Riesenrad to go

Riesenrad im Spreepark hinter Bäumen

Lautes Hämmern hallt durch den winterlichen Treptower Wald, Lastkräne strecken ihre Arme in die Höhe, aber da ist nichts mehr zu heben. Dort wo bis vor Kurzem noch das Riesenrad des Spreeparks im Wind quietschte und knarrte, herrscht jetzt eine große Leere. Ich hatte gehofft noch schnell ein Bild machen zu können, vom Gerippe, dem halb abgebauten Rad, aber ich bin leider zu spät.

Kräne im Spreepark Berlin
Abbau – Foto: h|b

Im letzten Jahr, zur Kunstaktion im Spreepark, konnte ich im Vorbeigehen noch ein paar Fotos schießen. Da war ja schon klar, dass der Spreepark umgebaut wird und damit einhergehend auch das Riesenrad abgebaut und restauriert wird. Nach der Eröffnung soll es sogar illuminiert werden, dann leuchtet es weithin in die Berliner Nacht. Wir werden uns das sicher 2024 anschauen, wenn wir wieder mal auf Stippvisite in Berlin vorbeischauen. Vielleicht fahren wir dann sogar mal eine Runde mit. Haben wir ja 2001 als wir nach Berlin zogen und der Spreepark noch offen war leider nie geschafft.

Rettet die Schneemänner – Metamorphose #4

Schneemann

Im Winter 2010 fand auf der grünen Wiese des Schlossplatzes ein Happening statt. Ende Januar demonstrierten hier hunderte von Schneemännern bei -10° C zur Freude der Berlinerinnen und Berliner auf dem Schlossplatz in Berlin für mehr Engagement gegen die Klimaerwärmung. Von dieser war allerdings in diesem Winter kaum etwas zu spüren, sollte er doch als einer der längsten und schneereichsten in die Annalen von Berlin eingehen. Selbst die Kinder hatten irgendwann genug von dem weißen Zeugs und der Rodelberg im Friedrichshainer Volkspark verlor an Attraktivität. In dem Jahr konnte man sogar Eishockey auf dem Weissensee spielen. Ein echt verrückter Winter mit coolen Schneemänner und – frauen als temporäre Platzhalter für das Stadtschloss.

Nachthell

Berlin ist ja grundsätzlich nicht wirklich dunkel. Die Lichtverschmutzung in großen Städten sorgt dafür, das es selbst in Neumondnächten ausreichend hell ist. Noch stärker macht sich das bemerkbar, wenn es anfängt zu schneien. War der Blick zum Fenster eben noch relativ und erwartungsgemäß dunkelgrau, wechselt das Licht mit jeder fallenden Schneeflocke hin zu einem helleren Grau. Wenn dann alles mit frischem, weißem Schnee bedeckt ist, die Töne nur noch gedämpft das kuschlig, warme Wohnzimmer erreichen, dann ist es draußen auf einmal auch mitten in der Nacht überirdisch hell.

Wintersonnenwende

Heute ist der kürzeste Tag in diesem Jahr und der Winter beginnt. Kalendarisch. Das „draußen“ fühlt sich ja eher nach Frühling an. So als hätten wir den Winter glatt übersprungen. Nicht dass ich was dagegen hätte, aber es gibt nun mal 4 Jahreszeiten. Als Berliner ist man ja immer auf der Hut und traut der Sache nicht. Wohl wissend, dass der schneidende Wind aus Sibirien schon irgendwann hier eintreffen wird. Ob mit oder ohne Schnee ist dann egal, es wird kalt. Lausig kalt. War bisher immer so. Aber jetzt feiern wir erstmal grüne Weihnachten. Statt Würstchen, Kartoffelsalat und Glühwein gibt es Steak vom Grill und kaltes Bier und statt Lichterketten am Weihnachtsbaum, leuchten Lampions und Windlichter im Garten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern meines kleinen Blogs schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Wintereinbruch in Berlin

Rodelbahn am Potsdamer Platz

Kaum sind die letzten Buden der Herbstmärkte weggeräumt und die Lichter des FoL erloschen, nimmt das Unheil seinen Lauf. Wenn am Potsdamer Platz die Arbeiter erstmal wieder die Stangen zusammenschrauben und die Abdeckplane weiß in der Herbstsonne glänzt ist klar: Der Winter kommt. Zwar ist und bleibt er an diesem Ort künstlich, aber bald wird es hier wieder nach Glühwein riechen und Berge von Bratwürsten wechseln die Besitzer.

