Mein Timehop von vor drei Jahren zeigt mir ein Instagramfoto von der Warschauer Brücke mit dem ersten Schnee und ein Screenshot der Wetterapp mit prognostizierten Temperaturen von bis zu -8 Grad. Aus der Sicht gesehen, macht mir aktuell das bisschen Novemberregen bei fast angenehmen Plusgraden gar nichts aus. Im Gegenteil, lädt es doch geradezu ein, ein paar Fotos mit Lichtspielereien auf nassen, sich spiegelnden Flächen zu schießen. Da es inzwischen auch dunkel ist, wenn ich auf dem Weg nach Hause bin, sieht das gleich noch schöner aus. Die Kamera setze ich dabei auf eine längere Belichtungszeit, suche mir einen Laternenmast als stabilen Halt und schon kann ich locker ein paar Sekunden belichten. In diesem Sinne: „It’s raining man, hallelujah…“
Nachwuchs
Nachdem es mir gelungen ist, mein ganzes DSLR Equipment am letzten Wochenende in gute Fotografenhände abzugeben, war es Zeit für den nächsten Schritt. Da Amazon mir entgegenkam und den aktuellen Preis, just als die Entscheidung anstand, noch mal gesenkt hat, ging die Bestellung gestern Abend raus und heute steht sie nun in trauter Dreisamkeit bereits auf dem Tisch. Sie ist ausnahmsweise sogar kleiner als die analoge Olympus. Die Einstellungen sind gesetzt, ab morgen muss sie sich im Feld bewähren. Ich bin gespannt.
Spiegellos in die Zukunft
Nach langem hin- und herüberlegen habe ich heute meine Olympusausrüstung in der Verkauf gestellt. Die Zeit ist reif für Neues und das Neue kommt ohne Spiegel aus. Was bisher Spiegelreflex war und mich mit Unterbrechungen aus den 70er bis heute fotografisch begleitet hat, muss für die Zukunft ohne Spiegel auskommen. Zumindest für mich. Die neuen Systemkameras, allen voran Olympus, haben den Trend eingeleitet und es wird spannend zu sehen sein, wie es sich die nächsten Jahre weiterentwickelt. Werden die Anderen auch über kurz oder lang auf den Spiegel verzichten? Leiten die Spiegellosen nur eine Epoche der Verirrung ein? Werden wir später alle wieder analog fotografieren? Wer muss in die Nische? Interessante Fragen, die ich für mich jetzt erstmal entschieden habe: Die Zeit der Spiegellosen beginnt. Die Olympus OM-D EM5 wird mich ab Dezember fotografisch begleiten, geübt habe ich ja bereits mit der E-PL3 und das kleine aber trotzdem hochwertige System begeistert mich. Wer Interesse am Verkaufsangebot hat, kann hier nachschauen.
34 Millimeter

Das letzte Mal als ich einen Fotoapparat mit einer festen Brennweite genutzt habe, muss schon eine ganze Weile her sein, irgendwann in den 80ern würde ich sagen. Für meine analoge Olympus hatte ich ein 50er, ein 35er und ein 28er. Das 50er am lichtstärksten, mit einer 1,4er Offenblende. Mit der digitalen Kamera Anfang 2000 hielten auch die Zooms Einzug. Ein 14-54 und ein 50-200 – da Olympus mit dem Fourthirds-System einen Cropfaktor von 2 hat, muss man die Brennweiten mit 2 multiplizieren – reichten für alle Gelegenheiten aus.

Mit dem Olympus mFT-System rückten die festen Brennweiten neben den Zooms wieder stärker in den Fokus der Entwicklung. Durch den Wegfall des Spiegels sind andere Auflagenmaße möglich, was die Entwicklung spezieller Objektive reizvoll macht. So ganz genau weiß ich nicht, wieso man Festbrennweiten einem Zoom vorziehen sollte, verliert man doch den Vorteil von jedem Standort den optimalen Ausschnitt wählen zu können. Klar, ein Zoom in einer akzeptablen Preisklasse, hat einen Blendenbereich der viel Licht voraussetzt. Je lichtstärker, desto teurer. Das neue Olympus 12-40 (24-80) mit einer durchgehenden Lichtstärke von 2,8 kostet stolze 1000€.

