Bella Sicilia

Palermo auf Sizilien mit schneebedeckten Bergen

Heute sind wir auf unserer Mittelmeer-Kreuzfahrt mit der Norwegian Epic am südlichsten Punkt unserer Reise angekommen, in Palermo auf Sizilien. Die gestrige Überfahrt von Sardinien nach Sizilien war etwas…. mmhhhh, turbulent. Die Schiffsplanken haben ganz schön geschwankt und uns war auch leicht blümerant um die Nase.

Ich hatte ja gehofft in Palermo bereits unter blühenden Palmen die wärmende Frühlingssonne genießen zu können, stattdessen habe ich mir bei H&M erstmal eine Daunenjacke gekauft. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, ist auch hier Winter. Im Gegensatz zu Berlin liegt aber in Palermo selbst kein Schnee und wenn die Sonne scheint und man ein windstilles Plätzchen gefunden, dann, ja dann liegt durchaus ein Hauch von Frühling in der Luft.

Mitfahrgelegenheit

Ein Spatz sitzt auf einer Fahrradklingel

So ein kleiner Spatz will wahrscheinlich auch nicht so einfach den ganzen Tag durch die Gegend fliegen, sondern auch mal mitgenommen werden. Mit ihm stürzte sich gleich ein ganzer Schwarm auf mein Fahrrad, als ich im Frühherbst unterwegs zur Ostspitze des Darß war und eine kleine Pause einlegte. Bis ich die Kamera so weit hatte, blieb nur noch einer übrig, aber auch der zog es nach dem Fototermin vor, lieber wieder selbst zu fliegen, statt sich von mir fahren zu lassen. Schade eigentlich, hätte nichts gegen ein bißchen Gesellschaft gehabt.

[Olympus E-M5, 150mm, ISO 500, 1/320, f5.6]

Entscheidungsfreiheit

Ein "Liebesschloss" an der Zingster Seebrücke

Normalerweise hängen ja die Brücken voll mit Vorhangschlössern auf denen die ewige Liebe prognostiziert wird. Das krasseste Beispiel ist da wohl die Hohenzollernbrücke in Köln, an der tausende dieser Schlösser hängen. Auch in Warnemünde musste man bereits bei der Brückenrenovierung am alten Strom die Schlösser entfernen, da die Konstruktion sehr überlastet war.

Ein neuer und erstaunlicher Trend scheint indessen zu sein, auch seine erfolgreiche Scheidung per Schloss zu demonstrieren und zu besiegeln. Hier gesehen an der Seebrücke auf Zingst, aber auch andernorts bereits gesichtet.

Transparent

Kleinkind von unten in transparenter Höhle

Auf dem Olympus Playground in München – den wir im September besucht haben – gab es eine interessante Installation. Das Künstlerkollektiv „Numen for use“ erschuf mit transparentem Klebeband ein riesiges Labyrinth aus Tunneln und Räumen, das aus der Ferne wie eine riesige Insektenhöhle wirkte, die teils aufrecht und teils auf allen Vieren kriechend entdeckt werden konnte.

Trotz des filigranen Aussehens konnte man ohne Probleme mit mehreren Personen darin herumkrabbeln, posen, fotografieren, ohne das Kunstwerk damit in Bedrängnis zu bringen. Von außen waren die Personen nur schemenhaft, wie eingefroren in einem großen Eisblock, zu erkennen. Konserviert für die Ewigkeit. Faszinierend.

Monotonie

Wellenbrecher in Zingst

Es ist wie es ist,
sagt man sich, doch wagt man nicht,
sich zu fragen wie es wär‘,
einen anderen Blickwinkel zu haben.

Stoisch, Tag ein und Tag aus
lebt man so hin, wo bleibt denn der Sinn
sich nicht zu fragen:
Wo kommt sie her, die Monotonie?

Ist es egal, so ganz egal
wenn irgendetwas anders wär‘?
Was Neues muss her! Was Altes bleibt weg!
Und die Monotonie fällt gänzlich raus.

