Meeresrauschen

Charlie Brown auf einem Wellenbrecher an der Ostsee

Moin, Moin, jetzt waren wir doch erst drei Wochen in den Bergen unterwegs, haben uns die Welt mal aus 3.250 Meter Höhe angeschaut, nur um eine Woche später auf 0 Meter über Normal Null wieder aufs Meer zu schauen. Wir genießen den Ausblick natürlich in Warnemünde, the Place to be. Für uns.

Irgendwie sind wir nicht so die Bergfexe. Die Sicht reicht nur bis zum nächsten Berg, um mehr Überblick zu bekommen muss man erst hoch hinaus, danach dann wieder runter. Auch um von a nach b zu kommen, kurbelt man meist erst kleine Sträßchen hoch, nur um auf der anderen Seite wieder hinunter zu fahren bis die Bremsscheiben glühen.

Da ist der weite Blick, hinaus übers Meer, die Gedanken träumen sich in ferne Länder, doch eher unser Ding. Also eher Strandläufer als Bergfexe. Noch dazu, wenn der Traumstand nur einen Katzensprung von zu Hause entfernt ist. Meer ist eben doch mehr.

Sterngucker

Charlie Brown vor einem Spiegelteleskop

Bevor wir wieder in die Großstadt zurückkehren, treffen wir uns am Samstag noch mit einem lieben Arbeitskollegen an einem der dunkelsten Orte in Brandenburg. Dunkel bedeutet für Astronomen die Abwesenheit von Licht, möglichst komplett. Der Ort Jeßnigk bietet einen Wert von 6.5 mag und besser, was immer das genau bedeuten mag. Leider glänzt der Samstag deutschlandweit auch durch die Abwesenheit von klarem Himmel, so dass es zwar dunkel ist, man aber trotzdem nichts sehen kann.

Als die Sonne gegen acht untergeht, lockert der Himmel allerdings etwas auf und leichte Hoffnung keimt auf. Zumindest bei mir. Die rund 300 anwesenden Hobbyastronomen beim 16. HTT sind da etwas pessimistischer und halten sich lieber an Wein und Bier. Sie glauben nicht mehr an ein Wunder. Ich muss ja, schließlich bin ich extra deswegen hier in die Einöde gekommen. Und das Warten wird auch belohnt.

Als ich um halb zehn wieder mal nach oben schaue um die Lage zu peilen, verstehe ich endlich den Sinn des Liedes: „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“. In Berlin ist das einfach zu beantworten: 5! Hier in Jeßnigk erschlägt mich der Blick nach oben. Sterne über Sterne, Tausende, inklusive Milchstraße. WOW. Ich bin begeistert. Die Profis eher so: Naja, könnte besser sein. Ich darf sogar mal in ein Spiegelteleskop nach einem Ringnebel schauen, aber der grandiose Blick einfach nach oben an das große Himmelszelt ist ungleich faszinierender. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei, alles zieht wieder zu. Aber für diese Stunde hat sich die Reise gelohnt.

 

Farbenspiel

Farbspiele mit Schatten einer Figur

Nach 4 Tagen am Hallstätter See sind wir inzwischen wieder in Deutschland angekommen. Trotz wieder eingeführter Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland konnte das niemand verhindern. Als Wiedereingliederungsmaßnahme haben wir in München erstmal 2 Nächte an der Allianzarena gestanden. Mir san mia, is klar.

In München haben wir den dortigen Olympus Playground besucht, mein inzwischen Dritter, nach zweimal Berlin. Nicht so groß, aber wieder ne tolle Location mit fotografisch zu entdeckenden Kunstwerken. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit zwei potentielle Nachfolgemodelle für meine aktuelle Oly zu testen. Bin mir aber auch jetzt noch unsicher.

Nun ist unser Urlaub fast am Ende, aber ein Höhepunkt steht noch aus: Sterne kucken in Jeßnigk am kommenden Wochenende. Die Nacht von Samstag auf Sonntag soll klar werden, also beste Voraussetzungen, um am dunkelsten Ort in Deutschland jede Menge Sterne, Planeten, Milchstraßen und Satelliten zu sehen. Freu mich drauf.

Gletscherschmelze

Charlie Brown vor der Kulisse des Dachsteingletschers

Allen Gletscher die wir bisher auf unserer Tour besucht haben, ist eins gemein: Sie werden immer kleiner. Ob „Piz Buin“, die „Marmoladas“ oder heute der „Dachsteingletscher“. Im Vergleich von vor hundert Jahren ist oftmals nur noch die Hälfte bis ein Drittel übrig.

Wenn man die „Voher/Nachher-Bilder“ in den Hütten sieht, ist es ein gravierender Wandel. Gerade diese Alpenhütten stellt das zukünftig vor große Herausforderungen, beziehen sie doch oft das Wasser aus den Gletschern und sind damit auf sie angewiesen. Gletscher stellen im übrigen das größte Süßwasserreservoire der Erde dar. Auch das ein Grund sorgsam die Änderungen zu beobachten und das weitere Zurückgehen zu verhindern.

Bella Venezia

Charlie Brown vor Gondeln in Venedig

Nachdem es in den Bergen begonnen hatte zu regnen, haben wir geschaut, wo in der Nähe noch Sommer ist. Fündig geworden sind wir in Venedig. Die Alpen bleiben in Sichtweite, statt Wolken allerdings blauer Himmel und Sonne satt.

