Winter adé

Schwäne auf dem Eis der Spree vor der Oberbaumbrücke

Bevor die letzten Schneereste dem Regen und der Sonne zum Opfer fallen, möchte ich noch schnell den diesjährigen Berliner Winter zu Wort kommen lassen. Er war ja seit langem wieder mal knackig kalt, teilweise bis -18 Grad und netterweise hatte es rechtzeitig geschneit, so dass an Sonnentagen ein richtiges Winter Wonderland zu bestaunen war. Die Kiddz konnten endlich wieder mal raus und tagelang Schlitten fahren. Die zugefrorene Spree und die umliegenden Seen waren an sonnigen Sonntagen ein beliebtes Ausflugsziel.

Menschen im Schnee an der Spree
Down by the river – Foto: h|b

Inzwischen ist es rund 18 Grad wärmer als noch die letzte Woche und bis zum Wochenende sollen es bereits zweistellige Temperaturen sein. Aber noch ist es Februar und der Winter ist vielleicht noch für die eine oder andere Überraschung gut. Bis zum Frühling ist es immerhin noch etwas über einen Monat. Und selbst dann gab es in Berlin schon öfter unangenehme Überraschungen. Mit meiner kleinen Galerie schließe ich persönlich den Winter ab und hoffe, dass er auch nicht zurückkommt.

Riesenrad to go

Riesenrad im Spreepark hinter Bäumen

Lautes Hämmern hallt durch den winterlichen Treptower Wald, Lastkräne strecken ihre Arme in die Höhe, aber da ist nichts mehr zu heben. Dort wo bis vor Kurzem noch das Riesenrad des Spreeparks im Wind quietschte und knarrte, herrscht jetzt eine große Leere. Ich hatte gehofft noch schnell ein Bild machen zu können, vom Gerippe, dem halb abgebauten Rad, aber ich bin leider zu spät.

Kräne im Spreepark Berlin
Abbau – Foto: h|b

Im letzten Jahr, zur Kunstaktion im Spreepark, konnte ich im Vorbeigehen noch ein paar Fotos schießen. Da war ja schon klar, dass der Spreepark umgebaut wird und damit einhergehend auch das Riesenrad abgebaut und restauriert wird. Nach der Eröffnung soll es sogar illuminiert werden, dann leuchtet es weithin in die Berliner Nacht. Wir werden uns das sicher 2024 anschauen, wenn wir wieder mal auf Stippvisite in Berlin vorbeischauen. Vielleicht fahren wir dann sogar mal eine Runde mit. Haben wir ja 2001 als wir nach Berlin zogen und der Spreepark noch offen war leider nie geschafft.

Rettet die Schneemänner – Metamorphose #4

Schneemann

Im Winter 2010 fand auf der grünen Wiese des Schlossplatzes ein Happening statt. Ende Januar demonstrierten hier hunderte von Schneemännern bei -10° C zur Freude der Berlinerinnen und Berliner auf dem Schlossplatz in Berlin für mehr Engagement gegen die Klimaerwärmung. Von dieser war allerdings in diesem Winter kaum etwas zu spüren, sollte er doch als einer der längsten und schneereichsten in die Annalen von Berlin eingehen. Selbst die Kinder hatten irgendwann genug von dem weißen Zeugs und der Rodelberg im Friedrichshainer Volkspark verlor an Attraktivität. In dem Jahr konnte man sogar Eishockey auf dem Weissensee spielen. Ein echt verrückter Winter mit coolen Schneemänner und – frauen als temporäre Platzhalter für das Stadtschloss.

Nachthell

Berlin ist ja grundsätzlich nicht wirklich dunkel. Die Lichtverschmutzung in großen Städten sorgt dafür, das es selbst in Neumondnächten ausreichend hell ist. Noch stärker macht sich das bemerkbar, wenn es anfängt zu schneien. War der Blick zum Fenster eben noch relativ und erwartungsgemäß dunkelgrau, wechselt das Licht mit jeder fallenden Schneeflocke hin zu einem helleren Grau. Wenn dann alles mit frischem, weißem Schnee bedeckt ist, die Töne nur noch gedämpft das kuschlig, warme Wohnzimmer erreichen, dann ist es draußen auf einmal auch mitten in der Nacht überirdisch hell.

Wintersonnenwende

Heute ist der kürzeste Tag in diesem Jahr und der Winter beginnt. Kalendarisch. Das „draußen“ fühlt sich ja eher nach Frühling an. So als hätten wir den Winter glatt übersprungen. Nicht dass ich was dagegen hätte, aber es gibt nun mal 4 Jahreszeiten. Als Berliner ist man ja immer auf der Hut und traut der Sache nicht. Wohl wissend, dass der schneidende Wind aus Sibirien schon irgendwann hier eintreffen wird. Ob mit oder ohne Schnee ist dann egal, es wird kalt. Lausig kalt. War bisher immer so. Aber jetzt feiern wir erstmal grüne Weihnachten. Statt Würstchen, Kartoffelsalat und Glühwein gibt es Steak vom Grill und kaltes Bier und statt Lichterketten am Weihnachtsbaum, leuchten Lampions und Windlichter im Garten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern meines kleinen Blogs schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.