Da wir spät dran sind – wir mussten unser Gefährt noch bei guten Fuhrleuten unterstellen – ist der Weg weitgehend frei von Marketendern, Pilgern und Bettlern die mit uns in die mittelalterliche Stadt Carcassonne strömen. Die Wache, die in der mittäglichen Sonne an der „Port d’Aude“ schwitzt, lässt uns problemlos passieren. Wir wenden uns über die „Rue de la Porte d’Aude“ dem Marktplatz zu und sind erstaunt über die vielen kleinen Kaschemmen und Marketendereien. Viel Tinnef und Tand zur Erbauung der Besucher wird hier angeboten. Gaukler und Taschendiebe sind unterwegs, lassen uns aber in Ruhe.
Tuchmacher, Töpfereien und Kunsthandwerker bieten ebenfalls ihre Waren feil. Wir bestaunen das bunte Treiben in der kleinen Stadt, kaufen regionale Wurstwaren, trinken für vier Sous zwei Kaffee in einer kleinen Pinte und spenden zum Abschluss in der „Basilika St-Nazaire“ zwei Kerzen für einen Livre zu unserer seelischen Erbauung. Da wir das quirlige Stadtleben nicht so gewohnt sind, begeben wir uns nun über die alte Brücke und die „Bastide St. Louis“ zurück zu unserem Gespann und lassen das Erlebte bei einem Vin und einem Bière nachwirken.