Vorfrühlingsgruß

Frühlingsblumen am Schlachtensee- Foto: h|bFrühlingsblumen am Schlachtensee – Foto: h|b

Während im letzten Jahr Berlin noch unter einer meterdicken Eis- und Schneeschicht versank, so jedenfalls meine Erinnerung, erfreute uns das Wochenende mit frühlingshaftem Wetter und den entsprechenden Temperaturen. Wir haben es endlich mal wieder zum Schlachtensee geschafft und mussten uns den Rundweg mit Unmengen von Spaziergängern und Joggern teilen. Am Biergarten waren beide Ausgabestellen offen, aber die Schlangen waren trotzdem ellenlang. Bei Kaffee und Kuchen die Sonne genossen und einen kleine Frühlingsgruß fotografiert, den ich hiermit stellvertretend überreichen möchte. Dieser Berliner Winter, vorausgesetzt, dass war er wirklich, kann durchaus zur Gewohnheit werden.

Trommelsolo

Große Gefühle am Ende der Drumsession - Foto: h|bGroße Gefühle – Foto: h|b

Drei Jungs, ein mächtiges Drumset in verschiedenen Ausprägungen, eine begeisterte Menge und ein nicht enden wollendes Trommelsolo. Mehr braucht es nicht, um die Stimmung an einem sonnigen Sonntag im Mauerpark zum Kochen zu bringen. Was die drei Jungs da abziehen, ist allerdings auch erste Sahne, falls man diesen Begriff heute noch verwendet. In Konzerten ist das ja oft einer der Höhepunkte, wenn der Schlagzeuger seine 5 Minuten bekommt und sich völlig verausgabt, oder wer erinnert sich nicht an „Animal“ von den Muppets hinter seinem Schlagzeug, aber hier spielt das Drumset die Hauptrolle. Es gibt keine anderen Instrumente die stören könnten. Die 3 spielen sich über eine halbe Stunde den Rhythmus zu, von rechts nach links, von links nach rechts. Wahnsinn. Wer mal die Gelegenheit hat, an einem der nächsten sonnigen Tage den Mauerpark zu besuchen, sollte sich das nicht entgehen lassen. Es macht einfach gute Laune.

Pictorialismus

Die nord-östliche Spitze von Zingst - Foto: h|bDie nord-östliche Spitze von Zingst – Foto: h|b

Auf ARTE läuft gerade eine ganz empfehlenswerte Filmreihe zum Thema Fotografie. Nicht alle Themen sind interessant, aber man lernt trotzdem Neues. So wusste ich bis letzten Sonntag nicht, was es mit dem „Pictorialismus“ auf sich hat. Aus heutiger Sicht entstand diese fotografische Kunstrichtung durch ein „Luxusproblem“. Die Kameras wurden immer besser und damit realistischer und schärfer. Man entfernte sich damit stark von der bisherigen Fotografie, die sich eher an der Malerei orientierte, also nicht unbedingt gegenständlich sein wollte.

Man erfand sogar spezielle „Künstlerobjektive“ deren Abbildungsleistung das aufgenommene Bild wieder schlechter machen sollten. Oder sorgte auf andere Weise dafür, dass die Bilder nicht so aussahen wie aus der Kamera. Also im Grunde genommen die Aufgabe, die heute z.B. Smartphones und Instagram übernehmen. Die Kamera liefert gestochen scharfe Fotos, die APP legt verschiedene Bearbeitungen darüber und das Bild ist auf der einen Seite ein Unikat, auf der anderen Seite zeigt es nicht nur eine Abbildung, sondern eben auch eine gewünschte Stimmung. Interessant, dass es so eine alte Technik ist, die heute so viele Menschen begeistert.

