Cap Fréhel

Der Leuchtturm am Cap Fréhel
Der Leuchtturm und die Klippen am Cap Fréhel in der Abendsonne – Foto: h|b

Heute haben wir die „Perle der Smaragdküste“ erreicht, das Cap Fréhel. Gestern waren wir noch an der „Cotê de Granite Rose“. Damit nähert sich unsere Tour durch die Bretagne langsam dem Ende und die Normandie wartet auf uns. Morgen besichtigen wir die Stadt der Freibeuter „St-Malo“, und dann steht einer der Höhepunkte der Tour an, der Besuch von Mont-St-Michel.

Côte des Abers

Der „Aber Wrac’h“ in der Bretagne – Foto: h|b
Heute sind wir die Küste der Widersprüche entlanggefahren. „Abers“, das keltische Wort für Flussmündung, entstanden am Ende der letzten Eiszeit durch abschmelzende Gletscher. Drei von ihnen haben wir heute überquert. Den „Aber Ildut“, den „Aber Benoît“ und den „Aber Wrac’h“. Je nach Tide sind sie mehr oder weniger gefüllt und ziehen sich vom Meer weit ins Landesinnere. Zwischendurch sind wir immer wieder mal zur Küste gefahren, um einen weiteren Leuchtturm zu „erlegen“. Die Sammlung wächst unaufhörlich. Und Einer ist schöner als der Andere. Langsam nähern wir uns dem Ende der Bretagne und steuern auf die Normandie zu. Morgen geht es aber erstmal die „Côte de Granit Rose“ entlang. Bonne nuit.

Pointe de St-Mathieu

Leuchtturm an der bretonischen Atlantikküste
Der Leuchtturm am „Pointe de St-Mathieu“ – Foto: h|b

Heute gehen wir auf Leuchtturmfang entlang der Küste. Vom „Pointe du Raz“, dessen Leuchtturm bereits gestern abgehakt wurde, über den „Pointe du Van“, der statt Leuchtturm eine kleine Kirche hoch über den Klippen sein Eigen nennt, vorbei am „Pointe du Millier“, dessen Leuchtturm kaum als solcher zu erkennen ist, zu unserem Tagesziel dem „Pointe de St-Mathieu“. Hier finden wir nun endlich den klassischen rot-weißen, schlanken Leuchtturm. So muss ein Leuchtturm aussehen. Perfekt.

Drumherum mäandert eine alte Klosteranlage mit einer pittoresken Kirche und einem Portal aus dem 16. Jahrhundert. Früher was es Teil der riesigen Kirche, heute steht es allein zwischen den übriggebliebenen Gebäuden, hat aber nichts von seiner Wucht eingebüßt. Rund um den Leuchtturm ein herrliches Ensemble von Klippen auf die der Atlantik einpeitscht. Also wenn Flut ist und auch die Wellen entsprechend an Land rollen. Heute ist – wie bereits die ganzen Tage – der Atlantik eher ein sanftes Kätzchen. Nicht zu vergleichen mit den Stürmen die hier noch vor rund acht Wochen getobt haben müssen.

Morgen beginnt die letzte Etappe entlang der bretonischen Küste, die uns bis zum kommenden Montag zum Mont St. Michel bringen wird. Bis dahin hoffen wir noch ein paar Leuchttürme einzufangen, einer davon sogar der höchste Frankreichs. Bon Voyage, oder wie die Franzosen zu sagen pflegen.

Pointe du Raz

Pointe du Raz

Heute auf unserer Tour den westlichsten Punkt von Frankreich erreicht, den „Pointe du Raz“ im Département Finistère in der Bretagne. Der vorgelagerte Leuchtturm links der Felsen im Sonnenuntergang.

Alignments du Ménec

Menhire in Carnac

1099 große Steine, in mehreren Reihen ausgerichtet, umfasst das größte der drei Steinfelder in Carnac. An diesem Ort befindet sich die bekannteste prähistorische Stätte der Bretagne, mit insgesamt über 3000 Menhiren. Sie entstand in den Jahren 4500 bis 2500 vor Christus, als die steinzeitlichen Sammler und Jäger sesshaft wurden. Anstelle der sonst üblichen Steinkreise sind hier die Steine in langen Reihen aufgestellt. Die größten Blöcke von Carnac wiegen dabei mehrere Tonnen. Die Menschen transportierten sie von weit entfernten Steinbrüchen hier her, lange vor der Erfindung des Rads. Warum?

Erklärungsversuche gibt es einige: Fruchtbarkeitskult, himmlische Chronometer – die Reihen sind entlang der Ost-Westachse ausgerichte – Landeplatz für Außerirdische, oder einfach Versammlungsorte? Eigentlich hat man nicht die blasseste Ahnung. So lässt man die Steine am Besten auf sich wirken und denkt sich 6000 Jahre zurück in die Vergangenheit. Als die Menschen sesshaft wurden und beschlossen zu unserem Vergnügen Steine aufzustellen. Nach dem Motto: Viel Spaß, macht euch mal schön Gedanken. Wir fanden es einfach lustig. Vielleicht war es so, wer weiß.

L’Herbaudiere Noirmoutiere-en-I’Ile

Die Atlantikküste auf der Insel Noirmoutier
Die Atlantikküste auf der Insel Noirmoutier – Foto: h|b

Am Donnerstag sind wir am fast östlichsten Punkt Deutschlands aufgebrochen, um heute nach rund 1800 Kilometern am fast westlichsten Punkt Frankreichs, in L’Herbaudiere, an der Atlantikküste zu stehen und uns am Sonnenuntergang zu erfreuen. Zum letzten Bericht, ein Kontrastprogramm wie es stärker nicht sein könnte. Weg von den deprimierenden Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs an der Meusse, weit hinüber ans friedliche Meer, dessen Wellen unter uns leicht an den Strand schlagen. 

