Rauf und Runter

Die beste Art eine Stadt – die man zum ersten mal besucht – schnell im Überblick zu erkunden, bieten die roten, grünen, bunten Hop-On-Hop-Off Busse. Irgendwann tauchten Sie in den Großstädten auf und Orte wie Checkpoint-Charlie in Berlin, das Tivoli in Kopenhagen, die Oper in Oslo, oder der Picadilly-Circus in Berlin sind ohne die Busse gar nicht mehr vorstellbar.

Inzwischen sind sie fast schon eine Plage und spätestens wenn sie dann noch im eigenen Kiez auftauchen, kann man sicher sein, in einem der Hot-Spots der Stadt zu wohnen. Ein Ticket kostet in der Regel zwischen 20 und 25 Euro und gilt 24 Stunden. Man kann an jeder der Haltestellen aussteigen, sich die Gegend anschauen und dort, oder an einer beliebigen anderen Stelle, wieder zusteigen. Eigentlich eine sehr praktische Erfindung, die uns jetzt auf unserer Kreuzfahrt gut geholfen hat, eigenständig die Städte zu erkunden.

Kleine Meerjungfrau

Als wir vor einigen Jahren schon einmal in Kopenhagen waren, war sie nicht da. Ausgeliehen. Nach China zur Expo. Verzweifelte Touristen und Kreuzfahrer standen damals mit ihren Kameras im Anschlag vor einem leeren Fleck am Ufer. Aber als wir heute hier stehen, liegt sie da. Anmutig räkelt sie sich auf dem Stein, Hintergrund für unzählige Selfies, tausendfach abgelichtet mit aller Arten Kameras.

Heute sind wir wieder an unserem Startpunkt angekommen. Nach rund 2200 Seemeilen kreuz und quer durch die Ostsee, haben wir heute Mittag in Kopenhagen angelegt und die Kreuzfahrt damit für uns beendet. Wir haben noch eine Übernachtung an Bord, morgen heißt es Abschied nehmen. Von einem tollen Schiff, einer tollen Crew, leckerem Essen und einer einzigartigen Location: Der Ostsee. Wir hatten die komplette Tour fantastisches Wetter, haben viel gesehen und sehen aus wie nach einer Karibiktour. Ciao MS Eurodam, ciao Ostsee, war schön mit dir.

God Tag Norge

Inzwischen sind wir auf unserer Ostseetour in Norwegen gelandet. Kristiansand ist eine kleine Hafenstadt am südlichen Ende von Norwegen und hat rund 19.000 Einwohner. Diese Zahl ist heute kurzfristig um rund 4000 gestiegen, da die MS Eurodam und die Costa Favolosa im Hafen festgemacht haben. Kristiansand ist auch Ziel der Color Line Fährschiffe, die von Hirtshals in Dänemark starten.

Wir haben uns das Städtchen zu Fuß erlaufen, dabei leckere norwegische „Waffeler“ mit Jørdbeeren gegessen und Kaffee „all you can drink“ dazu bekommen. Das alles bei herrlichstem Wetter in einer kleinen netten Lokalität direkt am Ufer des Yachthafens. Heute Nacht steuern wir die norwegische Hauptstadt Oslo an, unseren vorletzter Hafen, die wir dann morgen besuchen können.

[Foto: Kong Hakoon VII von Norwegen auf dem Rathausplatz in Kristiansand – h|b]

Gate to Berlin

Ohne die Nähe zu Berlin und die Möglichkeit direkt vom Kreuzfahrtschiff mit einem Charterzug, oder mit Bussen, die Hauptstadt in knapp 3 Stunden zu erreichen, hätte Warnemünde nicht „die Attraktivität“ für immerhin rund 180 Anläufe von 39 Kreuzfahrtschiffen pro Jahr. Für viele Amerikaner und Asiaten gehört der Besuch der deutschen Hauptstadt zum Pflichtprogramm, auch wenn so eine Tour schon mal rund 300$ pro Person kostet.

Sehr beliebt in der Sommersaison sind auch die „Weißen Nächte von St. Petersburg“. Die Kreuzfahrer starten zum Teil in Warnemünde und laufen dabei Häfen wie Tallin, Riga, Helsinki, Stockholm an und dauern im Schnitt 7 – 10 Tage, 2 Tage dabei allein in St. Petersburg. Dort geht die Sonne im Sommer kaum unter, daher die „Weißen Nächte“.

Wir sind letzten Montag in Kopenhagen gestartet und verlassen heute Abend – nach einem sehr schönen Tag in Warnemünde, inklusive „German Bierfest“ mit Blasmusik auf Deck 9 – die deutsche Küste Richtung Göteborg. Dort werden wir morgen liegen, bevor es – über Kristiansand und Oslo – wieder zurück nach Kopenhagen geht. Wir können uns also auf vier weitere Tage auf der Ostsee freuen. Allen Lesern ein fröhliches „Sail away“ aus Warnemünde.

