Fridays for Greta

Der Auflauf war immens. Kurz nach 14 Uhr dann der kurze Höhepunkt: Greta Thunberg, heute als „International Guest“ auf der „Friday for Future“ Demo in Berlin angekündigt, sprach ein paar Worte ins Mikro. Großer Jubel nach jedem Satz. Dann Ende der Veranstaltung, Greta wird in einem Sicherheitskordon weggebracht, alle Schüler zurück nach Hause. Das wars.

FFF - Podium mit Greta Thunberg
FFF – Podium mit Greta Thunberg – Foto: h|b

Wird davon jetzt das Klima gerettet? Kleine Anekdote am Rande: Zwei Mädels versuchen ihr „Klimapappschild“ im Mülleimer zu entsorgen, passt natürlich nicht rein. Knicken scheint intellektuell zu anspruchsvoll, also wird’s einfach davor geworfen. Das mit der Müllentsorgung üben wir aber noch mal.

Der Text auf dem Schild lautet übrigens: „Ask me, this is my future?“ Müsste eigentlich „… is this …“ heißen, wenn es eine Frage ist, oder? Wobei, irgendwie gibt der Satz eh keinen Sinn. Geht ja aber auch nicht um englische Grammatik, sondern um unser Klima.

Wo sind die Schüler? – Foto: h|b

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, ich sympathisiere mit den Anliegen der Schüler, die Freitags für unsere Zukunft demonstrieren. Auch dass sie dafür die Schule „schwänzen“ finde ich nicht verwerflich. Ich finde auch Greta toll, die das Rad ins Rollen gebracht hat und dafür in den sozialen Medien Hass und Häme erntet von denjenigen, für die jede Veränderung Teufelszeug ist. Einmal die Kommentare unter Beiträgen zur jungen Schwedin in Facebook lesen und man will gar nicht mehr, dass die Welt gerettet wird. Macht weiter so, aber gern ein wenig ernster und nachhaltiger.

Eidechsenwetter

Eidechse an der französischen Küste

Vor zwei Wochen haben wir alle noch gejammert wo denn der Sommer bliebe. Gebibbert während der Schafskälte haben wir, obwohl der Sommer laut Kalender längst da sein sollte. Irgendwie war früher doch alles besser und Rudi Carell hatte eh Recht. Aber nun zeigt uns der Sommer grad was ne Harke ist.

Im Moment würden sich wohl selbst Eidechsen tief im Steinschatten verstecken, auch wenn sie die Hitze ja gewohnt sind. Aber gefühlte 50 Grad sind dann doch irgendwie zu viel. Vor allen Dingen in einer Stadt, wo der Asphalt und die Häuserwände die Hitze speichern und gleich wieder abstrahlen. Bleibt also nur zu Hause alles zu verdunkeln, die Füße tief im Eimer mit Eiswasser versenken, viel trinken und zu warten, bis der Abend die Temperatur auf ein erträgliches Maß reduziert hat, um eine Runde durch den Kiez zu laufen.

[Olympus OM-D E-M5, 12-50, 50mm / f.5.6/ ISO 200]

Berlin im Fieber

Unbarmherzig knallt die Sonne vom blauen Himmel - Foto: h|b
Unbarmherzig knallt die Sonne vom blauen Himmel – Foto: h|b

„Am Samstag und Sonntag bekommt Deutschland Fieber. Wir erwarten das bisher heißeste Wochenende des Jahres“ sagt Andreas Friedrich, vom Deutschen Wetterdienst (DWD). War es Anfang des Jahres die nordatlantische Oszillation die uns in Berlin einen harten und ewig dauernden Winter bescherte, verdanken wir die aktuellen Sommertage einer „Omega“ Wetterlage. Dabei sind wir in der Mitte eines angenommenen Omegas, von oben strömt trockene, skandinavische Luft zu uns, und um uns herum stabilisieren zwei Tiefdruckgebiete diese Konstellation. Das führte bisher zu einer stabilen und trockenen Hochdrucklage, verhinderte aber auch den dringend notwendigen Regen. Seit dem 2. Juli hat es jetzt in Berlin nicht mehr geregnet. Ab morgen dreht sich das Ganze nun und es strömt heiße Luft aus Nordafrika auf direktem Wege über das Mittelmeer zu uns. Im Zusammenspiel mit der Sonneneinstrahlung steht daher das bisher heißeste Wochenende des Jahres bevor. Ich werde dann wohl den Keller mal wohnlich einrichten gehen.
Brunnen machen das Klima erträglich - Foto: h|b
Brunnen machen das Klima erträglich – Foto: h|b