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Terminal 1 am BER

Am Sonntag habe ich mir den neuen Hauptstadtflughafen BB Willy Brandt mal angesehen. Zünftig will ich mit dem neuen FEX, dem Flughafenexpress, anreisen, doch Personen am Gleis können das erfolgreich verhindern. Der FEX fährt zurück nach Schönefeld „alt“ und von dort geht es dann mit der S-Bahn weiter. Die S45 ist die neuste Baureihe der Berliner S-Bahn und entspricht dem aktuellen Standard anderer Städte, echt schick.

Mit mir sind eine Menge Leute unterwegs, alle mit Maske im Gesicht, sehr vorbildlich. Was allerdings fehlt: Passagiere. Keine Koffer, keine Aufregung, nur Touristen, die sich am Sonntag mal den neuen Flughafen ansehen wollen. So wie icke. Wie es sich heutzutage gehört, ist der der BER hervorragend an den ÖPNV angebunden und vom Tiefbahnsteig kommend stehe ich ein paar Minuten später mitten unter dem „Magic Carpet“ im T 1.

Auch hier kaum Passagiere, allerdings fliegen an diesem Sonntag auch nur eine Handvoll Maschinen ab. Mit meinem vorab gebuchten Onlineticket für die Besucherterrasse lasse ich die lange Schlange der auf ein Ticket wartenden links liegen und stehe kurz danach im Freien mit Blick auf die orangen Maschinen der EasyJet Flugzeuge die das Vorfeld farblich dominieren. Weit hinten hat die Lufthansa ihre Maschinen geparkt, die aktuell wegen Corona nicht gebraucht werden.

Am Ende schieße ich noch ein paar Detailfotos des in angenehmen warmen Holztönen gehaltenen Terminals und muss feststellen: Es fühlt sich ganz normal an. Ein Flughafen wie man ihn auch anderswo auf der Welt finden würde. Unaufgeregt, unspektakulär, aber weiter kurze Wege zu den Gates. Passt irgendwie zu Berlin.

Hier wie immer ein paar Impressionen für alle, die vielleicht mal hier starten oder landen werden …

-TXL x -SXF = +BER

Flughafen Willy Brandt vom Aussichtsturm

Es ist vollbracht! 3073 Tage nach der ersten „Nichteröffnung“ in 2012 ist es nun endlich geschafft, der neue Flughafen „Willy Brandt“ mit dem Flugkürzel „BER“ ist eröffnet. Endlich keine schlechten Witze mehr, wenn man sich in einer geselligen Runde als Berliner outet. 6.5 Milliarden Euro hat der neue Airport bis zur heutigen Eröffnung verschlungen, und Geld braucht er auch jede Menge in der Zukunft. Nachdem durch Corona die Passagierzahlen dramatisch eingebrochen sind bedarf es zwar keiner neuer Terminals, aber der Betrieb kostet ja trotzdem Geld, was bis auf weiteres nicht durch Passagiere und Fluggesellschaften kompensiert werden kann. Ein Teufelskreis.

Und Tegel? Ein paar Tage vor der ersten „Nichteröffnung“ war ich 2012 vor Ort und wollte die ultimativ letzten Bilder schießen. Die kurzen Wege im Inneren des Hexagons das Architekturgeschichte geschrieben hat, die Besucherterasse mit dem oft beschaulichen Flugverkehr damals, die Taxischlangen, alles sollte vorbei sein. Kam aber dann eben anders. Die Bilder haben nichts an Aktualität verloren, daher noch mal ein kleiner, nostalgischer Rückblick auf den Flughafen der kurzen Wege. Von hier sind wir in den Urlaub geflogen, Anfahrt per Bus oder Taxi, andere Möglichkeiten gibt es ja bis heute nicht und beim zurückkehren haben wir beim Landeanflug den Blick auf die „Big City“ genossen, die unser zu Hause ist. Davon wird man bei der Landung auf dem BER nicht mehr viel sehen. Aber… wie steht es schon in meinem letzten Beitrag: „Weniger fliegen“.

Die große Leere

Geisterflughafen - Foto: h|b
Geisterflughafen – Foto: h|b

Mit lautem Röhren dreht ein aufgemotzter Brandenburger Pseudorennwagen seine Runden auf den leeren Straßen am künftigen Flughafen BER, nur ab und an ausgebremst durch einen der Busse die – warum auch immer – planmäßig hier vorbeikommen. Wir haben letzten Samstag die Gelegenheit genutzt unser Wohnmobil mal wieder ein wenig zu bewegen und statt mit S-Bahn und Bus sind wir mit dem Auto zum Aussichtsturm am BER gefahren. Direkt am Turm haben wir auch einen Parkplatz bekommen und einer völlig überraschten Frau 2 Tickets zum Ersteigen desselben abgekauft. Sie ruft uns noch hinterher, dass wenn wir Fragen hätten und so ….. Haben wir aber nicht.

Billigflieger vor Stadtkulisse - Foto: h|b
Billigflieger vor Stadtkulisse – Foto: h|b

Für Planespotter ist das aktuell ja eher frustierend. Die Start- und Landefrequenzen der am Schönefelder Flughafen stationierten Airlines sind zur Mittagszeit eher spärlich zu nennen. Sind eben auch überwiegend nur Ferienflieger, die Airlines der Lufthansa, Air Berlin und wie sie alle heissen, fliegen halt auf Tegel. Nach fünfzehn Minuten auf dem windigen Turm haben wir uns wieder vom Acker gemacht. Noch einen kurzen Fotostopp vor dem Haupteingang eingelegt, wo sich Skater und Fotografen die große Leere teilen, das sollte reichen für die nächsten 1000 Tage. Ein Rudel streunende Wölfe oder vorbeirollende Steppenläufer hätten uns jetzt auch nicht wirklich gewundert. Faszinierend.

1000 Tage und kein bisschen leise

Das BER-Eröffnungsplakat hängt am Tegeler Flughafen - Foto: h|b
Das BER-Eröffnungsplakat hängt am Tegeler Flughafen – Foto: h|b

Im März 2012 war ich mit meiner Kamera am Tegeler Flughafen. Ich wollte die letzte Gelegenheit nutzen, Bilder eines funktionierenden Flughafens zu schießen, der kurz vor seiner Auflösung und Umwidmung stand. Schließlich versprach das Plakat auf dem Bild die baldige Eröffnung des BER am 3. Juni 2012. Ein letztes Mal wollte ich im Imbiss „Die Ess-Bahn“ „Berlins abgefahrenste Currywurst“ essen, auf der Besucherterrasse den Planespotter geben und die kurzen Wege im Terminal unter der roten Fokker ablaufen. Aber, wie wir ja inzwischen alle wissen, nichts ist passiert. Der Umzug wurde in letzter Minute gestoppt, da der BER nicht fertig wurde. Hat halt vorher keiner gewusst. Woher auch. Weiterlesen „1000 Tage und kein bisschen leise“