Schneefrei

Vor einem Jahr brach der Winter Ende März noch mal über Berlin herein - Foto: h|b

So sollte es Ende März aussehen - Foto: h|b

Grad mal ein Jahr ist es her, als der Winter Ende März noch mal kurz und heftig über Berlin hereinbrach. Als ich an diesen Morgen, dem 29. März 2013 aufwachte und aus dem Fenster auf den Comeniuspark schaute, traute ich meinen Augen nicht. Es schneite wie verrückt und draussen war alles weiß. Der Winter war zurück. Gottseidank bleiben wir diese Jahr von ähnlichen Wetterkapriolen verschont und konnten heute einen wunderschönen Frühlingstag im Tierpark Berlin genießen. So wie es sich für Ende März gehört.

Vorfrühlingsgruß

Frühlingsblumen am Schlachtensee- Foto: h|bFrühlingsblumen am Schlachtensee – Foto: h|b

Während im letzten Jahr Berlin noch unter einer meterdicken Eis- und Schneeschicht versank, so jedenfalls meine Erinnerung, erfreute uns das Wochenende mit frühlingshaftem Wetter und den entsprechenden Temperaturen. Wir haben es endlich mal wieder zum Schlachtensee geschafft und mussten uns den Rundweg mit Unmengen von Spaziergängern und Joggern teilen. Am Biergarten waren beide Ausgabestellen offen, aber die Schlangen waren trotzdem ellenlang. Bei Kaffee und Kuchen die Sonne genossen und einen kleine Frühlingsgruß fotografiert, den ich hiermit stellvertretend überreichen möchte. Dieser Berliner Winter, vorausgesetzt, dass war er wirklich, kann durchaus zur Gewohnheit werden.

Eis, Eis, Baby

Plattentektonik in der Spree vor dem Kanzleramt - Foto: h|bPlattentektonik in der Spree vor dem Kanzleramt – Foto: h|b

Heute Abend zeigte die Wetterfee in den Nachrichten auf einen dicken blauen Pfeil aus Richtung Osten, dessen Spitze exakt auf Berlin wies. Fazit: Die lange Unterhose bleibt weiter Bestandteil der wärmenden Bekleidung. Ohrenschützer und Schal unterstützen die Maßnahme. Es bleibt also kalt, der Winter macht das was der Winter halt so macht. Frieren und schneien. Muss einem nicht gefallen, ist aber so. Immerhin sind die Minusgrade nicht mehr zweistellig, wobei der „Chillfaktor“ durchaus in der Lage wäre so zu tun, als ob.

Bauernregel

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„Ist bis Dreikönigtag kein Winter, so kommt auch keiner mehr dahinter.“ So viel dazu. Erst blühen Weihnachten statt der Eisblumen fast die Krokusse und Silvester hätte es fast zum anbaden in der Ostsee gereicht, anschließend beginnt das neue Jahr mit einer Art Vorfrühling. Als auch am 6. Januar, diesem ominösen Dreikönigstag, von Winter keine Spur zu sehen ist, atmen alle auf. In diesem Jahr wird uns der Winter nicht so zusetzen wie im letzten Jahr. Allgemeines Aufatmen, gegenseitiges Schulterklopfen. Berlin, wir haben überlebt.

Bis vorgestern. Jetzt haben wir den Salat. Erst völlig spontanes und nie erwartetes Blitzeis, eine meteorologische Unverschämtheit sondergleichen, und dann fällt in der Nacht auch noch dieses weiße Zeug vom Himmel. Ein untrügliches Zeichen und der Beweis: Es ist wirklich WINTER. Also Winter ist eh, von der Jahreszeit her, aber muss man es denn sooo deutlich zeigen? Ein wenig mehr Zurückhaltung wäre in der Stadt durchaus angebracht. Großstädter sind nicht wirklich auf solche Unbillen eingestellt. Echt jetzt. Also, Winter, auf ein Wort: War nett mit dir, aber es reicht. Tschüssikowski.

Shuffle Mode

Fortbewegung wie auf rohen Eiern - Foto: h|bFortbewegung wie auf rohen Eiern – Foto: h|b

Heute morgen schreckt mich eine krächzende und scheppernde Lautsprecherstimme aus dem Straßenbahnnickerchen. Die BVG Leitstelle teilt mit, dass beim Aussteigen Vorsicht geboten sein, da es glatt sein könne. Mein ungläubiger Blick aus dem Fenster zeigt eine normale, leicht nasse Strasse. Es nieselt. Und genau das ist der Knackpunkt. Der Nieselregen trifft nämlich auf gefrorenen Boden. Das Ergebnis: Blitzeis.

Als ich am Nordbahnhof aussteige und probehalber ein wenig herumwutsche, merke ich es sofort. Glatt. Sehr glatt. Arschglatt. Alle Menschen um mich herum, bewegen sich spontan nur noch mit kleinen Trippelschritten vorwärts. Das kleine Kopfsteinpflaster ist in der Tat so rutschig wie Schmierseife. Wer weiß, wie viele jetzt ohne die Warnung bereits am Boden lägen. Also danke liebe BVG, auch wenn ich erst ein wenig genervt war. Ach ja, bis heute Abend zählte die Rettungsleitstelle in Berlin knapp 1000 Unfälle und Verletzte. Viele davon mit Prellungen und Brüchen.