Frühjahrsputz

Fertigmachen für das Rampenlicht - Foto: h|bGlänzt wie ne Speckschwarte – Foto: h|b

Jetzt geht es bald wieder los, unsere Wohnmobilsaison ist offiziell eröffnet. Wir waren zwar schon einmal in Warnemünde diesen Frühling, aber jetzt kommen die doppelten Feiertage und dann die große Frankreichtour in die Bretagne und die Normandie im Mai und Juni. Rund um den D-Day werden wir Omaha- Utah-, Juno-Beach und wie sie alle heissen einen Besuch abstatten. Dafür soll unsere „Bergziege“ schön glänzen und außerdem muss der Winterdreck runter, auch wenn er in diesem Jahr kaum der Rede wert ist. Dabei hilft die netteste LKW-Waschanlage Berlins am Großmarkt in der Beusselstrasse. Für 20 Euro, bekommt man eine Tip-Top Hand- plus Machinenwäsche und obendrauf noch eine heisse Knackwurst plus Kaffee. Wir sind startklar.

Die zwei Türme

Die 2 Türme - Foto: h|b
Die 2 Türme – Foto: h|b

Der weite Blick vom Bahnhof Frankfurter Allee in Richtung Berliner Zentrum wird am Ende vom höchstens Bauwerk Berlins gekrönt, dem Fernsehturm am Alex. Mittendrin, den Übergang von der Frankfurter Allee zur Karl-Marx-Allee markierend, stehen die beiden Türme am Frankfurter Tor. Sie bilden den pittoresken Beginn einer Architektur, die heute als „Zuckerbäcker-Stil“ gilt und von dort bis zum Straußberger-Platz gewaltige Wohnblöcke nach russischem Vorbild rechts und links der Allee aneinanderreiht. Breite, mit Bäumen bewachsene Bereiche vor den Häusern, filtern den Straßenverkehr heraus und laden zum flanieren ein. Von hier ging der Volksaufstand in der DDR im Jahr 1953 aus, der uns West-Deutschen jahrelang einen Feiertag im Juni bescherte und den DDR Bürgern später eine Mauer. Auf dem Foto sind die beiden Türme in der goldenen Abendsonne in der Reihe „Berlin from the ground“ aus Höhe Weberwiese zu sehen.

Bruderkuss in Farbe

Kommunistische Begrüßung unter Brüdern - Foto: h|b
Kommunistische Begrüßung unter Brüdern – Foto: h|b

Das letzte Mal als mich jemand nach dem Weg „zur Mauer“ fragte, war oben am Nordbahnhof. Ich war gerade dabei in die M10 steigen, um nach Hause zu fahren. Als ich zielsicher Richtung Bernauer Strasse zeigen wollte, schließlich ist dort die Mauergedenkstätte, mit einem echten Stück Mauer, präzisierten die beiden Spanier ihre Frage um die Beschreibung „…with the kiss“. Also die Mauer mit dem Kuss. Jetzt musste ich kurz stutzen, hatte ich doch so weit entfernt von dort wo sie hinwollten, nicht mit dieser Frage gerechnet. Aber klar, wenn Touristen die Mauer suchen, meinen sie entweder das kaugummibeklebte Ding am Potsdamer Platz, oder eben das lange bunte Ding in Friedrichshain.

Man könnte jetzt natürlich lang und breit erklären, das wäre a) nicht so die wirkliche Mauer gewesen und b) gäbe es authentischere Mauerorte in Berlin, aber ach, darum geht es ja gar nicht. Es steht nun mal in jedem Reiseführer, die roten Hop-on, Hop-off Busse fahren im Minutenabstand daran vorbei, es MUSS die richtige Mauer sein. Schließlich wollten sogar die Kreuzberger Piraten die Straße entlang der Mauer umbenennen. Sie sollte „Am Todesstreifen“ heissen. Natürlich nicht aus historischer Überzeugung, sondern um zukünftigen Investoren die Postanschrift zu vermiesen. Ist aber nichts draus geworden. Das Ganze genau so sinnfrei, wie Touristen das mit der Mauer zu erklären. Ich denke ihr wisst aber inzwischen an welchem Berliner Hotspot wir diesmal im Rahmen von „Berlin from the Ground“ das Foto geschossen haben.

Wildlife vor der eigenen Haustür

Tiere als Content gehen ja immer und so sind wir vorgestern mittag in den Berliner Tierpark aufgebrochen. Das Wetter war Klasse und spontan wie wir so sind, haben wir uns gleich wieder eine Jahreskarte geholt. Die hat man nach fünf Besuchen locker wieder raus. Da sich der Tierpark auch prima zum spazieren gehen eignet, die Fläche ist einfach riesig, tun wir auch noch etwas für unsere Gesundheit. Meine Intention ist natürlich noch eine andere, ich möchte Tiere fotografieren. Möglichst so, dass man den Tierpark drumrum nicht sieht.

Ein Blick in die Augen unseres nächsten Verwandten - Foto: h|bEin Blick in die Augen unseres nächsten Verwandten – Foto: h|b Weiterlesen „Wildlife vor der eigenen Haustür“

In allen vier Ecken …

Eckenverschönerungsmaßnahmen in Friedrichshain - Foto: h|bEckenverschönerungsmaßnahmen in Friedrichshain – Foto: h|b

Nante, der alte Berliner Eckensteher, hätte sicher seine wahre Freude. Seit Wochen wird unser Kiez umgegraben. Zuerst wurden die Bürgersteige aufgehübscht, ordentliche Kanten gesetzt, kleine Steine neue verlegt. Buchten für künftige Pflanzen oder Bäume angelegt und Parkplätze neu ausgerichtet. Nun sind die Ecken der Kreuzung Gubener-/Torell- und Kopernikusstraße dran. Nicht dass es nötig gewesen wäre, aber irgendjemand muss einen Schönheitswettbewerb für die schönste Kreuzung Berlins ausgeschrieben haben und wir haben gewonnen. Drei von vier Ecken wurden komplett entkernt, weit in die Kreuzung hinein erweitert und zwei bereits hübsch verklinkert. Die letzte Ecke ist aktuell in Arbeit.

