Die kleinen puscheligen Weidenkätzchen sind für mich ein unübersehbarer Frühlingsbote. Als ich noch in Berlin am Nordbahnhof gearbeitet habe, wuchsen jede Menge davon auf dem alten Bahngelände. Da dort vorwiegend Birken wachsen, dachte ich auch hier, ich müsste Birken suchen. Da lag ich aber falsch.
Weiterlesen „Weidenkätzchen“Licht und Wasser: Impressionen vom Bodensee #29
Als ich letzt mit Kamera und Tele am Überlinger Bodenseeufer unterwegs war, zeigten sich die Berge der Schweizer Alpen in voller Pracht. Durch die Verdichtung mit der extremen Brennweite scheinen sie direkt hinter Wallhausen am See emporzuwachsen. In Wirklichkeit trennen doch ein paar Kilometer Luftlinie mich und meine Kamera von den Bergen. Laut Google Maps sind das beispielsweise von Überlingen zum Säntis gut 60 Kilometer. Dabei liegt er doch direkt vor mir.

Den Blick den Bodensee entlang, in der Achse über Unteruhldingen gerichtet, ragen die Berge wie eine unüberwindliche Mauer vor dem Betrachter empor. Ich stelle mir immer vor, dass das für frühere Bewohner, die vielleicht in den Pfahlbauten gelebt haben, wie das Ende der Welt vorgekommen sein muss. Wie soll man denn da drüber kommen? Aber da der Mensch immer wissen will, was hinter dem Horizont kommt, haben sie es sicherlich auch geschafft. Solange, bis jeder Horizont erobert war.
Bald

Die Knospen sind am Start, die Zweige sind gespannt,
ist jede Pflanzenart der Freude zugewandt!


Das Grün, es steht bereit, die Farben sind gemischt,
in absehbarer Zeit wird Frühling aufgetischt!

Der Frost zieht sich zurück, der Winter nimmt’s in Kauf,
bald sind sie weg zum Glück, und alles atmet auf!
Jörn Heller
Wetterwechsel
Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Die Temperaturen steigen leicht an und der Blick auf die Appenzeller Alpen heute morgen verspricht einen schönen Tag. Also ab auf unseren Ausguck im Q5 und mit der Kamera schnell einen Blick über den See werfen. Hinter der Insel Mainau liegt noch ein Wolkenschleier, der im Laufe des Tages sogar manchmal die Mainau verschwinden lässt.

S’goht dagege
Der Ausruf aus der allemannischen Fasnet steht für den heutigen Aschermittwoch im Programmheft der diesjährigen Überlinger Session. Zuerst musste ich mal kurz recherchieren was das eigentlich bedeutet, zum Anderen dann von Einheimischen erklären lassen, wieso der Spruch denn am Aschermittwoch steht.


Narri Narro
Die Narren haben es dieses Jahr nicht leicht, die Schönwetterphase endete hier unten am Bodensee genau zum „Schmotzigen Dunschtig“ auch bekannt als „Weiberfasching“. Es ist grau und regnerisch, richtige gemütliche Stimmung, um als Zuschauer irgendwo länger als 10 Minuten auszuhalten. Aber wahrscheinlich stört sie es doch nicht. Was ein echter Fasnetter ist, ist Kummer und schlechtes Wetter gewohnt und lässt sich davon nicht die Laune verderben. In diesem Sinne: Narri, Narro und ein kräftiges „Überlingen, juhuuuu“
Das Titelbild zeigt die Friedhofsstraße in Überlingen kurz vor dem Hänselebrunnen. Aus den Fenstern hängen die Fahnen der Überlingen Fasnetvereine. Verfremdet wurde das Foto durch den Adamski-Effekt in Photoshop.
Licht und Wasser: Impressionen vom Bodensee #28
Die erste Februarwoche läutet scheinbar das Ende der langen Nebelzeit ein. Die Sonne setzt sich immer mehr durch und die Menschen strömen ins Freie. Wo im Norden und Osten noch die Ostsee und die Elbe zufrieren und sich bizarre Eisformationen bilden, stellen sich hier unten am Bodensee schon leichte Frühlingsgefühle bei Plusgraden ein.


Abgeschliffen
Ich bleibe über diesem Stück Holz stehen, weil es nichts mehr eindeutig sagt.
Die Farbe formt etwas, das einmal Buchstaben gewesen sein könnten – oder auch nicht.
Zeit hat die Bedeutung abgeschliffen, aber nicht die Wirkung.
Im Unlesbaren liegt eine eigene Ruhe, und genau dort beginnt für mich Wabi Sabi.
Lost in Überlingen
Gestatten, mein Name ist PN16GG25 und ich stehe schon sehr lange hier am Rande des Mainauwegs in Überlingen wie man sieht. Jahrelang liefen Menschen an mir vorbei, aber ich konnte nur ihre Schritte hören. Mal schleppend bergauf, mal fröhlich und hüpfend bergab, mal knirschend im Schnee. Nun hat sich endlich jemand erbarmt und mir Augen zum Sehen geschenkt. Jetzt kann ich endlich sehen, wer meinen Weg kreuzt. Für eine freundliche Umarmung reicht es leider nicht, ihr seht ja selbst. Wenn alles gut geht, werde ich noch lange hier stehen, langsam aus der Zeit fallend und trotzdem alles tun, um der DIN 100 zu genügen. Besucht mich doch mal im Mainauweg in Überlingen, ich würde mich freuen.
Wassereis
Wie vergänglich manche Dinge sind, zeigte sich in Überlingen im Stadtgraben. Ich hatte gestern noch, bei rund – 3° die Gelegenheit genutzt die riesigen Eisgebilde zu fotografieren, die sich dort an der Wand gebildet hatten. An dieser Wand läuft permanent Wasser herunter – was den Graben im Sommer herrlich runterkühlt – und bildet natürlich bei den aktuellen Minusgraden formidable Eisstrukturen.



