Ein Du im Jetzt

Seit 35 Jahren fotografiert Dietmar Bührer „Menschen in Galerien“ und „Bilder einer Ausstellung“ ist der Titel seiner Werkschau zum siebzigjährigen Geburtstag in der Fotogalerie Friedrichshain am Helsingforser Platz. „Seit nunmehr 35 Jahren hält Fotograf Dietmar Bührer die Wechselwirkungen zwischen Kunstwerken und Ausstellungsbesuchern in magischen Bildern fest und erschafft damit eine neue künstlerische Dimension“ schreibt die Galerie in ihrer Einladung zur Vernissage, die gestern Abend stattfand.

Ich habe das dann mal auf die Spitze getrieben und Menschen fotografiert, die Bilder betrachten, auf denen Menschen zu sehen sind, die Bilder betrachten. Ein schönes Thema wie ich finde.

Die Schriftstellerin Alexandra Lüthen hielt die Laudatio und die Überschrift des Artikels „Ein Du im Jetzt“ stammt aus ihrem Text. Sie bezieht sich damit auf den flüchtigen Moment, in dem Besucher von Museen oder Galerien das Kunstwerk betrachten. Durch das Festhalten genau dieses Augenblicks durch den Fotografen, wird daraus etwas Beständiges.

Dietmar Bührer ist seit 1987 Ehrenmitglied im Deutschen Verband für Fotografie (DVF) und wurde für seine besonderen Verdienste im beruflichen, persönlichen und fotografischen Umgang mit Inhaftierten vor und hinter den Mauern der JVA Tegel 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz.

Fotogalerie Friedrichshain, Helsingforser Platz 1, 10243 Berlin. Die Ausstellung ist bis zum 21. Dezember 2017 zu sehen.

Alle Fotos h|b: Olympus OM-D E-M5 II / 17 mm

Woher, Wohin

Unter diesem Motto präsentiert die Abschlussklasse „Reportagefotografie“ der Gilberto-Bosques Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg unter Leitung von Ann-Christine Jansson ihre Bilder zum Thema Flucht und Flüchtlinge in der Fotogalerie Friedrichshain. 

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Lapidarium – Grenzen überwinden

Mit zwanzig überlebensgroßen Pferden aus Bronze und Marmor zeigt der mexikanische Künstler Gustavo Aceves noch bis zum 10. Mai seine Ausstellung auf dem Pariser Platz. Die aus verschiedenen Materialien wie Bronze, Eisen, oder Stein – von dessem lateinischen Wort – lapis – leitet sich der Titel der Ausstellung ab – hergestellten Skulpturen, erinnern an Ausgrabungen in Italien oder Griechenland. Weiterlesen „Lapidarium – Grenzen überwinden“

Kontaktabzüge

Die Auswahl des besten Bildes mittels Textmarker auf dem Kontaktbogen - Foto: h|b
Die Auswahl des besten Bildes mittels Textmarker auf dem Kontaktbogen – Foto: h|b

Die Qual der Wahl hatte der Fotograf schon immer. Welches der geschossenen Fotos verdient es das „Licht der Welt“ zu erblicken? In der Zeitung, in den Agenturen, im Blog, in einer Ausstellung, wo auch immer. In der guten, alten analogen Zeit ließ man sich von jedem Film sogenannte Kontaktabzüge herstellen. Alle 36 Bilder auf einem Bogen zur Ansicht. Jetzt konnte der Fotograf mit der Lupe die einzelnen Bilder betrachten und sich – hoffentlich – für das Richtige entscheiden. Weiterlesen „Kontaktabzüge“

#achtens

Ostkreuzschule für Fotografie - 8. Abschlussjahrgang - Foto: h|b
Ostkreuzschule für Fotografie – 8. Abschlussjahrgang – Foto: h|b

Diese Ausstellung ist leider schon vorbei, was ich sehr schade finde. Zum Einen werden sehr unterschiedliche Werke der Absolventen der Ostkreuzschule für Fotografie gezeigt, zum Anderen wurden sie im SEZ in Friedrichshain gezeigt, das teilweise bereits das Morbide eines „Lost Places“ ausstrahlt. Es gibt kein durchgängiges Thema, da themenbedingt jede/r Schüler/in einen anderen Blickwinkel auf das Thema Fotografie hat. Es gibt Gegenständliches, Abstraktes, Diavorführungen, ein Triptychon wie in einer Kirche, Schwarzweiß und Farbe, klein und groß. Manches überfliegt man, vor manchem bleibt man länger stehen. Einen Überblick über die gezeigten Arbeiten findet ihr hier.

Verzweiflung

"Der Schrei" von Edvard Munch vor dem Bahntower - Foto: h|b „Der Schrei“ von Edvard Munch vor dem Bahntower – Foto: h|b

Laut dem Tagebuch von Edvard Munch sollte sein bekanntestes Bild „Der Schrei“ eigentlich „Verzweiflung“ heissen. Eine Verbindung mit einem dieser Begriffe und dem dahinter aufragenden, ebenfalls sehr bekannten, Gebäude in Berlin ist allerdings nicht die Absicht der aktuellen Ausstellung am Potsdamer Platz, wohl aber eine kleine Boshaftigkeit des Autors dieser Zeilen. Als ich heute nachmittag dort vorbeikam, musste ich das einfach genau so fotografieren. Erst heute Abend las ich dann, dass auch der Termin der Veröffentlichung dieses Beitrages ein Historischer ist, wäre doch der Künstler genau heute 150 Jahre alt geworden. Danke für die Inspiration und … „Happy Birthday“.

Verwüstetes Land

Bild eines brüllenden Löwen
Das passende Bild für jedes Managerbüro – Foto: h|b

Bilder in der Größe von bis zu zwei Meter wünscht sich wohl jeder für zu Hause. Entweder die eigenen, oder besser noch die atemberaubenden Bilder von Nick Brandt. In der Ausstellung „Across the Ravaged Land“ in der Berliner Galerie „Camera Work“ brüllen sie einen direkt an, die Löwenportraits, oder, wer es etwas kontemplativer mag, schaut sich die leicht melancholischen Fotos der Elefanten an, die bis in die letzte Runzel magischen Giganten der Steppe. Aber hintern den Bildern steckt auch eine Botschaft, die Warnung vor den schwindenden Lebensgebieten der Giraffen, Elefanten, Löwen und Büffeln.

Die durch Wilderung gefährdete Einmaligkeit der afrikanischen Tierwelt verändert den Kontinent. Bilder von Stoßzähnen, zur Trophäe glorifiziert, bringen das Problem auf den Punkt. 2010 gründete Nick Brandt die „Big Life Foundation“ mit dem Ziel der Erhaltung der afrikanischen Tierwelt. Wer etwas dazu beitragen möchte und sich vielleicht wirklich eins der großformatigen Bilder in seine Wohnung hängen möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Zwischen 15.000 bis 125.000 Euro kosten die limitierten Prints. Wer die Bilder noch auf sich wirken lassen möchte muss sich beeilen. Die Ausstellung endet leider bereits morgen. Letzte Gelegenheit also Aug in Aug dem Löwe gegenüber zu stehen.