Heute haben wir uns Helsinki im wahrsten Sinne des Wortes erlaufen. Knapp 15 Kilometer zeigt die Bewegungs-App, nachdem wir wieder zurück auf der MS Eurodam sind. Bei herrlichem Wetter, aber einem echt fiesen Wind, sind wir von der Felsenkirche über das Sibelius-Denkmal und dem Senatsplatz durch die Stadt gewandert. Zwischendurch mal mit der Straßenbahn gefahren, am Hafen entlang geschlendert, „Korvapuusti“ gegessen und Kaffee mit Blick auf die Schären getrunken. Jetzt ist es halb sechs finnische Ortszeit und wir legen gleich ab in Richtung Stockholm. Ein „Näkemiin“ an Helsinki, war schön mit dir.
Hauptstädte des Nordens
Seit wir gestern mit der MS Eurodam in Kopenhagen abgelegt haben, sind wir unterwegs auf der Ostsee. Die Kreuzfahrt heißt „Hauptstädte des Nordens“, auch wenn mit Kiel und Warnemünde der Begriff sehr weit gefasst ist. Die beiden sind aber eh nur Platzhalter für Hamburg und Berlin. Für die 90% Amerikaner an Bord, ist das entfernungstechnisch vermutlich auch nicht wirklich relevant.
Nach dem heutigen Aufenthalt im regnerischen Kiel, nehmen wir am späten Nachmittag einen laaaaaangen Anlauf, um die nördlichste Hauptstadt Festlandeuropas zu erreichen: Helsinki. Einen Tag und zwei Nächte brauchen wir dafür. Morgen ist damit Seetag, und wenn alles klappt, mit viel Sonne und blauem Himmel. Schiff Ahoi.
Küstenlinie
Ich wünsche allen Fotobegeisterten – die ab heute ihren „Horizont“ auf Zingst erweitern wollen – schöne Tage und immer eine Handbreit ISO auf dem Sensor. Ich werde ab Montag dreimal in der Nähe vorbeifahren (Kopenhagen-Kiel, Kiel-Helsinki, Stockholm-Warnemünde) und euch von der MS Eurodam aus zuwinken. Kann aber sein, dass ihr mich gar nicht sehen könnt.
Das Bild aus dem Beitrag entstand am 3. Mai 2013 auf Zingst und zeigt die Küstenlinie mit Gras, Bodden, Strand und Wasser leicht verfremdet. Ich habe dazu die Kamera auf 1/60stel gestellt und während des Auslösens leicht horizontal bewegt. So wirkt der „Horizont“ – farblich etwas verstärkt – wie eine Aquarellzeichnung.
FANTAsie
An dieser Wand fahre ich täglich mit der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit vorbei und jedes Mal habe ich mir gesagt: Steig aus und mach ein Foto, wer weiß, wie lange diese Kombination noch dort zu sehen ist. Gedacht, getan. Nun habe ich es für die Nachwelt gespeichert und die FANTAsie ist für alle Zeiten gerettet. Zumindest die an der Wand. Die Fantasie der politisch Verantwortlichen in Berlin für eine lebendige Stadtgestaltung bleibt doch arg überschaubar.
Mühlentag
Jährlich am Pfingstmontag findet der Mühlentag statt. Im Vordergrund, an diesem „Tag der Offenen Tür“, steht die Mühle als technisches Kulturgut, dessen Geschichte über 2000 Jahre zurückreicht. Alle Arten von Mühlen öffnen ihre Pforten und stellen ihr altes Handwerk vor. Vorausschauend habe ich mir gestern dafür eine Mühle ausgesucht.
Auf dem Foto sehen wir eine Galerieholländerwindmühle aus dem Jahr 1865. Sie steht im Britzer Garten, ist eine der acht verbliebenen Windmühlen in Berlin und die einzige mahlfähige Holländermühle an ihrem Originalstandort. Man kann dort ein Diplom zum Hobbymüller erwerben, oder auch einfach heiraten. Am 6. und 7. Juni findet übrigens das achte Britzer Mühlenfest statt. Ein Besuch lohnt sich.
