Chillout 25

Gestern Abend war ich das erste mal auf dem ehemaligen Gelände der Bar 25 wo jetzt die Betreiber ein großes, hölzernes Pipi Langstrumpfland namens „Holzmarkt Pampa“ für Hipster und Touris aufgebaut haben. Es ist eine Mischung aus selbst gezimmerten Holzpodesten und Buden, Sofas und Hängematten. An der Spree finden sich auch ein paar Strandkörbe. Die „mainlanguage“ scheint englisch zu sein, immerhin konnte die – natürlich tätowierte – Bedienung die verschiedenen Limosorten auf deutsch aufsagen. Heute in angesagten Lokalen nicht mehr selbstverständlich. Auch von den Besuchern sprechen viele englisch, wahrscheinlich ist das alles längst als Hotspot in diversen Reiseführern zu finden.

Essensbuden gibt es auch, verhungern und verdursten muss niemand. Es ist auch erlaubt eigene Getränke mitzubringen, aber es wird natürlich gern gesehen, wenn man auch vor Ort konsumiert. Ein naturtrübes Radler kostet 3€, eine Rhabarberschorle 2,50€, nicht übermäßig teuer für die nette Location. Wer kann, organisiert sich dann einen Platz direkt am Ufer der Spree und genießt den Sonnenuntergang und den Blick über die Spree auf den Fernsehturm. Perfekt um die Seele nach einem anstrengenden Tag baumeln zu lassen.

Arundel Castle

Für unsere Südenglandtour haben wir extra eine Karte des „National Trust“ gekauft, um es uns zu ermöglichen Schlösser und Burgen zu besichtigen, ohne jeweils die teils horrenden Eintritte zu zahlen. Der NT und auch „English Heritage“ kümmern sich um die Erhaltung alter Bauwerke in England und Schottland, betreuen ganze Landschaften oder Küstenbereiche und ermöglichen Passbesitzern freien Eintritt. Nach gut 17 Tagen hatten wir den Einsatz locker wieder raus.

Leider war eine der ersten Burgen auf unserer Tour, das gut erhaltene „Arundel Castle“, in keine der beiden Organisationen, so dass wir Eintritt zahlen mussten. Mit der Bronzekarte für 13£ pro Person konnten wir das weitläufige Gelände erlaufen, die herrlichen Gärten besichtigen und die kleine Kapelle besichtigen. Das Castle selbst ist fast 1000 Jahre alt, gut erhalten und diente unter anderem dem Filmteam von „The young Victoria“ als Kulisse. Die Innenräume der Burg wären nur mit der goldenen Karte zu besichtigen gewesen, aber so viel Zeit hatten wir eh nicht, das nächste Ziel wartete bereits. Bald mehr von unserer Tour.

Verschlafen

Obdachloser schläft auf Parkbank

Als ich heute morgen den Blick aus dem Fenster schweifen ließ, um zu schauen was der Tag bringt, sah ich dieses Ensemble auf und neben der Parkbank unseres kleinen Parks vor der Tür. Vertrauensvoll steht das ganze Hab und Gut des – vermutlich – Obdachlosen neben seinem Schlafplatz. Ein ganzes Leben in einem Einkaufswagen.

Heute beginnt ja auch die WM in Russland. Wird sie ihn interessieren? Oder hat er andere Schwerpunkte? Zum Beispiel überleben auf den Straßen der Großstadt? Schlicht und einfach, aber ein Grundbedürfnis jedes Menschen. Heute morgen stand in der Zeitung, das aus Polen jetzt Sozialarbeiter nach Berlin kommen werden, da ein Großteil der auf der Straße lebenden Menschen aus unserem Nachbarland kommen. Bin gespannt ob das den Menschen helfen wird. Hoffen wir das Beste. Eine Parkbank ist aber sicher immer frei.

Beachy Head

Beachy Head mit Leutturm

Auch wenn es eigentlich viel zu heiß ist, um zu bloggen, wird es mal wieder Zeit ein wenig Leben in die Bude, sprich Blog zu bringen. Was passt besser zum aktuellen Wetter, als ein Blick von einer hohen Klippe auf das Meer, angereichert durch einen pittoresken Leuchtturm mitten drin. Das Foto dürfte es zigtausendfach geben, ist es doch in jedem Reiseführer über Südengland zu sehen. Die Anfahrt über kleinste Singletrack-Roads, allerdings nur wenn man von der falschen Seite kommt und bedingungslos seinem Navi vertraut, ist etwas abenteuerlich, aber der Blick auf auf dieses Panorama entschädigt schnell.

Wir parken am National Trust Parkplatz in Birling Gap und laufen von dort die Klippen hinauf. Mit uns auch eine ganze Menge anderer Touristen, wie gesagt, ein „must see“ wenn man dort unterwegs ist. Beachy Head ist dann auch noch mit 162 Metern Höhe, die höchste Klippe Großbritanniens. Am Aussichtspunkt lädt ein kleiner Kiosk zur Rast ein, aber wir gönnen uns nur ein kleines Eis, wir müssen ja noch nach Brighton und es ist schon spät. Auf dem Rückweg nach Birling Gap bietet sich noch ein fantastischer Ausblick auf die „Seven Sisters„, ein weiterer Höhepunkt an der Küste von Sussex. Das „Cream Tea with cones“ müssen wir leider auf später verschieben, aber wir holen das auf der Rückfahrt nach.

