AUS

Kunstwerk „Aus“

Aus, aus, das Spiel ist aus. Nach 49 Jahren und 3 Monaten ist der Punkt erreicht, wo ich den jungen Leuten das Feld überlasse. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge hab ich gestern zum letzten Mal mein Notebook zugeklappt. Mein Diensthandy ist schon weg, damit sind alle dienstlichen Kommunikationswege gekappt.

Montage werden ab sofort keine besondere Bedeutung mehr haben, sind sie doch einfach Tage in der Folge von endlosen Tagen, die mich jetzt in der neugewonnen Freiheit erwarten. Daher auch das neue Titelbild des Blogs, aufgenommen in Norwegen auf einer Schaukel mit Blick auf den Briksdalsbreen. Unser Schicksalsgletscher.

Seit heute sind wir unterwegs mit Ziel Spanien. Wir flüchten aus dem grauen, regnerischen Deutschland, um an der spanischen Küste zu überwintern. Wie es uns dabei ergeht, dann in Kürze in diesem Blog. Stay tuned…

Winter adé

Schwäne auf dem Eis der Spree vor der Oberbaumbrücke

Bevor die letzten Schneereste dem Regen und der Sonne zum Opfer fallen, möchte ich noch schnell den diesjährigen Berliner Winter zu Wort kommen lassen. Er war ja seit langem wieder mal knackig kalt, teilweise bis -18 Grad und netterweise hatte es rechtzeitig geschneit, so dass an Sonnentagen ein richtiges Winter Wonderland zu bestaunen war. Die Kiddz konnten endlich wieder mal raus und tagelang Schlitten fahren. Die zugefrorene Spree und die umliegenden Seen waren an sonnigen Sonntagen ein beliebtes Ausflugsziel.

Menschen im Schnee an der Spree
Down by the river – Foto: h|b

Inzwischen ist es rund 18 Grad wärmer als noch die letzte Woche und bis zum Wochenende sollen es bereits zweistellige Temperaturen sein. Aber noch ist es Februar und der Winter ist vielleicht noch für die eine oder andere Überraschung gut. Bis zum Frühling ist es immerhin noch etwas über einen Monat. Und selbst dann gab es in Berlin schon öfter unangenehme Überraschungen. Mit meiner kleinen Galerie schließe ich persönlich den Winter ab und hoffe, dass er auch nicht zurückkommt.

Riesenrad to go

Riesenrad im Spreepark hinter Bäumen

Lautes Hämmern hallt durch den winterlichen Treptower Wald, Lastkräne strecken ihre Arme in die Höhe, aber da ist nichts mehr zu heben. Dort wo bis vor Kurzem noch das Riesenrad des Spreeparks im Wind quietschte und knarrte, herrscht jetzt eine große Leere. Ich hatte gehofft noch schnell ein Bild machen zu können, vom Gerippe, dem halb abgebauten Rad, aber ich bin leider zu spät.

Kräne im Spreepark Berlin
Abbau – Foto: h|b

Im letzten Jahr, zur Kunstaktion im Spreepark, konnte ich im Vorbeigehen noch ein paar Fotos schießen. Da war ja schon klar, dass der Spreepark umgebaut wird und damit einhergehend auch das Riesenrad abgebaut und restauriert wird. Nach der Eröffnung soll es sogar illuminiert werden, dann leuchtet es weithin in die Berliner Nacht. Wir werden uns das sicher 2024 anschauen, wenn wir wieder mal auf Stippvisite in Berlin vorbeischauen. Vielleicht fahren wir dann sogar mal eine Runde mit. Haben wir ja 2001 als wir nach Berlin zogen und der Spreepark noch offen war leider nie geschafft.

Rettet die Schneemänner – Metamorphose #4

Schneemann

Im Winter 2010 fand auf der grünen Wiese des Schlossplatzes ein Happening statt. Ende Januar demonstrierten hier hunderte von Schneemännern bei -10° C zur Freude der Berlinerinnen und Berliner auf dem Schlossplatz in Berlin für mehr Engagement gegen die Klimaerwärmung. Von dieser war allerdings in diesem Winter kaum etwas zu spüren, sollte er doch als einer der längsten und schneereichsten in die Annalen von Berlin eingehen. Selbst die Kinder hatten irgendwann genug von dem weißen Zeugs und der Rodelberg im Friedrichshainer Volkspark verlor an Attraktivität. In dem Jahr konnte man sogar Eishockey auf dem Weissensee spielen. Ein echt verrückter Winter mit coolen Schneemänner und – frauen als temporäre Platzhalter für das Stadtschloss.