Spiegelei

Ein Reiz in der Architekturfotografie liegt in der Gegenüberstellung von Alt und Neu. Auf der einen Seite eine moderne, gebrochene Glasfassade, auf der anderen Seite ein Gebäude der Charite aus dem letzten Jahrhundert. Zusätzlich verleiht die mittägliche Wintersonne dem Backsteingebäude einen warmen Glanz, der wiederum das kalte Glas perfekt konterkariert.

> Gesehen in Berlin in der Dorotheenstraße, fotografiert mit der Olympus OM-D E-M5 und der Festbrennweite 17mm bei einer 500stel Sekunde und Blende 4.5. <

Gespensterwald

Um einem schönen, aber vielleicht etwas langweiligem Wald etwas mehr Faszination zu geben, kann mit kleinen fotografischen Mitteln den „Spookyness“-Faktor etwas erhöhen. Eine Möglichkeit ist das „Verwischen“. Da sich der Wald nicht bewegt, zumindest sollte er das im Normalzustand nicht, gebe ich ihm mit einem kleinen Mitzieher und einer etwas längeren Belichtungszeit, in diesem Fall einer 125stel Sekunde bei Blende 9 die benötigte Dynamik mit, in dem ich die Kamera mit dem Auslösen leicht nach oben ziehe. Etwas Betonung auf das Grüne in der Nachbearbeitung und die Helligkeit etwas überbetonen, fertig ist der kleine Gespensterwald, der übrigens in Warnemünde zu finden ist.

Trügerische Sicherheit

Wer heute Abend zur „Cinema for Peace“ Gala geladen ist, muss direkt durch ein Kunstwerk des chinesischen Künstlers Ai Weiwei hindurchschreiten. 2000 Rettungswesten von den Stränden der Insel Lesbos zieren die sechs Säulen des Konzerthauses Berlin und machen auf die gefahrvolle Flucht nach Europa aufmerksam. In Lesbos gibt es inzwischen ganze „Rettungswestenfriedhöfe“ mit über 100.000 Rettungswesten. Trügerische Sicherheit weiterlesen

Raubmöwen

Wie die Geier kreisen Sie über Backfisch-Udo am alten Strom in Warnemünde. Immer auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Ein ohrenbetäubendes Gekreische begleitet das Spektakel und jeder der sich vielleicht gerade ein Backfischbrötchen gekauft hat, tut gut daran entweder einen Schirm aufzuspannen, oder den Oberkörper schützend über das Objekt der Begierde zu beugen.

Denn die Möwenmeute, die wie kleine Kampfbomber immer wieder zwischen die Passanten stoßen, lauern mit ihren kleinen Augen auf den einen unbedachten Moment. Den Moment, wenn das Essen unbedacht gehalten wird. Dann schlagen sie zu. Im besten Fall können sie es festhalten und sofort damit verschwinden, im ungünstigsten Fall schlagen sie es aus der Hand und es fällt auf den Boden. Dann ist das Gekreische noch lauter, denn jetzt geht es ums Ganze. Wer erobert die Trophäe. Verloren hat auf jeden Fall der „Gourmet“ der sich eben noch auf sein Fischbrötchen freute.

Scherenschnitt

Manchmal drehe ich morgens – bevor ich endgültig ins Büro gehe – noch eine kleine Runde durch den Park am Nordbahnhof. Außer ein paar Joggern oder Hundehalter ist da niemand und wenn mir dann noch die Morgensonne ins Gesicht scheint, und mich der Alex von der Ferne grüßt, muss ich mich echt überwinden den letzten Schritt zu gehen. Den Schritt vorbei am Pförtner ins Büro, in dem ich dann den ganzen Tag nicht mehr viel Sonne sehe. Und wenn ich abends wieder „raus darf“, ist sie in der aktuellen Jahreszeit schon wieder verschwunden.

[OM-D E-M5 / 40mm / 1/1000 / f22 / ISO 200]