Mix it, Baby

Roller & Scooter in Berlin

Für Menschen die sich nicht zu Fuß bewegen wollen und das Glück haben im inneren S-Bahn Ring von Berlin zu leben, ist hier gerade das Schlaraffenland ausgebrochen. Wir sind damals mit einem Auto nach Berlin gekommen, um nach ein paar Monaten festzustellen, dass es nur rumsteht und einstaubt. Also haben wir es unserem Sohn geschenkt, der gerade eins brauchte. Ein weiterer Glücksfall: mein Arbeitgeber stellte allen Mitarbeitern ein ABC Ticket für Berlin zur Verfügung. Das durfte ich auch privat nutzen. Dafür zahlte ich eine kleine Kostenbeteiligung und etwas Steuern für den geldwerten Vorteil. Aber immer noch wesentlich weniger als ein normales Monatsticket. Ich konnte in Berlin im ÖPNV also fahren was ich wollte. Ich kam mir vor wie Django aus dem alten Witz.

DriveNow E-BMW DriveNow E-BMW – Foto: h|b

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Sic mundus creatus est

Stabkirche Stahnsdorf

Überschrift und Titelbild geben sicher dem Einen oder Anderen schon den Hinweis um was es im heutigen Beitrag geht: Um eine deutsche Netflix-Serie bei der man am Ende nicht mehr weiß, was man bis vor irgendwann noch dachte zu wissen: Dark. Zu verschlungen sind die Zeitebenen und die Beziehungen der handelnden Personen zueinander. Dagegen waren die drei Teile von „Zurück in die Zukunft“ Kinderkram.

Da große Teile der Serie in Berlin und Brandenburg gefilmt wurden, gibt es auch diverse Locations zu besuchen. Gestern waren wir dazu auf dem Südwest-Kirchhof von Stahnsdorf (es muss ja nicht immer GoT und Spanien sein ;-). Dort findet sich wahrhaftig eine hölzerne Stabkirche, wie wir sie sonst eher aus Norwegen kennen. Und diese Kirche bildet den Hintergrund einer Begegnung zwischen Jonas & Jonas (Der Fremde), die ja ein und dieselbe Person sind. (u.a. Staffel 1, Folge 5)

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Peñíscola

Anfang Juni waren wir im Rahmen unserer Wohnmobiltour ein paar Stunden in Meereen, aka „Castell de Peñíscola“. Der Campingplatz ist nur ein Steinwurf entfernt. Die Festung an der spanischen Mittelmeerküste war bereits häufiger Schauplatz von Filmen, z.B. auch des Klassikers El Cid und natürlich eine Location von „Game of Thrones“ in Staffel 6. Dort spielt sie Meereen, die größte Stadt in der Sklavenbucht.

Es gibt unzählige Eckchen, Tore, Gäßchen und Winkel die in jeden Fantasy- oder Abenteuerfilm passen. Wenn man sich die Bilder aus der Serie anschaut (alle Sreenshots by HBO) sieht man den unglaublichen Aufwand der getrieben wird, bis ein Set perfekt ist, oder was nicht passt, mit CGI nachgestellt oder ergänzt wird, siehe Pyramide und Anbauten über der Rampe, die Tyrion und Varys gehen, oder das Bild der brennenden Flotte aus der 1. Folge von S6 (alle zwischen der 28. und 32. Minute)

Ein schöne Anlage, die früher sogar Residenz des geflohenen Gegenpapstes Benedikt XIII war. Die Statue des Gegenpapstes (bürgerlich Pedro de Luna), bekannt als Papa Luna, steht, oder besser sitzt vor der Burgmauer. Auch die Tempelritter sollen eine Zeitlang die Herren des Castell de Peñíscola gewesen sein. In den Räumlichkeiten der Burg werden viele Dinge aus beiden Epochen ausgestellt.

Im angeschlossenen Burggarten lässt sich noch wunderbar entspannen, und die Aussicht über das Meer genießen. Burg und Garten gibt es allerdings nur gegen Eintritt zu sehen. Ist mit 5€ aber human und dient der Erhaltung der Anlage für weitere Generationen.

