Teenies und Touristen

Passanten auf einer Treppe mit Papiertüten von Primark

Wer ein T-Shirt für zwei Euro kauft, muss wissen, dass jemand anderes den Preis dafür bezahlen muss.“ – Hubertus Thiermeyer, Landesfachbereichsleiter Handel der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft in Bayern.

In Berlin am Alex sind die großen, braunen Tüten der irischen Bekleidungskette Primark inzwischen Teil des Stadtbildes wie Punker und Gaudihütten. Was früher die H&M Kunststofftüte war ist heute der große Papiersack. Meist gut gefüllt, mit allem was sich von der Stange für wenig Geld mitnehmen lässt. Sicher kein „Fair Trade“, sondern eher billig produziert in Bangladesh und anderswo.

Daher ist die bevorzugte Käuferschicht eher in der Taschengeldgeneration zu finden, neben Touristen, die hier nach modischen Schnäppchen für zu Hause suchen. So wie es aussieht ist der Kampf um die besten Stücke in den – meist – mehreren 1000qm großen Geschäften auch so anstrengend, dass man sich danach erstmal ausruhen muss.

Flaschensammler

Mann steckt in einem Loch in der Erde

Im ersten Moment war ich etwas verwirrt und dachte es wäre ein Tiefbaufacharbeiter. Behände öffnete er mit einem entsprechenden Schlüssel ein Klappe im Boden unweit vom Berliner Fernsehturm und steckte seinen Kopf hinein. Aber weit gefehlt, es handelt sich nur um eine weitere Stufe der Professionalisierung der Gilde der Berliner Flaschensammler. Das sie in Papierkörbe leuchten, mit extra angefertigten Zangen die Inhalte derselben durchsuchen, das kannte ich schon. Aber dass sie sogar Zugriff auf die unterirdischen Papierkörbe haben – von denen ich bis dato gar nicht wusste, dass es sie gibt – das war sogar für mich neu. Eine kreative Branche.

Strassenmusik

Strassenmusikant im Lustgarten in Berlin in schwarzweiss

Jetzt im Sommer sind sie wieder überall anzutreffen, die Straßenmusiker. Auf öffentlichen Plätzen, dort wo viel Publikum geht und steht, hoffen sie auf Anerkennung durch Applaus und vielleicht auch einen kleinen Obolus. Der Gitarrist im Lustgarten, die Akkordeonspielerin auf der Bodebrücke, oder die Band auf dem Alex. Alle zusammen bringen Berlin zum klingen. Danke dafür.

Wer zwei Tage am Stück Strassenmusik in Berlin hören möchte, sollte sich im Kalender den 28. und 29. August vormerken. An diesen beiden Tagen finden die „East Side Music Days“ statt.

[Olympus OM-D E-M5, 12-40/2.8 Pro, 40mm / f.2.8/ ISO 200]

Bankdirektor

Schlafender auf einer Parkbank

Ich hatte ja letztens bereits eine der Bänke auf dem Mittelstreifen der Warschauer Straße fotografiert, allerdings lagen dort seinerzeit nur noch die Anziehsachen des Bankbenutzers. Von ihm selber fehlte jede Spur.

Ob ich jetzt eines der Exemplare getroffen habe, die dort tatsächlich wohnen? Oder hat er sich wieder nur auf die Zeitreise vorbereitet und eine Stunde später hätte ich nur noch einen leeren Schlafsack und wieder einen Haufen Sachen gesehen? Sachdienliche Hinweise nehme ich gern entgegen.

Dafür oder dagegen?

Heute war das Zentrum von Berlin von allen Seiten umzingelt. Die Kumpels aus der Lausitz demonstrieren vor dem Kanzleramt für Braunkohle und damit gegen die Umweltziele der Bundesregierung. Rund 15.000 Demonstranten sind diese Ziele heute Schnuppe, schließlich geht es um Arbeitsplätze. Um ihre Arbeitsplätze und die Zukunft einer ganzen Region. Großer Beifall, wenn vom IG-BCE-Vorsitzenden Michael Vassiliadis ein Horrorszenario gemalt wird, dass die Lausitz in ein Revier von Hartz 4 Beziehern verwandelt.

Kumpel aus der Lausitz - Foto: h|b
Kumpel aus der Lausitz – Foto: h|b

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Kleiderbank

Als ich letzt die Warschauer Strasse auf dem Mittelstreifen herunterkomme, finde ich diese Ansammlung von Klamotten auf einer Bank vor. Meine Blicke nach unten und oben erfassen keine nackte Person, obwohl es nach den Sachen zu urteilen eine geben müsste. Oder habe ich hier vielleicht die Überreste eines Zeitreisenden gefunden, die ja bekanntlich nur ohne Kleider in die Zukunft oder Vergangenheit springen können? Sehr mysteriös das Ganze. Oder eben nur einfach …. Berlin.

Paddywalk

Ein Gruppenfoto der besonderen Art "Little Planet" - Foto: Patrick Ludolph
Ein Gruppenfoto der besonderen Art „Little Planet“ – Foto: Patrick Ludolph
Paddy, auch bekannt als Patrick Ludolph oder neunzehn72.de, kommt aus Hamburg nach Berlin. Wow! Und hat Bock und Zeit sich mit ein paar fotoverrückten Leuten zu treffen für einen „Klönschnack“ und einen kleinen Photowalk. Eine Einladung zum Meet&Greet in Facebook ist schnell erstellt, hat schnell 98 begeisterte Kommentare und 20 Zusagen. Von heute auf morgen. So geht Kommunikation in der heutigen Zeit.
Am Ende stehen Freitag um 16 Uhr vor dem „White Trash“ in Treptow“ rund 30 Menschen jeden Alters im Kreis um Paddy herum, der zum Auftakt das obligatorische „Little Planet“ Bild schießt. Dazu bestückt er seine Kamera mit einem Fischauge, dreht sich im Mittelpunkt des Kreises um sich selbst, macht vier Fotos – beim letzten muss jemand anders abdrücken – er möchte ja auch Teil des Panoramas sein, und stitcht das dann zum finalen Planetenbild.

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Puddle #4

Uferspaziergang - Foto: h|b
Uferspaziergang – Foto: h|b

Ich bin ja nur froh, dass wir immer noch Plustemperaturen haben. Wäre echter Winter, hätten wir bei den andauernden Niederschlägen sicherlich schon einen Meter Schnee. So bleibt es bei Pfützen, die allerdings bei geeignetem Untergrund schon mal zu Seenplatten mutieren können, die man selbst mit Ultraweitwinkel nicht mehr in ihrer Gänze erfassen kann. Das RAW Gelände in Friedrichshain lässt sich zum Teil nur noch mit Gummistiefeln durchqueren, oder balancierend auf Mauervorsprüngen. Dafür bietet es dann prima Perspektiven für die Fotografie von Spiegelwelten. Der Regen bringt Segen 😉