Insgesamt also eine gute Gelegenheit mal etwas neues auszuprobieren. Mit der neuen E PL-3 habe ich ja schon abgerüstet, und nun habe ich mir gebraucht ein 17 mm, Blende 2,8 über ebay geshoppt. Das entspricht mit umgerechnet 34 mm Kleinbild der klassischen Linse für Streetfotografie. 34 mm entsprechen in etwa unserem natürlichen Sehverhältnis. Die Kamera wird damit auch noch etwas kleiner und gegenüber dem Kitzoom 14-42 auch ein Stück lichtstärker. Ideal für das fotografieren ohne groß aufzufallen.
Da das Wetter in Berlin heute bedeckt aber trocken ist, bin ich gleich mal los in die freie Wildbahn. Vom Hauptbahnhof laufe ich rüber zum Kanzleramt, wo die Bäume in knalligen Herbstfarben darauf warten auf die Speicherkarte gebannt zu werden. Auf dem Weg zum Alexanderplatz, „Unter den Linden“ entlang, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten das Objektiv unter Streetbedingungen zu testen. Da ich mit Begleitung unterwegs bin, muss es auch meist schnell gehen. Der erste Eindruck gefällt mir, das Objektiv hält was es verspricht, Berlin ich komme.
Eigene Welten

Der erste der uns auf der Treppe der Berliner Opernwerkstätten am Donnerstagabend entgegenkam war der Schauspieler Peter Lohmeyer, brav mit einer OM-D 5 in der Hand, so wie die vielen anderen Besucher der Vernissage auch. Das war das faszinierendste an diesem Abend, vordergründig eine ganz normale Kunstparty, aber jede und jeder bewaffnet war mit der „kleinen Schwarzen“, der spiegellosen Olympus, immer bereit dem Slogan „Create your own world“ Folge zu leisten. Das habe ich natürlich auch getan und herausgekommen sind eine Menge Bilder, die ich nach der Veranstaltung auf der Speicherkarte mit nach Hause nehmen durfte. Nur die Kamera, die musste ich leider wieder zurückgeben.

Die Künstler haben ja inzwischen ihre „eigenen Welten“ bereits kreiert und die haben wir uns an diesem Abend zwischen Sekt und Schnittchen in Ruhe angeschaut. Von Pilzkulturen über Laserinstallationen, bis hin zu einer geheimnisvollen Box, in der man von aussen nur ein kleines Guckloch sehen kann. Die Kamera im Weitwinkelmodus durch das Guckloch und zwei Personen innerhalb der Box bringen das „Aha“- Erlebnis. Nachdem wir alle Stationen besucht hatten, inklusive des „Darkrooms“ zum Malen mit Licht, hier kommt der Time-Mode der OM-D wunderbar zum Einsatz, genossen wir den restlichen Abend entspannt bei elektronischer Musik und geistigen Getränken.
Weitere meiner Bilder und einen „offiziellen“ Bericht zur Vernissage findet ihr im Hauptstadtblog.
Photographie Playground – Ein Werkstattbesuch

Bevor eine Vernissage in der nächsten Woche die Ausstellung eröffnet, durfte ich heute bereits einen kleinen Blick hinter die Kulissen des kommenden „OM-D Photographie Playgrounds“ werfen. Dazu werden gerade die alten Opernwerkstätten in Berlin zu einer interaktiven Spielwiese umgebaut. Ich treffe mich mit Jessica von „united communications“ unter dem großen Veranstaltungsplakat und über den staubigen Vorplatz erreichen wir den Eingang. Also eher Nebeneingang, denn überall wird noch gebaut und wo eben eine Treppe war, ist etwas später nur noch eine Leiter. Wir gehen durch verwinkelte mit Linoleum belegte Flure und fahren mit einem alten Lastenaufzug hinauf in den dritten Stock, in den „Taubenschlag“. So nennen die Veranstalter diesen Bereich und tatsächlich turteln und flattern ein paar Tauben mitten zwischen den Installationen herum. Weiterlesen „Photographie Playground – Ein Werkstattbesuch“








