Die Wellenbrecher in Warnemünde sind ein beliebtes Motiv für Fotografen, erst recht, wenn Wagemutige auf den Holzpfosten balancieren. Im Sommer sorgen sie dafür, dass die Dünung, von Brandung kann man ja in Warnemünde nicht so recht reden, nicht über die Strenge schlägt. Dem kleinen Charlie war es auch etwas umheimlich, so dass ich ihn schnell wieder in meiner Tasche habe verschwinden lassen.
Saisonauftakt
Unser erster Weg nach dem Andocken unseres Wohnmobils in Warnemünde ist das Abklatschen des grünen Leuchtturms am Ende der Mole. „Wir sind wieder da und haben vor zurückzukommen“. Aberglaube. Aber von der guten Sorte. Bis jetzt hat es tadellos funktioniert.
Das Wetter hielt am Wochenende nicht ganz was die App versprochen hatte, aber Wolken sind ja gut für die dramatische Wirkung von Fotos. Verstärkt durch den „Dramatic Tone“ des Artfilters der Kamera erst recht. Jetzt sitzen wir wieder zu Hause und haben Jetlag, aber nicht durch die lange Reise, sondern die bescheuerte Uhrzeitumstellung die niemand braucht.
Nightfall
Die große Leere

Mit lautem Röhren dreht ein aufgemotzter Brandenburger Pseudorennwagen seine Runden auf den leeren Straßen am künftigen Flughafen BER, nur ab und an ausgebremst durch einen der Busse die – warum auch immer – planmäßig hier vorbeikommen. Wir haben letzten Samstag die Gelegenheit genutzt unser Wohnmobil mal wieder ein wenig zu bewegen und statt mit S-Bahn und Bus sind wir mit dem Auto zum Aussichtsturm am BER gefahren. Direkt am Turm haben wir auch einen Parkplatz bekommen und einer völlig überraschten Frau 2 Tickets zum Ersteigen desselben abgekauft. Sie ruft uns noch hinterher, dass wenn wir Fragen hätten und so ….. Haben wir aber nicht.

Für Planespotter ist das aktuell ja eher frustierend. Die Start- und Landefrequenzen der am Schönefelder Flughafen stationierten Airlines sind zur Mittagszeit eher spärlich zu nennen. Sind eben auch überwiegend nur Ferienflieger, die Airlines der Lufthansa, Air Berlin und wie sie alle heissen, fliegen halt auf Tegel. Nach fünfzehn Minuten auf dem windigen Turm haben wir uns wieder vom Acker gemacht. Noch einen kurzen Fotostopp vor dem Haupteingang eingelegt, wo sich Skater und Fotografen die große Leere teilen, das sollte reichen für die nächsten 1000 Tage. Ein Rudel streunende Wölfe oder vorbeirollende Steppenläufer hätten uns jetzt auch nicht wirklich gewundert. Faszinierend.
Cap Fréhel – Polaroid Series #21
„Fotografen fotografieren Fotografen“ ist eine beliebte Sportart bei manchen Fotografen. Es ist ja auch oft skurril, welche Verrenkungen gemacht werden, um das Motiv auf den Sensor zu bannen. In diesem Fall sind es allerdings keine „Boatspotter“ und eigentlich auch gar keine Fotografen, sondern Vogelbeobachter. Am Cap Fréhel in der Bretagne steht ein Vogelfelsen direkt neben der Klippe mitten in der Brandung. Krähenscharben und Silbermöwen nisten dort unter anderem und lassen sich mit entsprechendem Equipment gut beobachten. Ich hab jedoch lieber die Beobachter beobachtet.
Strandspaziergang – Puddle #6
Puddle #5
In Ermangelung von Regen während unseres Urlaubs – was natürlich grundsätzlich mehr als in Ordnung ist – heute mal eine regelmäßig entstehende Wasseransammlung am Strand als Pfützenersatz. Die Ostsee schwappt während der „Flut“ über und danach bleibt ein Wasserrest in der Kuhle über, bis er vom Sand aufgesogen wird oder der Wind ihn austrocknet. Im „Spiegel“ sieht man unser Hotel mit angeschlossenem SPA. Seeehr gemütlich und erholsam hier.
Mein kleiner, grüner Fernbus
Statt mit dem Zug haben wir diesmal beschlossen mit dem Bus an die Ostsee zu fahren. Bei unseren Ostseetörns mit dem Wohnmobil kommen uns die grünen Busse in regelmäßigen Abständen auf der Autobahn entgegen. Warnemünde ist von Berlin aus ein gern angefahrenes Ziel. Also lassen wir die Bahn mal außen vor und buchen für 22,- Euro für zwei Personen die Fahrt von Berlin nach Warnemünde. Der Preis ist so günstig, da ist vermutlich der zu versteuernde geldwerte Vorteil der Freifahrt noch teurer. Verglichen mit Normalzahlern sowieso ein echter Spottpreis. Mal sehen, wie lange sich die Betreiber das leisten können. Weiterlesen „Mein kleiner, grüner Fernbus“
Spiegelsee

Seit ich ein neues iPhone habe, hat sich mal wieder mein Umgang mit der Fotografie geändert. Irgendwie gibt es solche Phasen. Bereits früher, als intensiver Nutzer von Instagram, fand ich die schnellen, quadratischen Schnappschüsse interessanter, als ein RAW- Foto. Hat sicher auch damit zu tun, dass die Verbreitung dieser Bilder in sozialen Medien viel schneller vonstatten geht und der Workflow komplett mit dem iPhone durchgeführt werden kann.
Das bedeutet nicht, dass ich weniger Wert auf das zu fotografierende Objekt lege, oder – wie in diesem Bild – die Stimmung missachte. Die Fotos sollen auch weiterhin ansprechend sein, aber eben auch den Charme des „nicht ganz Perfekten“ ausstrahlen. Dabei hilft die App „Camera+“. Diese kann Bilder um bestimmte Farbstimmungen und Rahmen ergänzen.
Das vorliegende Foto entstand in den Abendstunden an einem kleinen See in Okriftel. Die untergehende Sonne spiegelt sich im See, unten sind die Bäume zu sehen. Das gemachte Foto hatte natürlich die Bäume oben, aber ich wollte es so wirken lassen, als sei die Spiegelung im See, der echte Nachthimmel. Daher musste ich das Foto spiegeln. Voila 😉
Kiezkalender #22

In unserem Bretagne- und Normandieurlaub dieses Jahr haben wir eine bretonische Leckerei kennengelernt, die wir bis dato nicht kannten: Galette. Ist wie Crepes, nur halt nich süß. Statt Weißmehl nimmt man Buchweizen und statt Nutella, alles was man so an herzhaften Sachen da hat. Schinken, Pilze, Spiegelei, Jakobsmuscheln, what ever. Ersetzt ein ganzes Mittagessen.
Zurück in Berlin haben wir mal geschaut, ob es möglich ist, den kulinarischen Urlaub zu verlängern und siehe da, bei einem unserer Kiezspaziergänge treffen wir doch glatt auf das Café Melt in der Grünberger Strasse 40. Klein, kuschelig, „une piece de la France à Berlin“. Das ausgewählte Galette zauberte den herrlichen Urlaub kurz zurück. Allerdings nicht vergleichbar mit einem Galette auf der Terrasse in St. Malo. Aber das ist eh klar.





