Nachthell

Berlin ist ja grundsätzlich nicht wirklich dunkel. Die Lichtverschmutzung in großen Städten sorgt dafür, das es selbst in Neumondnächten ausreichend hell ist. Noch stärker macht sich das bemerkbar, wenn es anfängt zu schneien. War der Blick zum Fenster eben noch relativ und erwartungsgemäß dunkelgrau, wechselt das Licht mit jeder fallenden Schneeflocke hin zu einem helleren Grau. Wenn dann alles mit frischem, weißem Schnee bedeckt ist, die Töne nur noch gedämpft das kuschlig, warme Wohnzimmer erreichen, dann ist es draußen auf einmal auch mitten in der Nacht überirdisch hell.

East Side

Immer enger ziehen sich die Neubauten um die – einst als Solitär im Nichts stehende – Mercedes Benz Arena. Der große Parkplatz zwischen Warschauer Brücke und Halle ist Geschichte, es wird gebuddelt, um das Fundament für eine neue – tataaaa – Mall zu schaffen. Neben bereits ca. 60 vorhandenen Einkaufscentern – neudeutsch „Malls“ – in Berlin, bekommt nun Friedrichshain auch noch eine Weitere. Dicht an den Touristenmagneten „East Side Gallery“, Oberbaumbrücke und Spree durchaus ein attraktiver Standort. Bereits 2018 soll sie fertig sein. Vielleicht zeitgleich mit dem BER. Und vielleicht wird sogar der seit Jahren im Bau befindliche neue S-Bahnhof Warschauer Straße bis dahin fertig. Zeit würde es ja. Lets go shopping.

The Race

Am Wochenende konnte ich wieder mal das „mitziehen“ mit der Kamera üben. Die Radfahrer des Berliner Velothons kreuzten meinen Kiez und nach einem kurzen Spaziergang hatte ich meinen Platz am Ausgang der Oberbaumbrücke Richtung Mühlenstraße gefunden. Groß vorbereiten und einen besseren Platz suchen konnte ich nicht, war eh schon ziemlich spät und die Radler kamen nur noch sporadisch in kleinen Gruppen.

Was brauchts fürs mitziehen? Hohe Blende, niedrige ISO ergibt lange Belichtungszeit. Stabilisator aus, ganz wichtig, dann ruhig visieren, erfassen, mitziehen und in der Bewegung auslösen. Klappt nicht jedesmal, aber mit einer Digitalkamera ist das ja kein Problem. Alle Bilder der Serie (bis auf das WW) entstanden bei Blende 18 / ISO 200 und 1/60stel Sekunde. Kamera: OM-D E-M5 mit dem 40-150mm PRO.

Das Starportrait

Ein Star in schönem Federkleid

Neben der Nebelkrähe hat ein weiterer Vogel in der Stadt Einzug gehalten, den man auch eher tirilierend im Wald oder dem Park erwarten würde. Als ich ihn und seine Mitstreiter das erste Mal auf der Warschauer Brücke herumhüpfen sah, wusste ich ihn gar nicht zuzuordnen. Mit seinem purpur-glänzenden Gefieder mutet er etwas fremd an auf dem leicht maroden S-Bahn Zugang. Viel zu schick für das Ambiente, wie „overdressed“ auf einer „Bad Taste“ Party. Immerhin gibt es wohl genug für ihn zu essen, sicher der Hauptgrund für seine Anwesenheit. Zum Dank und zur Unterhaltung der Reisenden erfreut uns der Star, um den es sich hier nämlich handelt, dann mit den feinsten Melodien. Sozusagen ein echter Megastar.

