutschen jahrelang einen Feiertag im Juni bescherte und den DDR Bürgern später eine Mauer. Auf dem Foto sind die beiden Türme in der goldenen Abendsonne in der Reihe „Berlin from the ground“ aus Höhe Weberwiese zu sehen.

Bikini Saison

Bikini Berlin - Neue Shopping Mall an der Gedächtniskirche - Foto: h|bBikini Berlin – Neue Shopping Mall an der Gedächtniskirche – Foto: h|b

Nach drei Jahren Bauzeit wurde diese Woche das „Bikini Berlin“ eröffnet. Wiedereröffnet muss man sagen, denn das langgestreckte Gebäude gegenüber der Gedächtniskirche stammt eigentlich aus den 50er Jahren. Es wurde zwischen 1955 und 1957 gebaut, hat also so in etwa mein Alter. Der Name „Bikini-Haus“ leitete sich aus der Tatsache ab, das eine Etage als durchlässiger Laubengang konzipiert war und damit dem Gebäude eine zweiteilige Struktur gab. Das wurde zwar in den 70er Jahren geschlossen, aber der Name blieb erhalten.

Zaungäste auf der Terrasse des neuen Bikini-Hauses - Foto: h|bZaungäste auf der Terrasse des neuen Bikini-Hauses – Foto: h|b

Am Sonntag war die – im Inneren noch sehr unfertige – Shopping-Mall für Besucher geöffnet und sehr gut besucht. Am Terrassengeländer auf der oberen Ebene standen die Menschen in dichten Trauben, hat man doch von hier einen wunderschönen Blick direkt in den Zoo und auf die Affengehege. Die Paviane mit ihren leuchtendroten Hintern umrundeten ihren Affenfelsen eins ums andere Mal, als wollten sie den Zuschauern etwas Besonderes bieten. Wir haben uns zwei Cappuccino und einen Erdbeerbecher gegönnt, zu durchaus moderaten Preisen. Eigentlich wollten wir Waffeln, aber die waren noch nicht im Angebot. Für die meisten Läden ist die Eröffnung erst im Laufe der kommenden Woche vorgesehen.

Bruderkuss in Farbe

Kommunistische Begrüßung unter Brüdern - Foto: h|b
Kommunistische Begrüßung unter Brüdern – Foto: h|b

Das letzte Mal als mich jemand nach dem Weg „zur Mauer“ fragte, war oben am Nordbahnhof. Ich war gerade dabei in die M10 steigen, um nach Hause zu fahren. Als ich zielsicher Richtung Bernauer Strasse zeigen wollte, schließlich ist dort die Mauergedenkstätte, mit einem echten Stück Mauer, präzisierten die beiden Spanier ihre Frage um die Beschreibung „…with the kiss“. Also die Mauer mit dem Kuss. Jetzt musste ich kurz stutzen, hatte ich doch so weit entfernt von dort wo sie hinwollten, nicht mit dieser Frage gerechnet. Aber klar, wenn Touristen die Mauer suchen, meinen sie entweder das kaugummibeklebte Ding am Potsdamer Platz, oder eben das lange bunte Ding in Friedrichshain.

Man könnte jetzt natürlich lang und breit erklären, das wäre a) nicht so die wirkliche Mauer gewesen und b) gäbe es authentischere Mauerorte in Berlin, aber ach, darum geht es ja gar nicht. Es steht nun mal in jedem Reiseführer, die roten Hop-on, Hop-off Busse fahren im Minutenabstand daran vorbei, es MUSS die richtige Mauer sein. Schließlich wollten sogar die Kreuzberger Piraten die Straße entlang der Mauer umbenennen. Sie sollte „Am Todesstreifen“ heissen. Natürlich nicht aus historischer Überzeugung, sondern um zukünftigen Investoren die Postanschrift zu vermiesen. Ist aber nichts draus geworden. Das Ganze genau so sinnfrei, wie Touristen das mit der Mauer zu erklären. Ich denke ihr wisst aber inzwischen an welchem Berliner Hotspot wir diesmal im Rahmen von „Berlin from the Ground“ das Foto geschossen haben.

Wildlife vor der eigenen Haustür

Tiere als Content gehen ja immer und so sind wir vorgestern mittag in den Berliner Tierpark aufgebrochen. Das Wetter war Klasse und spontan wie wir so sind, haben wir uns gleich wieder eine Jahreskarte geholt. Die hat man nach fünf Besuchen locker wieder raus. Da sich der Tierpark auch prima zum spazieren gehen eignet, die Fläche ist einfach riesig, tun wir auch noch etwas für unsere Gesundheit. Meine Intention ist natürlich noch eine andere, ich möchte Tiere fotografieren. Möglichst so, dass man den Tierpark drumrum nicht sieht.

Ein Blick in die Augen unseres nächsten Verwandten - Foto: h|bEin Blick in die Augen unseres nächsten Verwandten – Foto: h|b Weiterlesen „Wildlife vor der eigenen Haustür“

Schneefrei

Vor einem Jahr brach der Winter Ende März noch mal über Berlin herein - Foto: h|b

So sollte es Ende März aussehen - Foto: h|b

Grad mal ein Jahr ist es her, als der Winter Ende März noch mal kurz und heftig über Berlin hereinbrach. Als ich an diesen Morgen, dem 29. März 2013 aufwachte und aus dem Fenster auf den Comeniuspark schaute, traute ich meinen Augen nicht. Es schneite wie verrückt und draussen war alles weiß. Der Winter war zurück. Gottseidank bleiben wir diese Jahr von ähnlichen Wetterkapriolen verschont und konnten heute einen wunderschönen Frühlingstag im Tierpark Berlin genießen. So wie es sich für Ende März gehört.

In allen vier Ecken …

Eckenverschönerungsmaßnahmen in Friedrichshain - Foto: h|bEckenverschönerungsmaßnahmen in Friedrichshain – Foto: h|b

Nante, der alte Berliner Eckensteher, hätte sicher seine wahre Freude. Seit Wochen wird unser Kiez umgegraben. Zuerst wurden die Bürgersteige aufgehübscht, ordentliche Kanten gesetzt, kleine Steine neue verlegt. Buchten für künftige Pflanzen oder Bäume angelegt und Parkplätze neu ausgerichtet. Nun sind die Ecken der Kreuzung Gubener-/Torell- und Kopernikusstraße dran. Nicht dass es nötig gewesen wäre, aber irgendjemand muss einen Schönheitswettbewerb für die schönste Kreuzung Berlins ausgeschrieben haben und wir haben gewonnen. Drei von vier Ecken wurden komplett entkernt, weit in die Kreuzung hinein erweitert und zwei bereits hübsch verklinkert. Die letzte Ecke ist aktuell in Arbeit.

Nach der Fertigstellung des Kreuzungsbereiches ist ein leidiges Thema, nämlich das Parken mitten im Kreuzungsbereich und in den Kurven, faktisch unterbunden. Gut für Fußgänger und Radfahrer die sich oft zwischen den falsch geparkten Autos hindurchwinden mussten. Gerade für Kinder ein unhaltbarer Zustand. Wenn alles fertig ist kommen übrigens die Parkuhren. Der ganze Bereich zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof wird Parkzone mit Anwohnerausweisen. Wir sind schon ge-, aber auch sehr entspannt, da unser „großes“ Auto inzwischen einen sicheren Parkplatz weit weg vom Kiez hat.