Seven Sisters in Sussex, England
Seven Sisters – Foto: h|b

Entschleunigung

Nun sind wir seit einer Woche in England unterwegs und das fahren auf der – für uns – falschen Straßenseite ist schon zur Normalität geworden. Ob Kreisel, Kreuzung oder Ab- und Auffahrten… kein Problem. Ab und zu noch das kleine Mantra, rechts abbiegen, gaaanz rüber nach links, aber selbst das wird schon weniger.

Heut haben wir Lands End erreicht, den westlichsten Punkt Englands auf der britischen Insel. Bis hierher hatten wir untypisch englisches Wetter, bis auf einmal nieseln nur Sonne satt. Wir sehen inzwischen aus wie zwei Sommerfrischler aus dem Süden Europas.

Lands End
Lands End – Foto: h|b

Hier nehmen wir uns jetzt zwei Tage Auszeit, mit Blick übers weite Meer, die Seele muss ja auch die Chance haben anzukommen. Im übrigen scheint England ein sehr vorsichtiges Land zu sein, so viel „SLOW“ auf der Straße ist mir schon unheimlich. Wobei dieses „slow“ nicht näher definiert ist. Wahrscheinlich ist es das Pendant zu unserem Achtungsschild, wer weiß. Bei den Straßen hier in Cornwall macht „slow“ aber eh viel Sinn, vor allen für uns Festlandseuropäer 😉

La Mancha

Nach rund 1000 Kilometern haben wir heute den Ärmelkanal in Dünkirchen erreicht. Nach einem Stopover am Twistesee in Nordhessen, sind wir so mit unserem Wohnmobil in zwei Tagen von Berlin an die französische Küste gefahren.

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Bahnhof Volkmarsen, Bargeldupdate

Nach einem langen Strandspaziergang,  mit Kältetest des Ärmelkanalwassers, brrrrrr, sitzen wir nun in der herrlichen Abendsonne und genießen unseren „Feierabend“ auf dem Campingplatz „La Licorne“ dem Einhorn. Morgen früh wagen wir den Sprung nach Westen und freuen uns auf Great Britannia.

Kontemplation

Anstatt sich heute der Sammlung von Massen hinzugeben, zum Beispiel auf dem MyFest in Kreuzberg, ging unsere Überlegung zu etwas mehr Abgeschiedenheit und Besinnung. Die Gärten der Welt in Berlin bieten genügend Platz und Gelegenheit zur Reflexion, sei es auf dem Wasser des chinesischen Pavillons, über den Zengärten des japanischen Gartens, oder in den Spiegeln in der Nähe des Haupteingangs. Zunächst lud jedoch ein englisches Cottage zur Einkehr, und wir richteten unsere Konzentration ganz auf die Versenkung von Kaffee und leckeren Kuchen. Bei der tieferen Betrachtung der farbenfrohen Blumen und Blüten im Laufe unseres weiteren Spaziergangs kamen wir uns vor wie in einer herrlichen Andacht in Gottes Natur, über uns nur der weite, blaue Himmel, als Dach der einen, großen Welt.

Das heilige Wort – Foto: h|b

Um mir ein wenig folgen zu können, hier eine Auswahl der Fotos vom heutigen Spaziergang zum nachmeditieren. Und wer es vielleicht bemerkt hat, alle unterstrichenen Worte im Text sind Synonyme des Wortes Kontemplation. Sagt der Duden. Musste nur noch den Text drumherum schreiben 😉

Kraft tanken

Schattenspiele - Foto: h|b

Nach langen Projekttagen hilft ein kleiner Ausflug an die Ostsee, um wieder zu sich zu kommen, Kraft zu tanken. Die Seele baumeln lassen, wie es so schön heisst. Allein die Luft an der See ist eine ganz andere als in der Großstadt. Die Lunge nimmt begierig jedes Gramm Ozon in sich auf, das Luftholen fällt gleich viel leichter. Ein langer Spaziergang nach Wilhelmshöhe bringt auch den Körper dazu sich ein wenig anzustrengen. Als Ausgleich für viele Stunden Bürostuhl. Warnemünde ist allemal einen Ausflug wert.

Crashtestdummys

Was auf dem Bild zuerst aussieht wie ein mittelschwerer Verkehrsunfall, wobei die Couch nicht so ganz ins Bild passen würde, ist bei genauerer Betrachtung lediglich ein Stück öffentlichen Straßenlands, dass einfach als Zwischenablage für Müll umfirmiert wurde. Ob die Wracks von einem Entsorger oder einer Werkstatt nur zwischengeparkt wurden, wer weiß das schon. Ist für Berlin jetzt auch kein ganz seltenes Bild.

An der Stelle geht auch in Kürze die Kreuzberger Umfahrung in die finale Runde, muss nur noch die Bilder soweit vorbereiten, dass sie veröffentlichungsfähig sind. Und was fehlt zur intensiven Beschäftigung mit den Fotos auf der Festplatte? Genau, die liebe Zeit. Mein letzter Urlaub wartet auch noch auf Durchsicht und dann ist draußen in Berlin auch noch spontan der Sommer ausgebrochen. Wie soll man denn das alles unter einen Hut bringen. Ich arbeite dran 😉