Berlin ist ja grundsätzlich nicht wirklich dunkel. Die Lichtverschmutzung in großen Städten sorgt dafür, das es selbst in Neumondnächten ausreichend hell ist. Noch stärker macht sich das bemerkbar, wenn es anfängt zu schneien. War der Blick zum Fenster eben noch relativ und erwartungsgemäß dunkelgrau, wechselt das Licht mit jeder fallenden Schneeflocke hin zu einem helleren Grau. Wenn dann alles mit frischem, weißem Schnee bedeckt ist, die Töne nur noch gedämpft das kuschlig, warme Wohnzimmer erreichen, dann ist es draußen auf einmal auch mitten in der Nacht überirdisch hell.
Eisige Höhen
Nachdem es heute Nacht wieder wie verrückt geschneit hat und heute morgen doch tatsächlich in unserem Minipark ein Skilangläufer unterwegs war, hab ich mir Charlie geschnappt und bin auf den Berg gestiegen. Wenn schon Schnee, dann dort wo er hingehört, oben auf der Höh. Auffi, packmers! Nun hat’s ja in Berlin nicht so viele Berge deren ersteigen einem Mühe machen würden, aber Charlie ist viel kleiner als ich, also hab ich ihn vorgeschickt. Er sollte auf dem eisigen Gipfel ein Selfie machen und mir wieder zurückbringen. Gesagt, getan, hier ist das Ergebnis. Glücklich sieht er nicht aus, aber das ist ja so eine Wesensart von Charlie, da kann er nichts für.
Foto: Olympus OM-D E-M5II – Lumix Vario 35-100/2.8 | 1/125 bei f2.8 | ISO 200 | 100mm
Eine Rose ist eine Rose
Ich weiß ja nicht wie es euch so geht, aber mir schlagen die immer neuen Aufnahmen eines Donald T., der diabolisch grinsend, schon wieder ein neues, von ihm grad unterschriebenes, Dekret in die – scheinbar – immer selbe Kamera hält, irgendwie aufs Gemüt. Im Halbkreis dahinter eine finster blickende Armee seiner Zombies, keine Miene verziehend. Egal ob Mauerbau, Einreiseverbot für Muslime, Streichung der Gelder zur Schwangerschaftsaufklärung, Abschaffung von Obamacare, …. Es ist nicht das Procedere als solches, das machten vor ihm schon andere Präsidenten, aber die Art wie es zelebriert wird, hat für mich etwas Beängstigendes. Das „wir werden euch schon spüren lassen, dass ihr nicht an mich geglaubt habt, jeden Tag, jeden Moment. Wir sind die Sieger und ihr die Verlierer, that’s Business“. Und genau das drücken die Bilder für mich aus.
Daher zeige ich euch nun zur Abwechslung – und um den Kopf von diesen Bildern zu befreien – eine unschuldige Blume als Symbol für eine schönere Welt, ohne trotzige Kindsköpfe an den Schalthebeln der Macht. Sie hat Dornen und kann sich wehren. Am Besten wir tun es ihr gleich. Wir haben ja dieses Jahr noch Gelegenheit dazu.
Olympus O-MD E-M5II – Lumix 35-100/F2.8 – 100mm – 1/200 f/2,8 – ISO 2500
Kalte Hände
Es ist ein trüber und eiskalter Sonntag im Januar. Leise schweben sphärische Klänge unterhalb des alten Leuchtturms über die Promenade von Warnemünde. Die zahlreichen Flaneure – dick vermummt – ziehen langsam an dem einsamen Pianospieler vorbei. Seine Finger fliegen über die Tasten, um immer neue Töne zu finden. Viele bleiben mit einem Lächeln kurz stehen, seine Schale ist bereits gut gefüllt mit Kleingeld aller Art. Mir fallen schon fast die Finger ab, um das Foto zu machen, wie macht er das nur? Hält die Magie der Musik seine Hände warm? Wie auch immer, danke dafür.