Narrenhände

Kunstwerk der East Side Gallery

Das diese kleinen Schildchen, die – in regelmäßigen Abständen entlang der Eastside Gallery – darauf hinweisen, dass es sich hier um ein Kunstwerk handelt, José aus Spanien, Hiroko aus Japan, oder Pamela aus US of A, davon abhalten würden, ihre sinnfreien Botschaften mit Stiften auf die Kunstwerke zu kritzeln, war nicht wirklich zu erwarten. Aber das selbst Sprayer inzwischen keine Rücksicht mehr auf die Kunst Anderer nehmen, zeugt schon sehr von bodenloser Ignoranz und purem Egoismus. Weiterlesen „Narrenhände“

Kringelblume

Bleiben wir bei dem ekligen Wetter noch ein wenig in der schönen, bunten Welt der Blumen. Hatte das letzte Foto einen hohen Grünanteil, dominiert jetzt das freundliche Gelb. Die kleinen Blütenstempel sehen aus wie kleine Seepferdchen, die sich im frischen Wind an die Anemone krallen. Wenn man nur genau hinschaut, bietet die Natur eine dermaßen Farben- und Formvielfalt, dass man als Mensch mit seinen begrenzten Möglichkeiten ganz neidisch wird.

[Olympus OM-D E-M5, 12-40/2.8 Pro, 40mm / f.5.0 / ISO 200]

Kleiderbank

Als ich letzt die Warschauer Strasse auf dem Mittelstreifen herunterkomme, finde ich diese Ansammlung von Klamotten auf einer Bank vor. Meine Blicke nach unten und oben erfassen keine nackte Person, obwohl es nach den Sachen zu urteilen eine geben müsste. Oder habe ich hier vielleicht die Überreste eines Zeitreisenden gefunden, die ja bekanntlich nur ohne Kleider in die Zukunft oder Vergangenheit springen können? Sehr mysteriös das Ganze. Oder eben nur einfach …. Berlin.

Puddle #4

Uferspaziergang - Foto: h|b
Uferspaziergang – Foto: h|b

Ich bin ja nur froh, dass wir immer noch Plustemperaturen haben. Wäre echter Winter, hätten wir bei den andauernden Niederschlägen sicherlich schon einen Meter Schnee. So bleibt es bei Pfützen, die allerdings bei geeignetem Untergrund schon mal zu Seenplatten mutieren können, die man selbst mit Ultraweitwinkel nicht mehr in ihrer Gänze erfassen kann. Das RAW Gelände in Friedrichshain lässt sich zum Teil nur noch mit Gummistiefeln durchqueren, oder balancierend auf Mauervorsprüngen. Dafür bietet es dann prima Perspektiven für die Fotografie von Spiegelwelten. Der Regen bringt Segen 😉

Kiezkalender #24

Tür zu einer berühmten Location in Berlin
Die berühmteste Tür Friedrichshains gibt es zu Heiligabend – Foto:h|b

Heute – an Heiligabend – endet mein Adventskalender mit den vielen Kieztüren. Dazu habe ich mir die sicher begehrteste Tür Friedrichshains ausgesucht. Die Tür am 24.12. ist ja auch auf jedem Kalender immer die Größte. Hunderte Menschen wollen hier an langen Wochenenden hinein, Stunde um Stunde, rund um die Uhr, auch wenn grad nicht Weihnachten ist. Die Schlangen mäandern bis weit nach draussen, der oder die Zerberusse der Tür, neudeutsch: Türsteher, treffen eine selektive Auswahl wer ins Paradies darf und wer nicht. Also selbst wenn die Tür himmelweit geöffnet ist, heisst das für die Geplagten und Mühseligen nicht gleich Einlass ins Gelobte Land zu bekommen. Allerdings ist es hier eher unabhängig von Sünden oder reinen Seelen. Ein wenig sündhaft ist vielleicht sogar besser für die Einlasskontrolle 😉

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein schönes Weihnachtsfest, ein gesundes neues Jahr und wenn alles gut wird, lesen wir uns im neuen Jahr wieder. Mit diesem Beitrag beginnt die wohlverdiente Weihnachts- und Jahreswechselpause.