Berlin-Blues #3

Brücke zur Insel der Freundschaft in Treptow

Die „Insel der Jugend“ liegt zwischen Treptower Park und dem Forst Plänterwald gegenüber der Halbinsel Stralau. Verbunden über eine Brücke, beherbergt die Insel einen Jugendclub und ein Mädchenwohnheim. Im Sommer finden hier Konzerte statt und man kann sich im Biergarten ein Helles schmecken lassen.

Direkt gegenüber liegt der „Zenner“, ebenfalls ein beliebter Ausflugstreff für Berlinerinnen und Berliner. Auch für uns immer gern ein Einkehrpunkt nach einem Spreespaziergang von der S-Bahn-Station Treptower Park.

Berlin-Blues #2

Verwischtes und abstraktes Foto vom Ende der Eastside Gallery

Einer der absoluten Hot-Spots der Stadt Berlin, ist die East Side Gallery in Friedrichshain, unten an der Spree. Es ist eine lange Mauer, entlang der Mühlenstraße und war zu DDR Zeiten die sogenannte „Hinterlandmauer“. Die eigentliche Grenze verlief mitten in der Spree. Im Frühjahr 1990, nach der Öffnung der Berliner Mauer, wurde dieses Teilstück von 118 Künstlern aus 21 Ländern auf einer Länge von 1316 Metern bemalt. Da die Schmierfinken der Welt ihre Griffel nicht in der Tasche lassen können und unbedingt „Lasse was here“ oder ähnlichen Unsinn auf die Bilder kritzeln, müssen die Bilder regelmäßig und für viel Geld erneuert werden. Aber wie so oft, das Selfie mit Schmiererei ist scheinbar wichtiger als die Kunst selbst.

Ich hab in mein Bild mal etwas Dynamik einfliessen lassen, wer „normale“ Anischten haben möchte, kann gern in meinem Blog stöbern. Unter dem folgenden Link finden sich einige Beiträge rund um die East Side Gallery.

Technik 41/52

Ein 6-Zylindermotor als Explosionsartefakt im Technikmuseum in Berlin

Wo kann man mehr Technik sehen, erleben und darüber staunen als in einem Technikmuseum. In einem Land wie Deutschland, wo die Automobiltechnik der Motor für Wohlstand ist, oder eben auch Berlin, wo Technik mit den Siemenswerken eine lange Geschichte hat. Das Foto zeigt einen 6-Zylindermotor als Explosionsobjekt im Technikmuseum Berlin. Eine Technik, die über kurz oder lang verschwinden wird, da Motoren dieser Art aussterben werden. Ein E-Motor ist wesentlich unterkomplexer und wahrscheinlich auch weniger fotogen. Daher ist dieser Art Technik im Museum gut aufgehoben.

Das Thema #motor ist der 41. Beitrag der #52WochenFotoChallenge von Norber Eder aus dem sozialen Netzwerk „Mastodon“. Das Foto wurde mit der Olympus OM-D E-M5II aufgenommen und und in Lightroom berarbeitet.

Stillleben 36/52

Zwei Autos in Detailansicht. Im Vordergrund ein intakter Sportwagen, direkt dahinter ein Unfallwagen

Die meisten Stillleben sind ja kunstvoll arrangiert, bestehen aus Vasen, Blumen oder Obst Arrangements, perfekt ausgeleuchtet und in Ruhe aufgenommen. Ich habe meinen Beitrag zur #52WochenFotoChallenge auf der Straße an meiner Lieblingseisdiele gefunden. Direkt vis a vis zu einem coolen Protzauto stand ein Unfallwagen mit schrägem Vorderrad. Neu & Alt, Ganz & Kaputt, Chrom & Rost. So still kann das Leben manchmal sein. Sogar auf der Straße. Fotografiert mit dem iPhone13Pro und in LR etwas aufgepimpt.

Der letzte Schnitt

Frisörsalon Beauty Hair in Friedrichshain

„Na Herr Böttger, dann bis in 4 Wochen, wa?“. „Nein, ich bin dann erstmal für 2 Monate mit dem Wohnmobil unterwegs, wahrscheinlich sehen wir uns also erst wieder im November.“ „Allet klar Herr Böttger, ick bin hier.“

Das war vor rund 14 Tagen mein letzter kurzer Dialog mit der Frisöse meines Vertrauens. Mit Silke. Vom Salon „Beauty Hair“ in Friedrichshain. Kein Schnickschnackname wie „Scheren-Schnitt“, oder „We hair for you“. Ein kleiner Kiezfrisör. Neben den ganzen „Barber-Shops“ schon fast eine Ausnahme. Immer das selbe Ritual beim umhängen des schwarzen Kittels. „Na Herr Böttger, dat selbe wie immer?“ „Auf jeden Fall, keine Experimente in meinem Alter“. 12mm mit der Maschine, an der Seite ein wenig kürzer, Augenbrauen kürzen, fertig. Kein Kaffee, keine Yellowpress, kein Smalltalk. Ein paar Worte wurden gewechselt, nach 5 Minuten war ich meist wieder draußen.