Drei Tage sind wir von Punta Sabbioni mit der Fähre zum Markusplatz gependelt und haben uns die volle Dröhnung Venedig gegeben. Immer auf der Hut in eine asiatische Selfiestange zu rennen, oder Faketaschen von fliegenden Händlern für ein Schnäppchen zu erstehen. Aber hey, besser als Dope im Görli zu verkaufen.

So haben wir auch endlich Mal die Zeit gefunden den Dogenpalst zu besuchen und über die Seufzerbrücke in die ewigen Verließe hinabzutauchen. Ansonsten haben wir uns wie immer durch die Gässchen treiben lassen, oder sind mit den Wasserbussen den Canal Grande entlang geschippert. Ein perfektes Intermezzo.

Seit heute Mittag sind wir zurück in den Bergen, genauer gesagt den Dolomiten. Das schlechte Wetter ist vorbei, ein blauer Himmel mit ein paar pittoresken Wölkchen begleiten uns. Morgen fahren wir hoch auf 3.300 Meter, bzw. lassen fahren. Gletscherausblick garantiert.

Hohe Berge

Kirchturm im Reschensee/Italien

Wenn es ja in Berlin an einem mangelt, dann sind das Berge. Und komm mir jetzt keiner mit Kreuz-, Müggel- oder Teufelsberg. Echte Berge beginnen bei 2000 Meter. Besser mehr. Wir bewegen uns grad mit unserem Wohnmobil durch Österreich und Italien, mitten durch die Alpen. DAS sind Berge.

Gestern saßen wir auf der Wiesbadener Hütte auf 2443 Metern Höhe, mit Blick auf den Gletscher des Piz Buin auf rund 3.300 Meter. Heute haben wir auf der Fahrt über den Reschenpass nach Meran, den mit Eis und Schnee bedeckten „Hohen Ortler“ mit knapp 3.900 Metern rechts liegen gelassen.  Die nächsten Gipfel liegen immer nur einen Blick voraus. Herrlich.

Sonnenfänger

Kind im Schattenriss fängt die Abendsonne

Am Wochenende haben wir versucht die Sonne zu fangen. Wir haben extra bis zum Abend gewartet, erschien uns das einfangen doch sehr viel einfacher, da man sich nicht mehr so leicht die Finger verbrennen konnte. Leider ist sie uns trotzdem immer wieder durch die Finger gerutscht, bis sie gänzlich ins Wasser eingetaucht ist. Das nächste Mal versuchen wir es mit dem Mond, der ist bestimmt viel kühler.

Lichter über den Wassern

Nachtaufnahme von Schiffen mit Lichtstrahlen auf der Spree

Bereits zum fünften Mal bewegt sich in diesem Jahr die „Aquarella“ über die Spree durch Berlin. Schon von weitem sieht man die bunten Strahlenfinger der Boote, die – wie Flaklichter auf der Suche nach dem Feind – durch den Nachthimmel tanzen. Zum Abschluss gibt es dann noch ein knalliges Feuerwerk in Friedrichshain. Wer es verpasst hat, kann noch am Wochenende vom 28. auf den 29. August mitfahren, oder das Spektakel vom Ufer aus erleben.

Teenies und Touristen

Passanten auf einer Treppe mit Papiertüten von Primark

Wer ein T-Shirt für zwei Euro kauft, muss wissen, dass jemand anderes den Preis dafür bezahlen muss.“ – Hubertus Thiermeyer, Landesfachbereichsleiter Handel der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft in Bayern.

In Berlin am Alex sind die großen, braunen Tüten der irischen Bekleidungskette Primark inzwischen Teil des Stadtbildes wie Punker und Gaudihütten. Was früher die H&M Kunststofftüte war ist heute der große Papiersack. Meist gut gefüllt, mit allem was sich von der Stange für wenig Geld mitnehmen lässt. Sicher kein „Fair Trade“, sondern eher billig produziert in Bangladesh und anderswo.

Daher ist die bevorzugte Käuferschicht eher in der Taschengeldgeneration zu finden, neben Touristen, die hier nach modischen Schnäppchen für zu Hause suchen. So wie es aussieht ist der Kampf um die besten Stücke in den – meist – mehreren 1000qm großen Geschäften auch so anstrengend, dass man sich danach erstmal ausruhen muss.

Flaschensammler

Mann steckt in einem Loch in der Erde

Im ersten Moment war ich etwas verwirrt und dachte es wäre ein Tiefbaufacharbeiter. Behände öffnete er mit einem entsprechenden Schlüssel ein Klappe im Boden unweit vom Berliner Fernsehturm und steckte seinen Kopf hinein. Aber weit gefehlt, es handelt sich nur um eine weitere Stufe der Professionalisierung der Gilde der Berliner Flaschensammler. Das sie in Papierkörbe leuchten, mit extra angefertigten Zangen die Inhalte derselben durchsuchen, das kannte ich schon. Aber dass sie sogar Zugriff auf die unterirdischen Papierkörbe haben – von denen ich bis dato gar nicht wusste, dass es sie gibt – das war sogar für mich neu. Eine kreative Branche.