Das Aufmacherbild dieses Artikels zeigt die Küstenlinie von Zingst. Ich habe die Kamera dabei auf einen Zaun auf der Aussichtsplattform gestellt, eine 60stel Sekunde eingestellt (mehr war bei Blende 22 und Sonnenschein nicht drin) und während des auslösens leicht horizontal gedreht. Dadurch bleiben nur noch die farblichen Schemen der Küste und das Bild wirkt eher gemalt als fotografiert. Probiert das ruhig mal aus, es muss nicht immer knackscharf sein 😉

Room for a light

Ryan Keen, Singer/Songwriter aus UK beim Videodreh - Foto: h|bRyan Keen, Singer/Songwriter aus UK beim Videodreh – Foto: h|b

Ryan Keen, Singer/Songwriter aus Totnes in Großbritannien, tourt gerade mit Sunrise Avenue durch die deutschen Arenen. Da er von dem Label betreut wird, in dem meine Tochter Sara gerade ihre Ausbildung macht, ergab sich heute nachmittag die Gelegenheit ihn kennen zu lernen. Ein symphatischer junger Mann im dunklen Hoody, vor sich den roten Gitarrenkoffer, begrüßt mich herzlich. Wir treffen noch einen Kameramann, denn es soll einen kurzer Vidoedreh für die Presse geben. Eine gute Gelegenheit für mich, meine E-M5 und mich auf Alltagstauglichkeit zu testen. Vorsichtshalber montiere ich noch den Batteriegriff unter die Kamera, denn draussen ist es kalt und das ist meist nicht gut für die Batterien.
Sara als "supporting act" für Ryan Keen - Foto: h|bSara als „supporting act“ für Ryan Keen – Foto: h|b

Wir suchen uns ein Plätzchen mit nettem Hintergrund, aber das ist an einem sonnigen Sonntagnachmittag im Mauerpark alles andere als einfach. Gefühlt steht jede 50 Meter ein Künstler und buhlt um die Gunst der Mauerparkbesucher. Am Auditorium, wo sonst das sonntägliche Karaoke stattfindet, hat sich „spontan“ ein Flashmob eingefunden. Geht aber prima als Hintergrund. Die Kamera läuft, Ryan singt einen Song aus seinem neuen Album „Room for a light“. Sänger, Kameramann und Fotograf erregen gemeinsam genug Aufmerksamkeit, so dass Besucher stehenbleiben und Ryan zuhören. Sara verteilt derweil fleissig die Flyer, in denen darauf hingewiesen wird, dass Ryan am 21. März ein „free Concert“ im „nhow“, dem Musikhotel direkt an der Spree, geben wird.

Wer also in Berlin wohnt, ist herzlich eingeladen vorbeizuschauen. Die „Room for a light tour“ mit Ryan Keen startet dann im Mai 2014. Die Glücklichen, die Karten für das ausverkaufte Konzert von Sunrise Avenue in der Max-Schmeling-Halle haben, können ihn da morgen schon singen hören.

Paradies für Cineasten

Kino ohne roten Teppich - Foto: h|bKino ohne roten Teppich – Foto: h|b

Im Fernsehen laufen gerade die obligatorischen Interviews am roten Teppich des Berlinalepalastes. Festivalleiter Dieter Koslick freut sich, dass der Winter rechtzeitig eine Pause einlegt und er deshalb seine Ohrschützer zu Hause lassen kann, Cristoph Waltz, diesmal in der Berlinale-Jury, tut kund, dass er gerade in Amerika Inglourious Basterds 2 gedreht hat – und ich Dummchen dachte Hitler wäre tot – und Anke Engelke moderiert wie jedes Jahr im fliegenden Wechsel zwischen Deutsch und Englisch die Premierenfeier.

Es ist Berlinalezeit. Die 64. Berlinale findet in Berlin statt und der Boulevard ist aus dem Häuschen. Im Laufe des Jahres sind ja eine Menge Stars in der Stadt und die meisten deutschen Schauspieler wohnen wohl eh hier, aber das Filmfestival ist sicher der Höhepunkt. Für Cineasten, Groupies, Autogrammsammler und natürlich auch für die Presse. Glücklicherweise sind nicht alle Kinos im „Fieber“, das „Intimes“ in Friedrichshain bietet weiterhin Kinokost etwas außerhalb des Mainstreams. Auch dürfte es hier Kinokarten geben, ohne extra dafür vor der Kasse zu übernachten.

