Ein Stück Bretagne in Berlin – Foto: h|b
In unserem Bretagne- und Normandieurlaub dieses Jahr haben wir eine bretonische Leckerei kennengelernt, die wir bis dato nicht kannten: Galette. Ist wie Crepes, nur halt nich süß. Statt Weißmehl nimmt man Buchweizen und statt Nutella, alles was man so an herzhaften Sachen da hat. Schinken, Pilze, Spiegelei, Jakobsmuscheln, what ever. Ersetzt ein ganzes Mittagessen.
Zurück in Berlin haben wir mal geschaut, ob es möglich ist, den kulinarischen Urlaub zu verlängern und siehe da, bei einem unserer Kiezspaziergänge treffen wir doch glatt auf das Café Melt in der Grünberger Strasse 40. Klein, kuschelig, „une piece de la France à Berlin“. Das ausgewählte Galette zauberte den herrlichen Urlaub kurz zurück. Allerdings nicht vergleichbar mit einem Galette auf der Terrasse in St. Malo. Aber das ist eh klar.
Die heutige Tür kann auf eine künstlich hinzugefügte Zahl verzichten. Die korrekte Hausnummer passt. Bei der Suche nach den letzten Türchen für den Adventskalender und meinem eingeschränkten Aktionsradius fand sich aber ganz in der Nähe genau das Richtige: Die Tür aus der Martina Gedeck alias Christa-Maria Sieland ging, bevor sie vom einzigen LKW auf weiter Flur überfahren wurde. Die Tür, die auf den Dachboden führte, in dem Ulrich Mühe alias Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler hockte, um die Wohnung von Theaterschriftsteller Georg Dreyman abzuhören, die sich auch hinter dieser Tür befand. Das alles ist bekannt, wenn auch Quatsch, da diese Häuser, Ausläufer der Stalinbauten, gar keine Dachböden haben, sondern schlichte, flache Hausdächer. Aber etwas künstlerische Freiheit muss sein. Ich wünsche euch allen einen schönen 4. Advent.
Feuer & Flamme für Fondue
Wer einmal lecker Fondue essen möchte, vielleicht jetzt zu Weihnachten eine schöne Anregung, sollte sich bei „Feuer & Flamme“ einen Tisch reservieren. Ob deftig oder süß, es bleiben keine Wünsche offen. Früher war das Ecklokal eine Kneipe namens „Manuela“, danach mal so etwas wie ein Schnitzelparadies, war aber alles nicht von Dauer. Jetzt scheint die richtige Marktlücke gefunden. Immer gut besucht und schon über fünf Jahre am Start.
Leckeren Kuchen gibt es im „Milch und Zucker“ – Foto:h|b
Das „Milch und Zucker“ haben wir erst spät für uns entdeckt, die Warschauer Straße ist nicht unbedingt ein kuscheliger Ort zum Kaffeetrinken. Aber der leckere, selbstgemachte Kuchen, oder die knallbunten Smoothies, machen das alles wett. Man kann sogar auf kleinen orangenen Stühlchen draußen sitzen, befindet sich aber dann auf Auspuffhöhe der vorbeifahrenden Autos, von denen es hier nicht wenige gibt. Drin kann man auch gut sitzen, doch sind die Tische oft von MacBooks belegt, vor denen junge Leute sitzen und arbeiten. Zumindest hat es den Anschein 🙂
In Ermangelung weiterer Kieztürchen – aus bekannten Gründen – nehme ich das was da ist. Daher meine aktuelle, sehr schöne Tür, die ich hoffentlich heute öffnen kann, um das Haus zu verlassen in das sie führt. Ich will mich nicht beschweren. Hier im Haus 7 des Klinikums in Friedrichshain wird man super betreut, engagiertes und nettes Personal macht einem den Aufenthalt angenehm, aber hey, es ist ein Krankenhaus, machen wir uns nichts vor. Die vergangenen 7 Tage haben mir gezeigt, wie wichtig es ist das Leben zu genießen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Jeder Streit, jeder idiotische Schwachsinn hat darin keinen Platz. Dazu ist es viel zu kostbar. Neben der Wiedererlangung der Gesundheit, auch ein kleiner, aber wichtiger Erkenntnisgewinn 🙂
Unser „Lieblingsspäti“ mit frischen Brötchen – Foto: h|b
Im Frankfurter Raum gibt es ja die sogenannten „Kioske“. Kleine Lädchen mit Ausgabefenster, wo man schon mal die vergessenen Eier, ein paar Bier oder sonstige Artikel bekommen kann, wenn der Supermarkt schon zu hat. Also Werktags nach 18.30 und an Samstagen ab 14 Uhr (falls sich daran noch jemand erinnert) Das wurde allerdings nach unserem Umzug nach Berlin durch den allgegenwärtigen „Späti“ getoppt. Es ist egal wie lange der Supermarkt aufhat, der Späti hat länger auf und hat ein Sortiment, das sich nicht hinter kleinen Supermärkten verstecken muss. Und… zur Krönung des Ganzen: Oft frische Brötchen am Sonntag. Zumindest in diesem, in der Gubener Straße. Ein klares „Thumbs Up“ für die Berliner Spätis, die sich übrigens fast ausschließlich in türkischer Hand befinden.