Strandhafer
Wie wichtig die Befestigung der Dünen am Warnemünder Strand sind, hat sich vor 14 Tagen gezeigt, als die Ostsee wider Erwarten, statt 1.20 stolze 2 Meter anstieg. Der wirklich große Strand war bis zu den Dünen mit Wasser gefüllt. Der Strandhafer ist einer der Garanten dafür, das der Sand sich verfestigt und auch bei starkem Wind oder Sturm nicht verweht wird. An der Nordsee ist das so wichtig, dass es bei Strafe verboten ist, solche Bereiche zu betreten. Ganz so streng ist es hier nicht, allerdings verhält sich die Ostsee, von einigen Wetterphänomenen abgesehen, auch nicht ganz so wild wie die rauere Nordsee. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt.
Nebulös
Moin, Moin, bei unserem 8. Besuch im a-ja in Warnemünde haben wir endlich mal eins der Zimmer bekommen, auf die wir immer schon spekuliert haben: Ganz vorne zum Strand, mit Blick nach Osten auf die beiden Leuchttürme. Noch nicht ganz oben, aber immerhin 6. Stock. Den dritten Leuchtturn, den Alten, verdeckt das Neptun. Leider ist es heute neblig und aktuell auch schon wieder dunkel, wir sehen also nur noch das grüne und das rote Leuchtfeuer. Gleich gibts den Begrüßungsprosecco (neu) und dann müssten auch bald unsere Freunde aus Frankfurt eintreffen. Morgen gibts dann das weibliche Geburtstagsdoppel, zusammen 113 Jahre alt. Let’s party.
Woher, Wohin
Unter diesem Motto präsentiert die Abschlussklasse „Reportagefotografie“ der Gilberto-Bosques Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg unter Leitung von Ann-Christine Jansson ihre Bilder zum Thema Flucht und Flüchtlinge in der Fotogalerie Friedrichshain.
Baumhäuser
Langsam entwickelt sich die City West mit ihren Hochhäusern und Neubauten zu einem Kontrapunkt zum Potsdamer Platz, oder den geplanten Hochhäusern am Alex. Das ist aus meiner Sicht das Schöne an Berlin, es gibt nicht DAS Zentrum, es gibt einfach viele davon. Sei Vielfalt, sei Berlin.
Foto: Olympus OM-D E-M5 II / 12mm / f 2.8 / 1/80stel bei ISO 1000
Fluss der Zeit
Für das diesjährige Silvester hatten wir uns vorgenommen mal aus Berlin zu fliehen. Weg aus der Großstadt, dem Geballer bereits Tage vorher, dafür es ruhiger angehen lassen. Wir haben gesucht und sind mit der MS Bellejour von Trans Ocean fündig geworden. Eine Flusskreuzfahrt von Köln nach Köln, über Antwerpen, Amsterdam und Düsseldorf. Silvesterfeier dann in Antwerpen. Die MS Bellejour ist rund 130 Meter lang, etwa 12 Meter breit, hat 3 Decks plus Sonnendeck und nimmt 180 Passagiere auf. Die Versorgung und Betreuung übernehmen dabei 45 Mitarbeiter. Das entspricht im Großen und Ganzen den meisten Flusskreuzschiffen, die Maße richten sich nach der maximalen Größe von Schleusen und der Höhe von Brücken. Mehr geht nicht. Weiterlesen „Fluss der Zeit“
Liebe ist …
… überall Liebesschlösser anzubringen. Ob in Köln über dem Rhein, auf Zingst auf der Seebrücke, in Warnemünde am Geländer gegenüber dem Standesamt, oder wie auf dem Bild, am Osthafen an der Spree, überall finden sich stählerne Zeugen unvergänglicher Liebe. Steffi&Jan, Kevin&Chantal, Oskar&Rico, alle verbinden mit dem Anbringen der Schlösser, und dem gemeinsamen Versenken des dazugehörigen Schlüssels, die Hoffnung auf immerwährende Zweisamkeit.
Aber wie es so ist im Leben, nichts ist für die Ewigkeit. Und so verkünden mancherorts noch Schlösser die Unverbrüchlichkeit zweier gemeinsamer Seelen, während im echten Leben davon längst schon keine Rede mehr sein kann. Aber allein der Wille es immer wieder zu versuchen, und die Hoffnung das es eben doch „für immer“ sein möge, hält diese Tradition am Leben.
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen guten Rutsch, wir lesen uns wieder in 2017. Dem Jahr dem hoffentlich nicht ganz so viele unserer Idole geopfert werden. 2016, es wird Zeit: Verpiss dich!