Bilder der Dreharbeiten zu „Juego de Tronos“ finden sich unter: http://www.xn--peiscoladecine-rnb.com/localizaciones/juego-de-tronos/

Bergkloster

Kloster, Montserrat

Am Morgen wachen wir gut ausgeschlafen auf und stehen um acht Uhr am Schalter der Zahnradbahn. Die Tickets für die Bahn um halb neun sind sogar günstiger als erwartet. Sondertarif für die erste Bahn. Mit uns fahren ein paar Touristen, aber auch Angestellte die 20 Minuten nach oben. Die Cremallera de Montserrat überwindet bei einer Maximalsteigung von 15,6 Prozent 550 Höhenmeter und legt dabei knapp 5 Kilometer zurück. Oben sind wir am Anfang noch recht allein, nicht mal die Touristeninfo hat geöffnet, aber die ersten Reisegruppen kommen uns bald entgegen, die mit den Bussen bis ganz nach oben fahren. Stündlich wird es voller auf dem Gelände des Klosters.

Wir nutzen die Gelegenheit und besichtigen die Basilika mit der schwarzen Madonna, lassen uns von einer Schulgruppe interviewen und fahren mit der Funicular de Sant Joan noch weiter nach oben. Mit einer maximalen Steigung von 65% ist sie die steilste Standseilbahn in Spanien. Von ganz oben haben wir einen fantastischen Blick auf die Klosteranlage von Montserrat und nach allen Himmelsrichtungen bis zum Meer nach Barcelona. Fantastisch. Dort oben könnte man jetzt noch weiter wandern, aber wir haben nut bis zum Mittag geplant, da wir noch weiterfahren Richtung Süden. Der nächste Ort hat wieder einen Bezug zu Game of Thrones und wird uns für fast 5 Tage beherbergen. Wir üben schon mal das überwintern in Spanien. Mal sehen ob dass was für uns ist.

Königslande

Stadtansicht von Girona

Nach den Flamingos und der südfranzösischen Küste geht es weiter nach Spanien. Unser letzter Versuch das Land zu „erfahren“ endete nach ein paar Kilometern auf dem Anhänger eines Abschleppers und 3 Tagen auf dem Hinterhof einer Werkstatt. Diesmal haben wir vorher viel auf Holz geklopft und fahren auf der Autobahn A9 erstmal Richtung Süden. Es zieht sich noch ganz gut, aber irgendwann kommt die Grenze, Spanien ist erreicht.  Jetzt noch knapp 70 Kilometer, dann haben wir unser erstes Tagesziel erreicht: Girona.

Kathedrale von Girona – Foto: h|b

Der Ort spielt in der 6. Staffel von Game of Thrones gleich zwei Rollen. Einmal Königsmund, wo die Cathedrale von Girona die Septe von Baelor darstellt, mit dem Start des „Walk of shame“ von Cersei und der Verheiratung von Marguery mit Tommen auf den Stufen der riesigen Treppe. In der letzten Folge der Staffel wird die Septe dann von Cersei aus Rache an den „Spatzen“ komplett durch „Seefeuer“ zerstört. Zum anderen spielen die Gässchen von Girona eine wichtige Rolle für Arya, die sich in Braavos, den Attacken der Heimatlosen erwehren muss.

Girona, Drehort „Game of Thrones“
Girona, Drehort „Game of Thrones“, Escales de Sant Marti

Dabei springt sie  auf der Flucht aus einem Fenster mitten in einen Marktplatz auf den Stufen der Escales de Sant Marti und ein Stück später rettet sie sich hinter das Theater auf dem Plaça dels Jurats. Auf der Brücke direkt daneben wird sie von der Heimatlosen mit dem Messer attackiert und verletzt. Soviel zur Dramaturgie und der Reihenfolge der Szenen. Beim Spaziergang durch die Altstadt von Girona, rund um die riesige Kathedrale, vermutet man hinter jeder Ecke gleich einem Charakter der Serie zu begegnen. Ein Muss für jeden GoT Fan.

In der Nähe der Altstadt, vielleicht 15 Minuten zu Laufen, haben wir einen Parkplatz gefunden, der auch für Wohnmobile geeignet ist. Und das sogar für „graduit“. Nach gut drei Stunden Entdeckungstour fahren wir weiter zu unserem heutigen Endziel, zum Busparkplatz an der Monistrol de Montserrat, der Zahnradbahn zum Kloster. In der Nebensaison wird geduldet, dass man dort als Wohnmobilist übernachtet, um morgens mit dem ersten Zug zum Kloster zu fahren. Das ist aber schon die nächste Geschichte.