Das „Tor zur Hölle“ – Foto: h|b
Der Suicide Circus entlässt frühmorgens die Partycrowd ins Freie. Ein letztes Bild im Fotoautomat, dann geht es nach Hause in die WG zum auspennen. Wenn ich im Sommer morgens auf dem Weg zur Arbeit bin, kommen mir die oft verpeilten Pärchen, nach Bier und Zigaretten riechend, entgegen, oder sitzen mir in der Straßenbahn debil kichernd gegenüber. Weiß dabei nie ob ich neidisch sein soll, oder froh aus dem Alter raus zu sein. Als ich noch mit der S-Bahn von der Warschauer gefahren bin, waberte Montagmorgens leise das Technogewummer aus dem alten Gemäuer auf dem RAW Gelände herüber. Bis die Türen der S-Bahn sich zischend schlossen.
Die „Neue Heimat“ im RAW Friedrichshain
Dies ist ein temporäres Türchen und sollte bis spätestens 21. Dezember geöffnet werden. Solange befindet sich hier auf dem RAW Gelände der – etwas andere – Weihnachtsmarkt in der „Neuen Heimat“. Foodcourts mit einem besonderen Speiseangebot zum Schlemmen und eine Indoor-Eisbahn mit glitzernder Discokugel zum Eistanzen. Trotz hoher Hipsterdichte, eine schöne Location jenseits der klassischen Weihnachtsmärkte.
Die „Tür zum Hof“ zum Arzt – Foto: h|b
„Durch diese Tür zu gehen versuche ich über das Jahr weitgehend zu vermeiden. Wenn ich dort durch muss geht es mir meist nicht so gut. Andererseits ist es auch gut, dass es diese Tür gibt, noch dazu in meiner Straße, denn wenn ich wieder hinausgehe, weiß ich zumindest warum es mir nicht gut geht, oder was mir fehlt und wie ich wieder gesund werde. Im Notfall mit Antibiotika. Aber wie gesagt, so oft muss ich Gottseidank nicht hindurch, eigentlich doch insgesamt ein gutes Zeichen für mich.“
Diesen Text habe ich noch im Zug am Donnerstag auf dem Weg nach Hause geschrieben, nichtsahnend das der Abend noch eine kleine Überraschung für mich in petto hatte. Gegen 21 Uhr hörten mein linkes Bein und mein linker Arm auf korrekt zu funktionieren. Hingen wie Gummi an mir rum. Schnell den Notarzt gerufen, zwanzig Minuten später war ich auf der Stroke-Unit in der Klinik im Friedrichshain. Nach weiteren 90 Minuten, einer CT und schneller kompetenter Behandlung, lag ich auf der Wachstation wo ich jetzt immer noch liege. Gottseidank hat der leichte Schlaganfall bisher keinerlei Nachwirkungen gezeigt. Ab morgen kann ich vermutlich auf die normale Station wechseln.
So schnell können sich Dinge ändern. Eben noch Pläne für die anstehende Kreuzfahrt gemacht, kurze Zeit später ist man froh noch am Leben und gesund zu sein. Die Ärzte haben uns dann auch bestätigt, alles richtig gemacht zu haben. Sofort reagiert, sofort den RTW geholt, die nächste Stroke-Unit (Schlaganfallabteilung) fast um die Ecke. Damit waren alle Eckpunkte zur schnellen Hilfe erfüllt. Und es hat geholfen. Ein Hoch auf die moderne Medizin. Damit öffne ich die obere Tür wohl doch noch mal in diesem Jahr.
Leckere Sachen aus Himmelpfort – Foto: h|b
Nachdem das 12. Türchen gestern bereits eine Lokalität zum Inhalt hatte, schließt sich das heutige Türchen nahtlos an. Nicht nur, dass die Ex-Wirtin aus der 12 hier in der 13 ein neues Betätigungsfeld gefunden hat, nein, auch wir kommen gern auf einen „brewed Coffee“ aus Himmelpfort auf ein Schwätzchen vorbei. Dabei genießen wir kleine Leckereien aus Schokolade, oder Apfelplätzchen, oder die handgemachten Pralinees mit herrlichen Füllungen. Darf man nur nicht so oft machen, ist prima Hüftgold.