Carina Dreißig

Lichtmalerei auf Zingst

Der Zingster Bodden als Farbspielerei

Ganz Zingst besteht eigentlich nur noch aus Fotografie. Ob Open-Air Galerie, oder Galerie im Kunsthotel, überall Bilder namhafter Naturfotografen. Aber auch viele Nachwuchstalente stellen aus, insgesamt eine sehr fruchtbare Atmosphäre, die anregt selbst auch Kunst zu generieren.

Mit dem Fahrrad ist man nach rund 20 Kilometern am Zingster Bodden und genießt den Blick über Strandhafer, Salzwiesen, Brackwasser und wenn man die Augen zusammenkneift, sieht es in etwa so aus wie auf meinem Bild.

Um das Abstrakte nun zu simulieren, stelle ich die Kamera auf eine hohe Blende (f22) und bekomme so eine Belichtungszeit die es mir ermöglicht die Kamera zu „ziehen“ (1/40). Nicht vegressen den IS auszuschalten, da er sonst versucht die Bewegung zu eliminieren. Ein paar Versuche braucht es, dann ist die Lichtmalerei im Kasten und passt ausgedruckt wundervoll an die heimische Wand.

Sympathieträger

Rotkehlchen auf einem Ast

Während in Berlin heute mehr als 100.000 Menschen gegen TTIP protestieren und wir uns langsam von dem Schrecken erholen, dass heute Nacht mitten im Wohngebiet unser Wohnmobil aufgebrochen und als Nachtlager benutzt wurde, suche ich im Bestand meiner Urlaubsfotos mal nach etwas Beruhigendem und bin bei einem kleinen, unerschrockenen Rotkehlchen gelandet.

Seine Bekanntschaft habe ich in diesem Jahr am Hallstatter See gemacht. Auf dem Campingplatz in Obertraun-Winkl, wo wir 3 Tage Rast auf unserer Österreichtour eingelegt haben, hatte ich endlich mal die Muße und die Möglichkeit kleine Piepmätze zu fotografieren. Jeden Abend tobten die drei Geschwister über den Platz und hatten auch keine Scheu, ganz nah zu mir zu kommen. Wenn ich mich still verhielt. So konnte ich mit dem 40-150mm und meiner OM-D – trotz Fluchtdistanz – die Bande nach und nach formatfüllend auf den Speicher bekommen.

Der Flug der Kraniche

Ein Schwarm Kraniche gegen einen Sonnenuntergangshimmel

Gegen halb sechs steht die „River Star“, ein Original Mississippi Schaufelraddampfernachbau, ruhig am Ende des Zingster Boddens, unmittelbar neben der Meininger Brücke. Die ist gerade geöffnet und lässt ein paar Segler durch. Doch die Passagiere haben dafür kein Auge, die sind alle Richtung Süden gerichtet. Von dort sollen sie gleich kommen, die Kraniche. Weiterlesen „Der Flug der Kraniche“

Meeresrauschen

Charlie Brown auf einem Wellenbrecher an der Ostsee

Moin, Moin, jetzt waren wir doch erst drei Wochen in den Bergen unterwegs, haben uns die Welt mal aus 3.250 Meter Höhe angeschaut, nur um eine Woche später auf 0 Meter über Normal Null wieder aufs Meer zu schauen. Wir genießen den Ausblick natürlich in Warnemünde, the Place to be. Für uns.

Irgendwie sind wir nicht so die Bergfexe. Die Sicht reicht nur bis zum nächsten Berg, um mehr Überblick zu bekommen muss man erst hoch hinaus, danach dann wieder runter. Auch um von a nach b zu kommen, kurbelt man meist erst kleine Sträßchen hoch, nur um auf der anderen Seite wieder hinunter zu fahren bis die Bremsscheiben glühen.

Da ist der weite Blick, hinaus übers Meer, die Gedanken träumen sich in ferne Länder, doch eher unser Ding. Also eher Strandläufer als Bergfexe. Noch dazu, wenn der Traumstand nur einen Katzensprung von zu Hause entfernt ist. Meer ist eben doch mehr.