Wenn keine Gäste zu bedienen waren, saß Silke meist draußen vor dem Laden auf einem der Stühle, rauchte eine Zigarette und quatschte in ihrem leichten Berliner Singsang mit einem der Bekannten aus der Straße. Wir grüßten, selbst wenn wir an der anderen Straßenseite vorbeiliefen.

Letzte Woche hatte Silke auf dem Weg zu Freunden einen Schlaganfall. Koma, inzwischen wurden die Geräte abgeschaltet. Silke wäre ein paar Tage später 50 Jahre alt geworden.

Vielleicht braucht auch im Himmel jemand wie ich einen Haarschnitt mit der Maschine. 12mm, an den Seiten kürzer, gern auch die Augenbrauen etwas in Form bringen. Farewell Silke.

Verloren 33/52

Ein verlorener Turnschuh auf einer Bärenfigur aus Stein

„Wo ist dein Schuh? Du hast ihn verloren. Als ich dir den Weg zeigen musste
Wer hat verloren? Du dich? Ich mich? Oder, oder wir uns?“

In seinem Hit „Jeanny“ sang Falco schon 1985 von verlorenen Schuhen. Gut, die Geschichte ging noch weiter, der Schuh damals war rot, gehörte einem Mädchen und leider ging sich das Ganze nicht gut aus. Aber der Text passt trotzdem zum Wochenthema #Verloren der #52WochenFotoChallenge. Warum Menschen in Berlin ihre Schuhe verlieren und wie sie den Rest des Weges zurücklegen ist mir schleierhaft, aber man sieht die armen, verlorenen Schuhe nicht selten im Stadtbild.

Ein verlorener Turnschuh am Gleis im Berliner Hbf
Schuh im Gleis

Gestrandet

Beach Bar am Berliner Hauptbahnhof aus dem Jahr 2009

Bar 25, Bundespressestrand, Oststrand, Strandbar Mitte, Beach am Hauptbahnhof oder Humboldthafen. Wer Ende der Nullerjahre in Berlin gelebt hat, verbindet mit diesen Namen vielleicht das entspannte Bierchen am Ufer der Spree zu entspannter, elektronischer Musik, oder zumindest mit nackten Füßen im feinkörnigen Sand. Brachflächen wurden damals sinnvoll genutzt, das Lebensgefühl einer großen Stadt spiegelte sich wider. Nicht immer für Alle geöffnet, gegen Ende dieser Phase wurde es teilweise elitär und der Zugang eingeschränkt, aber im Großen und Ganzen schon eine coole Zeit.

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Wächter

Wachpersonal am Denkmal der ermordeten Juden in Berlin

Aus meiner Tätigkeit als Reisendenlenker im Berliner Hauptbahnhof kann ich solche Jobs inzwischen ganz gut einschätzen. Man braucht Stehvermögen, ein waches Auge und die innere Ruhe um Langeweile zu überstehen. In der Regel passiert nämlich wenig bis nichts. Ab und an mal eine Ansage, doch bitte nicht auf den Stelen rumzuklettern, dem Ort die Würde zu geben, die er verdient, aber das war’s dann auch. Der Rest ist der regelmäßige Blick auf die Uhr und die Frage, wann die verdammte Schicht endlich rum ist.

Don’t look up

Ein Mann im Businessanzug steht seitlich oberhalb einer Treppe

In letzter Zeit habe ich mich ein wenig mehr mit dem Thema „Street“ beschäftigt. Berlin hat ja Straßen genug, es fehlen also nur noch die Menschen, damit das Thema rund ist. Ach ja, Formen, Strukturen und Perspektiven sind auch hilfreich, um die Betrachter zu lenken. Auch wenn Street nicht zwingend schwarz/weiss sein muss, kommt es meiner Interpretation doch irgendwie eher entgegen. Das vorliegende Foto entstand im Regierungsviertel in der Nähe des Spreebogens. Der junge Mann nutzte die Mittagspause, um die Sonne und sein Sandwich zu genießen.

Das Foto enstand mit einer Olympus OM-D E-M5II und dem m.Zuiko 12-40 PRO, Blende 7.1 bei einer 1600stel Sekunde. Nachbearbeitung in LR Classic.

Natur 29/52

Eine Wildblumenwiese

In einer großen Stadt ist der Weg zur Natur ja oft mit langen Wegen verbunden. Wir haben allerdings das Glück, direkt vor unserer Tür einen kleinen Park zu haben, den Comenius-Park. Stadtparks sind zwar oft auch eher auf Effizienz ausgerichtet, zweimal im Jahr kommt das Grünflächenamt und rasiert alles ab was höher als 5 cm ist, aber es ist durchaus möglich kleine Nischen zu schaffen. Was ja in vielen Augen völlig verwahrlost aussieht, sind die sogenannten „Wildblumenwiesen“. Aber gerade die sind total wichtig für Insekten und vor allen Dingen Bienen. Ein paar Tütchen in der Natur ausgesät und los geht’s.

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