Mayormente nublado

Palmen mit Festung

Ist ja nicht so, dass hier nur schönes Wetter ist. Heute und morgen ist es durchgängig bewölkt und nachts geht die Temperatur runter auf erfrischende 4 Grad. Hola! Spanien! So war das nicht abgemacht. Die Erwartungshaltung ist definitiv eine andere. Wir fahren doch nicht fast 2500 Kilometer, um es dann so kalt zu haben wie zu Hause. Dann kann man sich das auch sparen. Also wirklich. Wir waren gestern extra im Media Markt in Vinaros, um uns einen besseren Heizlüfter zu kaufen. Spart Gas.

Aber der Blick auf die Vorhersage gibt uns Hoffnung. Heiligabend in Calp, unserem nächsten Stopp ab nächsten Dienstag, können wir mit angenehmen 19 Grad rechnen und wieder rund 6 Stunden Sonne am Tag. Damit sind wir noch 300 km weiter südlich in der Region Murcia. Der kleine Einschub dient vermutlich nur dazu, dass man hier nicht größenwahnsinnig wird und den daheimgebliebenen dauernd Fotos postet, die suggerieren hier wäre es Sommer. Nein, isses nicht. Auch in Spanien ist es Winter, nur eben etwas angenehmer als im Norden. Bei Sonnenschein hatten wir gestern gegen Mittag angenehme 30 Grad im Vorzelt.

Wer nicht lange suchen will, die Überschrift des Artikels heißt „Meist bewölkt“ auf spanisch. Wir haben ja schließlich auch einen kulturellen Auftrag. Und ich hab heut wieder mal die „richtige“ Kamera genutzt. Soll sich ja nicht ausgeschlossen vorkommen. Den Bildern habe ich dann noch ein wenig Lightroom zukommen lassen.

Ach ja, Glückwunsch Friedrich Merz, nu isser endlich da wo er schon immer sein wollte. Nur das Kanzlerdings, das fehlt noch. Wird aber vermutlich die nächsten 8 Jahre eher nix, daher eine gute Wahl, liebe CDU 😉

Noch ein Wort zu Corona: Leider sind die Werte hier inzwischen auch wieder so hoch wie in DE. In der Region Valencia sind sie von 56 (vor genau einem Monat) wieder auf 356 gestiegen (7-Tage Inzidenz). Wir sind gespannt wie das hier weitergeht. Vor anderthalb Jahren hat man alle Touristen des Landes verwiesen. Jetzt ist es wie in Deutschland auch, man nimmt es zur Kenntnis und rät zum boostern.

Nachbarschaften

Der Campingplatz Eden in Peñíscola von oben

Auf einem Campingplatz ist es fast wie in einem Mehrfamilienhaus, nur das man – dank fehlender Wände – mehr von den Nachbarn mitbekommt. Zusätzlich ist es auch gleichzeitig wie AirBnB, da es sehr international ist, aber eben auch sehr temporär. Hat man sich an den einen Nachbarn gewöhnt, packt der am nächsten Morgen seine Siebensachen zusammen und zieht weiter. Meist Richtung Süden. Wenn man aus Turku in Finnland kommt, wo es aktuell 20 Grad minus hat, gut nachvollziehbar.

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Torre Badum

Torre Badum

Damit wir nicht nur auf der faulen Haut in der Sonne Spaniens rumliegen, obwohl das durchaus erstrebenswert ist, haben wir ja unsere E-Bikes dabei. Nachdem sich der Wind endlich mal gelegt hat sind wir Richtung Alcossebre gefahren, aber das Ziel ist der Torre Badum, rund 8 km von unserem Campingplatz entfernt. Der Turm ist arabischen Ursprungs und eine Verteidigungsinfrastruktur, mit der die Bewohner der Burg von Peñíscola durch Rauchsignale vor der Ankunft des Feindes gewarnt wurden. Er befindet sich auf der wichtigsten Klippe der Serra d’Irta, einer bergigen Linie parallel zur Küste.

Küste bei Peñíscola
Küste bei Peñíscola – Foto: h|b

Ein wunderschönes Fleckchen Erde – hier steht die Zeit still – die Farben des Meeres, das Rauschen der Wellen und ansonsten absolute Stille – ein Ort zum puren Genießen. Der Weg dahin ist allerdings nicht ohne, es gibt dort einen Anstieg, bei dem selbst unsere E-Bikes bzw. unsere Beine die Segel streichen mussten. Wir haben dann die Schiebefunktion der Räder nutzen müssen. Ansonsten ist der Weg gut fahrbar. Hier ein paar Impressionen unserer Radtour.

