Nachtjäger

Die Waldohreule hat mit einer Körperlänge von etwa 36 cm und einer Spannweite von 95 cm etwa die Größe eines Waldkauzes.

Der Waldkauz, ein kleiner Eulenvogel, ist der Vogel des Jahres 2017 und löst damit den Stieglitz ab. Seit 1971 küren Nabu und LBV eine Art zum Vogel des Jahres, um auf die Bedrohung von Tieren und Natur aufmerksam zu machen. Mit der Wahl des Waldkauzes soll für den Erhalt alter Bäume mit Höhlen im Wald oder in Parks geworben werden.

Da ich grad keinen Waldkauz zur Hand hatte, habe ich auf eine Waldohreule zurückgegriffen, die ich im Frühling in Zingst vor die Linse bekam. Immerhin hat die Waldohreule mit einer Körperlänge von etwa 36 cm und einer Spannweite von 95 cm etwa die Größe eines Waldkauzes.

Foto: OM-D E-M5 / 150mm / 1/640 / f5.6 / ISO 200

Strohballen

Strohballen auf abgeerntetem Feld

Im goldenen Herbst wenn die Getreidefelder abgeerntet sind, bieten sich für Fotografen schöne Perspektiven mit den wie hingeworfen verstreut liegenden Strohrollen. Aus meiner Jugend kenne ich das noch in klein und viereckig. Es wurde oben aus einer Maschine ausgeworfen, die vorne das vom Mähdrescher übrig gelassene Stroh „einsaugte“. Meist war hinten noch ein Wagen dran, wo die Helfer die herabfallenden Ballen sofort stapelten. War der Wagen voll, ging es zurück zum Hof. Heute liegen die großen Strohballen noch lange auf den Feldern und werden dort zu Depots gestapelt. Abgeholt werden sie sicher auch irgendwann, da die Felder ja wieder bearbeitet werden müssen.

Strohrollendepot - Foto: h|b
Strohrollendepot – Foto: h|b

 

Selfie mit Herz

Wenn die Schatten – wie in diesen Tagen – wieder länger werden, macht es Spass ein wenig damit zu spielen. So wie früher mit der Lampe vor der weißen Wand. Die ursprüngliche Art der Lichtmalerei, oder besser der Schattenspielerei. Dieses Foto ist in Frankreich entstanden, in der Nähe der Brücke von Millau.

Mittelpunkt der Erde

Als die ersten Menschen vor rund 60.000 Jahren Afrika in Richtung Europa verließen, begann in einer riesigen Höhle in Frankreich ein Stalagmit zu wachsen. Ganz gemählich, ein paar Zentimeter pro Jahrhundert. Nur nicht hetzen lassen. Zeit ist relativ. Vor allen Dingen für die Natur. Die erschuf in diesen sechzig Jahrtausenden das, vor dem wir heute staunend stehen. 30 Meter hoch ist der höchste der etwa 400 Tellerstapelstalagmiten, eine besondere Art der Stalagmiten, heute und er braucht noch weitere 20.000 Jahre, um die Decke der rund 45 Meter hohen und etwa 60 Meter breiten Tropfsteinhöhle „Aven Armand“ zu erreichen.

Mit Jules Verne und seiner Geschichte von der „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ beginnt unsere Führung durch die riesige Höhle. In immer neuen Farben präsentiert sich der „Forêt Vierge“ der „unberührbare Wald“ mit seinen wunderlichen Stalagmiten, die manchmal wie Bäume aussehen, oder wie ein großer Schichtkuchen, ein andersmal wie Medusen aus der Wand herausragen, ein fantastisches Szenario. Erschlossen wurde die Höhle 1897 vom Schlosser Louis Armand über einen oberirdischen Schacht auf der Hochebene Méjean in den Midi-Pyrénées. Heute fährt man bequem mit einer Standseilbahn 60 Meter hinab in die Höhle, wo die 45-minütige Tour beginnt. Wer dort einmal vorbeikommt, sollte sich dieses Wunder nicht entgehen lassen.

Carcassonne

Da wir spät dran sind – wir mussten unser Gefährt noch bei guten Fuhrleuten unterstellen – ist der Weg weitgehend frei von Marketendern, Pilgern und Bettlern die mit uns in die mittelalterliche Stadt Carcassonne strömen. Die Wache, die in der mittäglichen Sonne an der „Port d’Aude“ schwitzt, lässt uns problemlos passieren. Wir wenden uns über die „Rue de la Porte d’Aude“ dem Marktplatz zu und sind erstaunt über die vielen kleinen Kaschemmen und Marketendereien. Viel Tinnef und Tand zur Erbauung der Besucher wird hier angeboten. Gaukler und Taschendiebe sind  unterwegs, lassen uns aber in Ruhe.