Denn Zeit ist Geld und je früher der Rubel rollt, desto besser für die Veranstalter der Märkte. Bereits am nächsten Wochenende geht es los, dann rollen die Tubes mit kreischenden Teenies die 70 Meter lange Rodelbahn herunter und der tauende Schnee tropft auf die Passanten. Wer mag, kann sich beim Apres Ski in der Original Salzburger Schmankerl-Hütte Rindfleischsulzerl, Gebirgsräucherforelle, oder Kaspreßknödel schmecken lassen. Ski heil und wohl bekomms.

Ich möchte ein Eisbär sein …

Bergziege, getarnt als Eisbär - Foto: h|b
Bergziege, getarnt als Eisbär – Foto: h|b

…dann wär mir nicht so kalt. Denk ich mal. Eisbären haben ja ein schönes, dickes Fell. Die aktuellen Temperaturen in Berlin entlocken den Eisbären im Tierpark wahrscheinlich nur ein leichtes Grinsen, aber ich könnte mich langsam wieder mit 2-stelligen Werten anfreunden.

Einer der Eisbären versuchte sich bei unserem Besuch als Kletterkünstler entlang der Felsen. Nicht ganz so filigran wie ein Steinbock oder eine Bergziege, aber doch recht trittsicher. Die Anderen drehten lieber eine Runde im „Pool“, es war ihnen wahrscheinlich zu warm an der Luft.

Puddle #4

Uferspaziergang - Foto: h|b
Uferspaziergang – Foto: h|b

Ich bin ja nur froh, dass wir immer noch Plustemperaturen haben. Wäre echter Winter, hätten wir bei den andauernden Niederschlägen sicherlich schon einen Meter Schnee. So bleibt es bei Pfützen, die allerdings bei geeignetem Untergrund schon mal zu Seenplatten mutieren können, die man selbst mit Ultraweitwinkel nicht mehr in ihrer Gänze erfassen kann. Das RAW Gelände in Friedrichshain lässt sich zum Teil nur noch mit Gummistiefeln durchqueren, oder balancierend auf Mauervorsprüngen. Dafür bietet es dann prima Perspektiven für die Fotografie von Spiegelwelten. Der Regen bringt Segen 😉

Schneefrei

Vor einem Jahr brach der Winter Ende März noch mal über Berlin herein - Foto: h|b

So sollte es Ende März aussehen - Foto: h|b

Grad mal ein Jahr ist es her, als der Winter Ende März noch mal kurz und heftig über Berlin hereinbrach. Als ich an diesen Morgen, dem 29. März 2013 aufwachte und aus dem Fenster auf den Comeniuspark schaute, traute ich meinen Augen nicht. Es schneite wie verrückt und draussen war alles weiß. Der Winter war zurück. Gottseidank bleiben wir diese Jahr von ähnlichen Wetterkapriolen verschont und konnten heute einen wunderschönen Frühlingstag im Tierpark Berlin genießen. So wie es sich für Ende März gehört.

Bauernregel

20140122-205105.jpg

„Ist bis Dreikönigtag kein Winter, so kommt auch keiner mehr dahinter.“ So viel dazu. Erst blühen Weihnachten statt der Eisblumen fast die Krokusse und Silvester hätte es fast zum anbaden in der Ostsee gereicht, anschließend beginnt das neue Jahr mit einer Art Vorfrühling. Als auch am 6. Januar, diesem ominösen Dreikönigstag, von Winter keine Spur zu sehen ist, atmen alle auf. In diesem Jahr wird uns der Winter nicht so zusetzen wie im letzten Jahr. Allgemeines Aufatmen, gegenseitiges Schulterklopfen. Berlin, wir haben überlebt.

Bis vorgestern. Jetzt haben wir den Salat. Erst völlig spontanes und nie erwartetes Blitzeis, eine meteorologische Unverschämtheit sondergleichen, und dann fällt in der Nacht auch noch dieses weiße Zeug vom Himmel. Ein untrügliches Zeichen und der Beweis: Es ist wirklich WINTER. Also Winter ist eh, von der Jahreszeit her, aber muss man es denn sooo deutlich zeigen? Ein wenig mehr Zurückhaltung wäre in der Stadt durchaus angebracht. Großstädter sind nicht wirklich auf solche Unbillen eingestellt. Echt jetzt. Also, Winter, auf ein Wort: War nett mit dir, aber es reicht. Tschüssikowski.