Hier legen wir eine Pause ein, um dann von hier aus unsere Bretagne- und Normandietour zu starten. Dort werden wir spätestens in der übernächsten Woche wieder daran erinnert, dass das Meer auch unfriedlich sein kann. Wir erreichen dann die Strände Utah-, Omaha-, Gold-, Juno- und Sword Beach, so benannt in der „Operation Overlord“. Am 6. Juni 2014 jährt sich die Landung der Alliierten an der Normandie zum 70sten Mal. Große Feierlichkeiten stehen an. Wir werden aber erst danach die Strände erreichen, auf denen tausende Soldaten ihr Leben verloren haben, um Europa vom Irrsinn des „tausendjährigen Reichs“ zu befreien. Damit wir heute hierherfahren und friedlich mit allen Nationen gemeinsam ein Glas Wein trinken können. In diesem Sinne: Santé.

Ville de Verdun

20140530-221029-79829795.jpg
Kriegerdenkmal „Aux Enfants de Verdun“

Sind heute in einem Parforceritt über die französische Grenze direkt nach Verdun vorgestoßen. Die Résistance in Metz haben wir großzügig – mit einer kleinen Mautzahlung – umgangen, so dass wir am Nachmittag an der „Confisserie Braquier“ unser Quartier beziehen konnten. Chapeau. Wir haben uns gleich mit Proviant eingedeckt, den berühmten Schokoladendragees und Bonbons mit der Geschmacksrichtung „Fleur de Rose“. Schmecken etwas nach Parfüm. Die Erkundung der Stadt führte uns zu den diversen Denkmälern zu Ehren der kämpfenden Truppen, der Festung und der über der Stadt wachenden Kathedrale „Notre Dame“. Nebenan im „Palais de Paix“ hängen allen Ernstes großformatige Bilder der Berliner Mauer. Ick gloob, ick spinne. Schön dass Europa inzwischen geeint ist, und wir Orte besuchen, statt zu zerstören. Morgen besichtigen wir die Schlachtfelder von Verdun mit dem Beinhaus, in dem die Gebeine von rund 130.000 unbekannten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt werden. Ein Monument des Schreckens und des Besinnens. In diesem Sinne ein nachdenkliches „Bonne nuit“ aus dem Nachbarland.

Frühjahrsputz

Fertigmachen für das Rampenlicht - Foto: h|bGlänzt wie ne Speckschwarte – Foto: h|b

Jetzt geht es bald wieder los, unsere Wohnmobilsaison ist offiziell eröffnet. Wir waren zwar schon einmal in Warnemünde diesen Frühling, aber jetzt kommen die doppelten Feiertage und dann die große Frankreichtour in die Bretagne und die Normandie im Mai und Juni. Rund um den D-Day werden wir Omaha- Utah-, Juno-Beach und wie sie alle heissen einen Besuch abstatten. Dafür soll unsere „Bergziege“ schön glänzen und außerdem muss der Winterdreck runter, auch wenn er in diesem Jahr kaum der Rede wert ist. Dabei hilft die netteste LKW-Waschanlage Berlins am Großmarkt in der Beusselstrasse. Für 20 Euro, bekommt man eine Tip-Top Hand- plus Machinenwäsche und obendrauf noch eine heisse Knackwurst plus Kaffee. Wir sind startklar.

Herbstblues

20121001-204052.jpg
Künstlerische Aufwertung eines Bunkers am Hafen von Calais – Foto: h|b

Auf dem Parkplatz am Hafen von Calais dominieren die Wohnmobile mit den gelben Nummernschildern und dem Lenkrad auf der falschen Seite. Dazwischen vereinzelt Holländer, Belgier, Franzosen und ein paar Deutsche. Die Fähren fahren hier – im Gegensatz zu Warnemünde – eine hohe Frequenz. Fast immer fährt eine der Fähren gerade raus oder eine andere kommt herein. Ein reger Pendelverkehr zwischen den nur 36 km auseinander liegenden Küsten Frankreichs und England.

Weiterlesen „Herbstblues“

Ein Tag am Meer

20120930-195038.jpg
Boulogne sur mer an der französischen Opalküste – Foto: h|b

Den heutigen Tag verbringen wir in Boulogne sur mer. Nach dem Frühstück müssen wir aber erst warten, bis der örtliche Wohnmobil-Abrechnungsbeauftragte auftaucht. Nach der vergeblichen Suche nach Parkautomaten gestern, bekamen wir den Hinweis von unseren französischen „Nachbarn“. Der kommt gegen 10 Uhr und für 5,20€ dürfen wir heute hier stehen bleiben. Ein echtes Schnäppchen. Man kann auch nicht für zwei Nächte, oder so, buchen, morgen früh kommt er wieder.

Als das geklärt ist, machen wir uns auf den Weg in die „Centre Ville“, allerdings mit einem kleinen Umweg. Wir gehen zuerst Richtung Norden, oberhalb der Klippen entlang, bis zu einer ehemaligen Festung oder Hafenanlage. Vorbei an deutschen Bunkerresten, die hier wohl noch die nächsten 100 Jahre überdauern werden, kraxeln wir dann durch die Ruine nach unten, bis wir auf Strandniveau sind. Der Erbauer der Anlage lässt sich nicht ganz eingrenzen, es ist jedenfalls nicht dieses typisch deutsche Stahlbeton, eher was einheimisches, vielleicht. Mal recherchieren.

Weiterlesen „Ein Tag am Meer“