Tuchmacher, Töpfereien und Kunsthandwerker bieten ebenfalls ihre Waren feil. Wir bestaunen das bunte Treiben in der kleinen Stadt, kaufen regionale Wurstwaren, trinken für vier Sous zwei Kaffee in einer kleinen Pinte und spenden zum Abschluss in der „Basilika St-Nazaire“ zwei Kerzen für einen Livre zu unserer seelischen Erbauung. Da wir das quirlige Stadtleben nicht so gewohnt sind, begeben wir uns nun über die alte Brücke und die „Bastide St. Louis“ zurück zu unserem Gespann und lassen das Erlebte bei einem Vin und einem Bière nachwirken.

Gelbe Engel

Nach zwei Tagen Zwangsrast im spanischen Bera, sind wir heute in Lourdes angekommen und haben gleich erstmal eine Kerze gestiftet.

Was ist passiert? Auf unserer Frankreichtour hat am Montagmittag unser Wohnmobil auf einer kleinen Passhöhe in den spanischen Pyrenäen mit einem „Schepper, Dengel, Örks“ seinen Willen zur Weiterfahrt verweigert. Mein kurzer, unfachmännischer Blick in den Motorraum zeigt eine locker, pendelnde Schwungscheibe, die nur noch von den Keilriemen gehalten wird. An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken.  Weiterlesen „Gelbe Engel“

Fantastillionen Sandkörner

Sand, nichts als Sand, soweit das Auge reicht. Ab und an glaubt man in der flimmernden Hitze Kamele über den Kamm ziehen zu sehen, aber dann sind es doch nur einsame Gestalten, langsam ausschreitend auf der Suche nach der nächsten Oase.

Okay, das war jetzt leicht übertrieben, aber mit 135 Hektar Fläche, geschätzten 60 Millionen Kubikmetern Sand, fast drei Kilometern Länge und einer Höhe von 120 Metern ist sie schon ein imposanter Sandhaufen, die „Dune du Pyla“ in der Bucht von Arcachon. Von der Meerseite steigt sie relativ leicht an, zum Wald hingegen fällt sie mit 40% extrem steil ab. Durch die Thermik ist sie auch ein Eldorado für Paraglider.

Paraglider im Sonnenuntergang - Foto: h|b
Paraglider im Sonnenuntergang – Foto: h|b

Sonneninsel

Sonnenuntergang

Fünf Meter unter uns brandet der Atlantik direkt an das Ufer unseres Campingplatzes. Der blaue Himmel spannt sich weit bis zur Ile de Oleron, die wir von unserem Ausguck sehen können. Wir stehen in „St. Marie de Mer“ auf der Insel „Ile de Re“ direkt vor La Rochelle. Gestern haben wir die Insel mit dem Fahrrad umrundet – sehr tolle Radwege hier – und heute waren wir in La Rochelle, auch mit dem Rad. Fast hundert Kilometer in zwei Tagen. Sind selbst über uns erstaunt. Morgen geht es weiter die Küste entlang, zur „Dune de Pyla“, der höchste Wanderdüne Europas.

Blick auf das Meer
Room with a view

Reine Muskelkraft

Es gibt sie ja noch, die kleinen Überraschungen abseits der großen Metropolen. Auf unserer Fahrradtour von Beeskow zum Schwielochsee treffen wir auf eine ganze besondere Fähre in Leißnitz. Klein und mit Fährmann. Kein Motor, reiner Handbetrieb. Sie ist die einzige Handseilzugfähre im Land Brandenburg und verbindet den Friedländer Ortsteil Leißnitz mit dem Taucher Ortsteil Ranzig

Ein Stahlseil zieht sich quer durch die Spree und wird auf Rollen über die Reling der kleinen Fähre geführt. Der Fährmann hat einen speziellen Greifer, mit dem er das Seil an der einen Seite kurz „klammert“, dann bis zum anderen Ende läuft, die Klammer löst und das Spiel von vorn beginnt. Ein ganz schöner Kraftakt. Ich hatte eigentlich erwartet, dass des Fährmanns Arm aussieht wie der von Popeye, aber nichts dergleichen. Für läppische 2€ bringt einen die Fähre inkl. Fahrrad über die Spree und spart so einen Umweg von 16 Kilometer.

Drei Farben Grün

Idyllisch liegt das kleine hellgrüne Ruderboot am Ufer der Spree in Beeskow und ruht sich aus. Den ganzen Tag unterwegs, um vielleicht seinem Besitzer das erhoffte Anglerglück zu ermöglichen, genießt es den Schutz der ausladenden, grünen Bäume, die sich wiederum dunkelgrün im Wasser spiegeln.