Nach der Fertigstellung des Kreuzungsbereiches ist ein leidiges Thema, nämlich das Parken mitten im Kreuzungsbereich und in den Kurven, faktisch unterbunden. Gut für Fußgänger und Radfahrer die sich oft zwischen den falsch geparkten Autos hindurchwinden mussten. Gerade für Kinder ein unhaltbarer Zustand. Wenn alles fertig ist kommen übrigens die Parkuhren. Der ganze Bereich zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof wird Parkzone mit Anwohnerausweisen. Wir sind schon ge-, aber auch sehr entspannt, da unser „großes“ Auto inzwischen einen sicheren Parkplatz weit weg vom Kiez hat.

Der Ruf der Steine

Der Ayers Rock in Berlin? - Foto: h|bDer Ayers Rock in Berlin? – Foto: h|b

Im Berliner Tiergarten zwischen Potsdamer Platz und dem Brandenburger Tor liegen schon seit geraumer Zeit einige große Findlinge, die aussehen, als hätte sie die letzte Eiszeit dort vergessen. Doch die Verschiedenartigkeit spricht dagegen. Es gibt einen Stein ganz in rot, eine weiteren ganz im schwarzen Granitanzug und es sieht auch nicht aus, als wäre ihre Lage dem Zufall überlassen worden. Dazu liegen sie zu dicht beieinander. Allerdings auch nicht so dicht, dass man es aus Versehen für ein zweites Stonehenge halten könnte. Ein guter Grund diese Steine vor die Kamera des PlayMo-Fotografen zu zerren. Schließlich ist heute Mittwoch: „Berlin from the ground„.

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Dorfgeschichten

Sprichwörtliche Haltung in dörflichen Gegenden - Foto: h|bSprichwörtliche Haltung in dörflichen Gegenden – Foto: h|b

Wir waren heute zum fünfzigsten Geburtstag vom Bruder meiner Frau eingeladen, keine Ahnung was der so zu mir ist, aber egal, und nach der obligatorischen Kaffeetafel, drehten wir mit Kind und Enkelkindern eine Runde um den Dorfanger. Die evangelische Kirche, in der wir uns übrigens 1977 das Ja-Wort gaben, hatten wir dabei immer im Blick. Schön auf einer Kuppe mitten im Ort gelegen, ist sie das dominante Bauwerk. Hier gibt es ihn auch noch, den klassischen Zaun aus einzelnen Holzlatten, ein Relikt meiner Kindheit. Eigentlich ist es ja gemein und überheblich ist sicher noch dazu, aber ich konnte an diesem Motiv einfach nicht vorbeigehen. Denise wusste auch sofort was ich von ihr wollte und ergänzte das Bild, so dass der in Gedanken entstandene Spruch über die „Provinz“ bildlich umgesetzt werden konnte.

Na, wer weiss, was das oberste Bild darstellen soll?

Die Kirche im Dorf lassen - Foto: h|bDie Kirche im Dorf lassen – Foto: h|b

Musikalisches Herz

Ein Stück Gold mitten in der Stadt - Foto: h|bEin Stück Gold mitten in der Stadt – Foto: h|b

Wie jeden Mittwoch gibt es heute eine neue Ausgabe von „Berlin from the ground“, der fotografischen Suche mit meinem „alter ego“ nach den fotografischen Hotspots der Stadt. Diesmal ist das „musikalische Herz“ Berlins das Ziel. Bei Sonnenschein glänzt das asymmetrische Gebäude mit den markanten Zacken wie ein Juwel unter dem blauen Himmel von Berlin. Drumherum tost der Verkehr der Potsdamer Straße, aber innen wartet eine fantastische Akustik auf die Liebhaber klassischer Musik. Für die Berliner dürfte klar sein, um welches Gebäude es sich handelt, alle anderen können sich bei einem ihrer nächsten Besuche einfach mal vom Potsdamer Platz nach Westen treiben lassen. Man kann die Berliner Philharmonie definitiv nicht übersehen.

Hochkantig

Ungewohntes Strandbild - Foto: h|b
Ungewohntes Strandbild – Foto: h|b

Wenn ich meine Bilder in Lightroom statistisch auswerten würde, wäre der Anteil an Bildern im Hochformat irgendwo in der Nähe von Null. Ich mag es irgendwie nicht. Schon die Kamera so zu drehen, um Hochformatfotos machen zu können, fühlt sich irgendwie falsch an. Bin ich da zu sehr konditioniert? Monitore sind heute alle im Quer- bis zum extremen Querformat und Hochformatfotos auf diesen Bildschirmen wirken irgendwie verloren. Selbst Portraits würde ich wohl versuchen zuerst im Querformat zu fotografieren. Als ich jetzt Ryan Keen fotografieren konnte, hatte ich den Batteriegriff an der Kamera, der das ungewohnte Format wenigstens mit dem Auslöser an der richtigen Stelle unterstützt. Trotzdem sind wenige Bilder im Hochformat dabei. Ich glaube ich muss mich mal zwingen über meinen Schatten zu springen. Bewusst Motive auszuwählen, die nur im Hochformat wirken. Vielleicht Menschen. Mal sehen, könnte spannend werden.