Lange Belichtungszeit

Ein Treppenhaus im "Dresdner Zwinger" als Vorlage für ein Gemälde - Foto: h|bEin Treppenhaus im „Dresdner Zwinger“ als Vorlage für ein Gemälde – Foto: h|b

Wo unsereiner meist das Erstellen einer Abbildung mittels fotografischem Equipment in 100stel Sekunden berechnet, sitzt der klassische Maler schon mal einen ganzen Tag, oder länger, an seiner Staffelei, um am Ende ebenfalls ein Abbild dessen zu schaffen, was er vor sich sieht. Dazu braucht es Talent, Geduld und ein gutes Auge. Das sich entwickelnde Bild auf der Staffelei entsteht in vielen Schichten.

Hier trägt der Maler ein wenig Licht auf, dort wird die Luminanz angehoben, und vielleicht noch an anderer Stelle der Kontrast verstärkt. Eigentlich alles so ähnlich, wie wir das später mit unseren Fotos in in der EBV machen. Am Ende steht allerdings im Fall des Malers ein in vielen Stunden entstandenes Bild, welches sicher nicht auf irgendeiner Festplatte verschimmelt, sondern hoffentlich ein schönes Plätzchen an der Wand bekommt.

– Gesehen an unserem Wochenende in Dresden –

Eis, Eis, Baby

Plattentektonik in der Spree vor dem Kanzleramt - Foto: h|bPlattentektonik in der Spree vor dem Kanzleramt – Foto: h|b

Heute Abend zeigte die Wetterfee in den Nachrichten auf einen dicken blauen Pfeil aus Richtung Osten, dessen Spitze exakt auf Berlin wies. Fazit: Die lange Unterhose bleibt weiter Bestandteil der wärmenden Bekleidung. Ohrenschützer und Schal unterstützen die Maßnahme. Es bleibt also kalt, der Winter macht das was der Winter halt so macht. Frieren und schneien. Muss einem nicht gefallen, ist aber so. Immerhin sind die Minusgrade nicht mehr zweistellig, wobei der „Chillfaktor“ durchaus in der Lage wäre so zu tun, als ob.

Fragile Aussenstruktur

Wundersame Gebilde aus Wasser und Seife - Foto: h|bWundersame Gebilde aus Wasser und Seife – Foto: h|b

Man sieht sie in vielen großen Städten, meist dort wo Touristen unterwegs sind. In Berlin rund um das Brandenburger Tor, in Dresden vor der Frauenkirche, in Köln auf der Domplatte. Künstler machen Kunst für den Augenblick. Vergänglich, bunt, fragil. Die Kunst überlebt oft nur Sekunden, je nach dem wie schnell die Kinder sind, die juchzend den riesigen, bunten Blasen hinterherspringen. Sie anpieksen und betröppelt schauen, wenn das Seifenwasser sie nass macht. Das hält sie aber nicht davon ab, sich sofort auf die nächsten Seifenblasen zu stürzen, die langsam der Erde entgegentorkeln.

Die Erwachsenen stehen eher und schauen mit einem wissenden Lächeln dem bunten Treiben zu. Erinnern sich an die Pustefix-Seifenblasen, die zwar auch schöne bunte Blasen machten, aber niemals so Große, wie sie da jetzt aus dem Eimer gezaubert werden. Der Seifenblasenkünstler taucht seine Stangen mit einer Art großem Lasso in den Eimer mit Seifenlauge, zieht in heraus und hält ihn in den Wind. Der zaubert daraus bunte Kunstwerke, wie sie sonst nur von Glasbläsern im Kleinen erzeugt werden. Man freut sich daran und überlegt dabei, wo man jetzt am schnellsten ein Pustefix herbekommt, um selbst wieder mal diese kleinen, buntschillernden Kugeln mit ihrer transparenten und fragilen Außenstruktur zu erzeugen.