Archiv der Kategorie: IPhone

Abrisskante

Bei einem Spaziergang vom Alex nach Hause kam ich am Bahnhof Jannowitzbrücke vorbei, wo die Abbrucharbeiten der Tankstelle, Lidl und McDonalds und der danach folgenden Autowaschanlage in vollem Gange sind. Wie oft hatte ich aus dem S-Bahn Fenster beobachtet, wie akribisch dort die Autos mit Hand von außen und innen gereinigt wurden. Edle Karossen, Taxen, Mietwagen, alles wurde picobello den Kunden übergeben. Vorbei mit der Sauberkeit.

Die Berliner Woche schreibt dazu etwas interessantes und historisches: “

„Mit dem Stopp der Waschbürsten endet auch ein Stück DDR-Geschichte. Die 1968 eröffnete Autowaschanlage an der Jannowitzbrücke war die erste Autowaschstraße der DDR. In den ersten vier Jahren wurden dort ausschließlich Karossen aus dem Regierungsfuhrpark gewienert, bis die Anlage 1972 dem VEB Autotrans übertragen wurde und den legendären Namen Waschbär bekam. In fünf mit Ampeln geregelten Spuren standen die Trabis und Wartburgs über eine Stunde lang an. Damals wurde nur ein Programm – die Oberwagenwäsche in drei Preiskategorien je nach Auto – angeboten.“

Das doch sehr rumpelige Ambiente an dieser Stelle weicht ab 2019 einem siebzig Meter hohem Büropalast mit dem Namen „Jaho“. Erste Bilder vom Erdgeschoss zeigen viel Glas und Gastronomie. Wohnbebauung ist wegen der Nähe der S-Bahn Trasse nicht möglich schreiben die Entwickler. Die genauen Entwürfe für das Bürogebäude sind noch geheim. (Stand: Nov 2018)

Chillout 25

Gestern Abend war ich das erste mal auf dem ehemaligen Gelände der Bar 25 wo jetzt die Betreiber ein großes, hölzernes Pipi Langstrumpfland namens „Holzmarkt Pampa“ für Hipster und Touris aufgebaut haben. Es ist eine Mischung aus selbst gezimmerten Holzpodesten und Buden, Sofas und Hängematten. An der Spree finden sich auch ein paar Strandkörbe. Die „mainlanguage“ scheint englisch zu sein, immerhin konnte die – natürlich tätowierte – Bedienung die verschiedenen Limosorten auf deutsch aufsagen. Heute in angesagten Lokalen nicht mehr selbstverständlich. Auch von den Besuchern sprechen viele englisch, wahrscheinlich ist das alles längst als Hotspot in diversen Reiseführern zu finden.

Essensbuden gibt es auch, verhungern und verdursten muss niemand. Es ist auch erlaubt eigene Getränke mitzubringen, aber es wird natürlich gern gesehen, wenn man auch vor Ort konsumiert. Ein naturtrübes Radler kostet 3€, eine Rhabarberschorle 2,50€, nicht übermäßig teuer für die nette Location. Wer kann, organisiert sich dann einen Platz direkt am Ufer der Spree und genießt den Sonnenuntergang und den Blick über die Spree auf den Fernsehturm. Perfekt um die Seele nach einem anstrengenden Tag baumeln zu lassen.

Entschleunigung

Nun sind wir seit einer Woche in England unterwegs und das fahren auf der – für uns – falschen Straßenseite ist schon zur Normalität geworden. Ob Kreisel, Kreuzung oder Ab- und Auffahrten… kein Problem. Ab und zu noch das kleine Mantra, rechts abbiegen, gaaanz rüber nach links, aber selbst das wird schon weniger.

Heut haben wir Lands End erreicht, den westlichsten Punkt Englands auf der britischen Insel. Bis hierher hatten wir untypisch englisches Wetter, bis auf einmal nieseln nur Sonne satt. Wir sehen inzwischen aus wie zwei Sommerfrischler aus dem Süden Europas.

Lands End
Lands End – Foto: h|b

Hier nehmen wir uns jetzt zwei Tage Auszeit, mit Blick übers weite Meer, die Seele muss ja auch die Chance haben anzukommen. Im übrigen scheint England ein sehr vorsichtiges Land zu sein, so viel „SLOW“ auf der Straße ist mir schon unheimlich. Wobei dieses „slow“ nicht näher definiert ist. Wahrscheinlich ist es das Pendant zu unserem Achtungsschild, wer weiß. Bei den Straßen hier in Cornwall macht „slow“ aber eh viel Sinn, vor allen für uns Festlandseuropäer 😉