Gestern war ich endlich mal im Botanischen Garten von Berlin. Das letzte Mal gab es noch Ost- und Westberlin und war im Rahmen der Konfirmandenfreizeit (Für alle Nichtwessis, das evangelische Pendant zur Jugendweihe 😉 ) Ende der Sechziger. Ich erinnere mich noch an lange Fußwege, Hitze und Schwüle. Und das es eigentlich ziemlich langweilig war. Weiterlesen „Ab in die Botanik“
Frühlingskätzchen
Kätzchen, ihr, der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch, ihr Schätzchen,
sagt, woher ihr stammt.
„Wollen’s gern dir sagen:
Wir sind ausgeschlagen
aus dem Weidenbaum;
haben winterüber
drin geschlafen, Lieber,
in tieftiefem Traum.“
In dem dürren Baume
in tieftiefem Traume
habt geschlafen ihr?
In dem Holz, dem harten,
war, ihr weichen, zarten,
euer Nachtquartier?
„Mußt dich recht besinnen:
Was da träumte drinnen,
waren wir noch nicht,
wie wir jetzt im Kleide
blühn von Samt und Seide
hell im Sonnenlicht.
Nur als wie Gedanken
lagen wir im schlanken
grauen Baumgeäst;
unsichtbare Geister,
die der Weltbaumeister
dort verweilen läßt.“
Kätzchen, ihr, der Weide,
wie aus grauer Seide,
wie aus grauem Samt!
O ihr Silberkätzchen,
ja, nun weiß, ihr Schätzchen,
ich, woher ihr stammt!
Christian Morgenstern
(1871-1914)
Farbrausch
Die letzten 30 Tage des Frühlings sind angebrochen, die knalligen und frischen Farben der aufschießenden Blüten, die uns alle nach dem dunklen Berliner Winter aufblühen lassen, werden durch sattes Grün ersetzt. Endlich wird es warm, auch in die Abendstunden hinein, der Sommer kündigt sich langsam an. Ein paar Temperaturspitzen hatten wir ja schon, aber eher im Süden der Republik, in Berlin ist es noch frisch.
Das Foto zum Artikel ist bereits vor ein paar Wochen im Treptower Park entstanden. Die Farbverstärkung ist dem Szeneprogramm meiner Olympus zu verdanken, vielleicht etwas bonbonfarbig, aber es bringt die Stimmung gut zum Ausdruck. Genießen wir also das letzte Frühlingsdrittel mit seinen Farben.
Metamorphose
Zuerst ist sie knallgelb und sieht aus wie ein gewöhnlicher Löwenzahn. Diesen Namen verdankt sie ihrer gezackten, gelben Blätter. Aber das ist nur einer von rund 500 Namen, die man dieser Pflanze gegeben hat.
Irgendwann im Rahmen der Fruchtreife verpuppt sie sich und wenn sie wieder das Licht der Welt erblickt, ist sie eine wundervoll filigrane Pusteblume, die ihre Samen mit dem Wind in die ganze Welt verteilt und neuen gewöhnlichen Löwenzahn entstehen lässt.
Sommerfrühling
Das Wetter ist zeitlich entweder etwas hinterher, oder etwas der Zeit voraus, so genau lässt es sich im Moment nicht bestimmen. Da sind mal an einem Tag 28 Grad mit Gewitterneigung, also durchaus Sommer, am nächsten Tag wieder 11 Grad mit Regen und stürmisch, eher im April zu finden. Aber das Wetter ist halt wie es ist und man muss nehmen wie es kommt. Schichtkleidung und Regenschirm sind im Moment sinnvolle Attribute für das Verlassen des Hauses. In diesem Sinne… „Immer schön den Blick zum Himmel“.
Kringelblume
Bleiben wir bei dem ekligen Wetter noch ein wenig in der schönen, bunten Welt der Blumen. Hatte das letzte Foto einen hohen Grünanteil, dominiert jetzt das freundliche Gelb. Die kleinen Blütenstempel sehen aus wie kleine Seepferdchen, die sich im frischen Wind an die Anemone krallen. Wenn man nur genau hinschaut, bietet die Natur eine dermaßen Farben- und Formvielfalt, dass man als Mensch mit seinen begrenzten Möglichkeiten ganz neidisch wird.
[Olympus OM-D E-M5, 12-40/2.8 Pro, 40mm / f.5.0 / ISO 200]