Välkommer Stockholm

Gerade legen wir mit der MS Eurodam in Stockholm ab. Zwei sehr schöne Tage durften wir in der Stadt sein, und haben viel gesehen. Gestern Abend zum Beispiel einen herrlichen Sonnenuntergang aus der Sea View Bar von Deck 9, bei einem kühlen Rostocker Pilsener. A Perfect Moment. Die Biermarke ist auch der Einstieg zu unserem nächsten Ziel, was wir am Montag erreichen: Warnemünde. Waren wir ja noch nie, zumindest nicht mit einem Kreuzfahrtschiff. Interessante Erfahrung es nun einmal von der anderen Seite zu sehen. Jetzt winken wir aber ein letztes Mal zur Gamla Stan hinüber, lauschen dem Kreischen der um das Schiff kreisenden Möwen und freuen uns auf den morgigen Seetag.

Ein „Kippis“ aus Helsinki

Heute haben wir uns Helsinki im wahrsten Sinne des Wortes erlaufen. Knapp 15 Kilometer zeigt die Bewegungs-App, nachdem wir wieder zurück auf der MS Eurodam sind. Bei herrlichem Wetter, aber einem echt fiesen Wind, sind wir von der Felsenkirche über das Sibelius-Denkmal und dem Senatsplatz durch die Stadt gewandert. Zwischendurch mal mit der Straßenbahn gefahren, am Hafen entlang geschlendert, „Korvapuusti“ gegessen und Kaffee mit Blick auf die Schären getrunken. Jetzt ist es halb sechs finnische Ortszeit und wir legen gleich ab in Richtung Stockholm. Ein „Näkemiin“ an Helsinki, war schön mit dir.

Hauptstädte des Nordens

Seit wir gestern mit der MS Eurodam in Kopenhagen abgelegt haben, sind wir unterwegs auf der Ostsee. Die Kreuzfahrt heißt „Hauptstädte des Nordens“, auch wenn mit Kiel und Warnemünde der Begriff sehr weit gefasst ist. Die beiden sind aber eh nur Platzhalter für Hamburg und Berlin. Für die 90% Amerikaner an Bord, ist das entfernungstechnisch vermutlich auch nicht wirklich relevant. 

Nach dem heutigen Aufenthalt im regnerischen Kiel, nehmen wir am späten Nachmittag einen laaaaaangen Anlauf, um die nördlichste Hauptstadt Festlandeuropas zu erreichen: Helsinki. Einen Tag und zwei Nächte brauchen wir dafür. Morgen ist damit Seetag, und wenn alles klappt, mit viel Sonne und blauem Himmel. Schiff Ahoi.

Küstenlinie

Verwischte Küstenlinie von Zingst

Ich wünsche allen Fotobegeisterten – die ab heute ihren „Horizont“ auf Zingst erweitern wollen – schöne Tage und immer eine Handbreit ISO auf dem Sensor. Ich werde ab Montag dreimal in der Nähe vorbeifahren (Kopenhagen-Kiel, Kiel-Helsinki, Stockholm-Warnemünde) und euch von der MS Eurodam aus zuwinken.  Kann aber sein, dass ihr mich gar nicht sehen könnt.

Das Bild aus dem Beitrag entstand am 3. Mai 2013 auf Zingst und zeigt die Küstenlinie mit Gras, Bodden, Strand und Wasser leicht verfremdet. Ich habe dazu die Kamera auf 1/60stel gestellt und während des Auslösens leicht horizontal bewegt. So wirkt der „Horizont“ – farblich etwas verstärkt – wie eine Aquarellzeichnung.

FANTAsie

Fantawerbung in Berlin ergänzt um politischen Spruch

An dieser Wand fahre ich täglich mit der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit vorbei und jedes Mal habe ich mir gesagt: Steig aus und mach ein Foto, wer weiß, wie lange diese Kombination noch dort zu sehen ist. Gedacht, getan. Nun habe ich es für die Nachwelt gespeichert und die FANTAsie ist für alle Zeiten gerettet. Zumindest die an der Wand. Die Fantasie der politisch Verantwortlichen in Berlin für eine lebendige Stadtgestaltung bleibt doch arg überschaubar.

Mühlentag

Windmühle im Britzer Garten in Berlin

Jährlich am Pfingstmontag findet der Mühlentag statt. Im Vordergrund, an diesem „Tag der Offenen Tür“, steht die Mühle als technisches Kulturgut, dessen Geschichte über 2000 Jahre zurückreicht. Alle Arten von Mühlen öffnen ihre Pforten und stellen ihr altes Handwerk vor. Vorausschauend habe ich mir gestern dafür eine Mühle ausgesucht.

Auf dem Foto sehen wir eine Galerieholländerwindmühle aus dem Jahr 1865. Sie steht im Britzer Garten, ist eine der acht verbliebenen Windmühlen in Berlin und die einzige mahlfähige Holländermühle an ihrem Originalstandort. Man kann dort ein Diplom zum Hobbymüller erwerben, oder auch einfach heiraten. Am 6. und 7. Juni findet übrigens das achte Britzer Mühlenfest statt. Ein Besuch lohnt sich.