Farbrausch
Die letzten 30 Tage des Frühlings sind angebrochen, die knalligen und frischen Farben der aufschießenden Blüten, die uns alle nach dem dunklen Berliner Winter aufblühen lassen, werden durch sattes Grün ersetzt. Endlich wird es warm, auch in die Abendstunden hinein, der Sommer kündigt sich langsam an. Ein paar Temperaturspitzen hatten wir ja schon, aber eher im Süden der Republik, in Berlin ist es noch frisch.
Das Foto zum Artikel ist bereits vor ein paar Wochen im Treptower Park entstanden. Die Farbverstärkung ist dem Szeneprogramm meiner Olympus zu verdanken, vielleicht etwas bonbonfarbig, aber es bringt die Stimmung gut zum Ausdruck. Genießen wir also das letzte Frühlingsdrittel mit seinen Farben.
Bankdirektor
Ich hatte ja letztens bereits eine der Bänke auf dem Mittelstreifen der Warschauer Straße fotografiert, allerdings lagen dort seinerzeit nur noch die Anziehsachen des Bankbenutzers. Von ihm selber fehlte jede Spur.
Ob ich jetzt eines der Exemplare getroffen habe, die dort tatsächlich wohnen? Oder hat er sich wieder nur auf die Zeitreise vorbereitet und eine Stunde später hätte ich nur noch einen leeren Schlafsack und wieder einen Haufen Sachen gesehen? Sachdienliche Hinweise nehme ich gern entgegen.
Küstenmaler
Da das Wetter über das lange Wochenende an der Ostseeküste eher nicht zum Sonnen und Baden einlud, sind wir viel gelaufen. Rund 40 Kilometer an den 3 Tagen die wir in den Kaiserbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck verbracht haben. Auf dem sehr schönen Mobilcamp in Heringsdorf fanden wir für uns und unser Wohnmobil eine perfekte Unterkunft. Zentral gelegen, allen Komfort den man so braucht und erschwinglich. Jeden Abend lecker Fisch in einem der drei Orte, Livemusik und dank unseren Freunden aus Usedom auch den einen oder anderen Geheimtipp. Nur das Wetter hätte ein wenig mehr Richtung Frühling sein können.
Metamorphose
Zuerst ist sie knallgelb und sieht aus wie ein gewöhnlicher Löwenzahn. Diesen Namen verdankt sie ihrer gezackten, gelben Blätter. Aber das ist nur einer von rund 500 Namen, die man dieser Pflanze gegeben hat.
Irgendwann im Rahmen der Fruchtreife verpuppt sie sich und wenn sie wieder das Licht der Welt erblickt, ist sie eine wundervoll filigrane Pusteblume, die ihre Samen mit dem Wind in die ganze Welt verteilt und neuen gewöhnlichen Löwenzahn entstehen lässt.
Streetyogi
Am Wochenende habe ich auch endlich mal eine der kleinen Figuren gesehen, die seit 2009 ihren Freizeitsport auf Berliner Straßenschildern ausüben. Der ehemals helle Kork hat sich inzwischen straßenbedingt assimiliert und sich der dunklen Seite zugewandt.
Yogatraner Josef Foos hat sich die kleinen einfachen Figürchen nach dem Vorbild des Little People-Projekts des Londoner Streetart-Künstlers Slinkachu ausgedacht. Es gibt davon inzwischen rund 1000 Versionen! Ich sollte doch ab und an mal nach oben schauen.
Der Künstler schreibt auf seiner Website: „Das besondere an den Street-Yogis ist, dass sie, obwohl im öffentlichen Straßenland stehend, für die meisten Menschen unsichtbar sind. Wenn sich Ihnen ein Street-Yogi zeigt, möchte er Ihnen Freude und Glück bringen.“ Dann bedanke ich mich hiermit doch recht herzlich.