Alle Bilder wieder mit dem iPhone 13Pro. Ich muss mir langsam Gedanken machen, was ich mit meiner Olympus anstelle 😉

Überwintern

Peñíscola Altstadt im Abendlicht

Vor fünf Tagen sind wir auf unserem Platz in Peñíscola angekommen. Nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Waren die Tage während der Anfahrt noch strukturiert und identifizierbar, beginnen sie jetzt so langsam zu verschwimmen. Ohne Uhr wüsste ich momentan weder Datum noch Wochentag korrekt zu benennen. Es spielt im Grunde auch keine Rolle, außer man muss einkaufen.

Das ist in dieser Woche aber eh schwierig, da die Spanier gerade einen Feiertagslauf haben. Am Montag war Verfassungstag, heute ist Mariä Empfängnis. Als Feiertag! Dadurch sind auch grad viele Spanier unterwegs, sie nutzen die wenigen Tage die sie Urlaub nehmen müssen, um eine ganze Woche plus die zwei Wochenenden an die spanischen Küsten zu fahren. Auch auf unserem Platz ist das zu merken.

Wasseraufsicht am Strand
End of Saison – Foto: h|b
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Hola España

Nach gut 2000 Kilometern – seit unserer Abfahrt aus Berlin – haben wir heute Spanien erreicht. Das erste Mal steigt die Temperaturanzeige auf 16 Grad, die Sonne scheint und es fühlt sich langsam ein wenig mediterran an. Kurz vor der spanischen Grenze begrüßen uns rechter Hand die Pyrenäen mit ihren majestätischen weißen Gipfeln. Eine tolle Kulisse als Einstieg in den Abstieg hinunter zur Küste des Mittelmeers.

Die Pyrenäen – Foto: h|b
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Vive la france

Wohnmobil auf Stellplatz in Freiburg (Breisgau)

Auf unserem langen Weg nach Spanien sind wir heute Nachmittag in Villefranche-sur-Saône in Frankreich angekommen. Wie schon die Etappe von Frankfurt nach Freiburg, war auch die heutige Tour eine reine Regentour. Unbegreiflich wie so viel Wasser vom Himmel fallen kann. Ohne Pause. Dazu LKWs ohne Ende, die dem Wasser von oben noch das Wasser von unten hinzufügen. AN.STRENG.END.

Aber am Ziel, auch hier wieder Schnee auf den Bergen, hat der Regen ein Einsehen und wir können uns auf dem Platz einrichten. Der Check-In mit „Camping Parc“ gestaltet sich etwas tricky, aber mit einem netten Telefonat mit den Betreibern der Kette wurde die Karte aktiviert und wir konnten uns im letzten Abendlicht auf dem Platz direkt an der Saône einrichten.

Villefranche-sur-Saône – Foto:h|b

Morgen werden wir – nach sechs Tagen Fahrt – sowohl das Meer, als auch – hoffentlich – die Sonne bei Sète in Südfrankreich sehen. Zwar noch bei frischen Temperaturen, aber das lässt sich aushalten, wenn die Sonne die Glückshormone freisetzt.

Betreutes Wohnen

Sonnenuntergang auf der Autobahn

Jetzt sind wir seit Freitag unterwegs, aber noch bewegen wir uns auf vetrauten Wegen. Wir klappern Verwandte, Freunde und Kinder ab und bekommen so regelmäßig Essen, Schlafplätze, Frühstück, fast wie im Hotel, oder eben im betreuten Wohnen. Ab morgen geht es dann wirklich los. Danach müssen wir selbst schauen wie wir zurecht kommen. Das wird hart. Ganz allein auf uns gestellt. Oje. … Just kidding, ist ja nicht wirklich neu für uns. Wir waren ja schön öfter unterwegs, teilweise 7000 km geschrubbt, da ist die jetzige Tour ja Kindergeburtstag. Außer dass wir diesmal länger unterwegs sein werden. Vier Monate. Das ist das einzige Neue. Aber in der Sonne an Spaniens Küsten lässt sich das vermutlich gut aushalten. Noch müssen wir uns aber mit Regen, Schnee und Eiseskälte rumschlagen. Nordeuropa ist fest im Griff des aktuellen Tiefs „Andreas“, was in großen Teilen auch Schnee bringt.