Alles dreht sich

Zeit das sich was dreht - Foto: h|b
Zeit das sich was dreht – Foto: h|b

Der kleine aber feine Weihnachtsmarkt neben dem roten Rathaus im Schatten des Fernsehturms ist wirklich zu empfehlen. Nicht weit entfernt vom aufgedrehten Rummelplatz hinter dem Alexa wird hier schon eher die Vorfreude auf Weihnachten erlebbar. Es riecht nach leckerem und selbstgemachten Brot, es gibt viel Kunsthandwerk und außer dem Kettenkarussell und dem Riesenrad keine weiteren Fahrgeschäfte. Rund um den Neptunbrunnen kann man auf den eigenen oder gemieteten Kufen die Eisbahn umrunden oder einfach bei einem leckeren Glühwein anderen dabei zusehen. Insgesamt sehr stimmig.

Vorglühen

Zweimal Grog, einmal Glühwein - Foto: h|b
Zweimal Grog, einmal Glühwein – Foto: h|b

Glühwein muss man ja irgendwie mögen. Süßes, klebriges Zeug, irgendwie auf Weinbasis und das Ganze dann noch höllisch heiß. Also die ersten zwei Minuten, dann wird es langsam lau und noch klebriger. Am besten trinkt man es ja bei Minustemperaturen, aber die stellen sich aktuell nicht ein. Es sieht wieder so aus, als hätten wir diese Weihnachten eher so etwas wie Frühlingsanfang. Mit Sturm statt Schnee. Aber wir wollen uns mal nicht zu früh freuen, dieses Jahr kam der Winter auch erst spät, und dann wollte er nicht mehr verschwinden. Leider gab es dann keinen Glühwein mehr, da die Weihnachtsmärkte pünktlich nach Weihnachten verschwanden. Da steckt bestimmt ein perfider Plan dahinter. Wenn ich noch ein oder zwei Gläser Glühwein trinke, wird sich mir der sicher erschließen. Oder ich habe einfach tierische Kopfschmerzen, was sehr viel wahrscheinlicher ist. Echt eklig dieser Glühwein. Was? Noch mal drei? Okay!

Verzweiflung

"Der Schrei" von Edvard Munch vor dem Bahntower - Foto: h|b „Der Schrei“ von Edvard Munch vor dem Bahntower – Foto: h|b

Laut dem Tagebuch von Edvard Munch sollte sein bekanntestes Bild „Der Schrei“ eigentlich „Verzweiflung“ heissen. Eine Verbindung mit einem dieser Begriffe und dem dahinter aufragenden, ebenfalls sehr bekannten, Gebäude in Berlin ist allerdings nicht die Absicht der aktuellen Ausstellung am Potsdamer Platz, wohl aber eine kleine Boshaftigkeit des Autors dieser Zeilen. Als ich heute nachmittag dort vorbeikam, musste ich das einfach genau so fotografieren. Erst heute Abend las ich dann, dass auch der Termin der Veröffentlichung dieses Beitrages ein Historischer ist, wäre doch der Künstler genau heute 150 Jahre alt geworden. Danke für die Inspiration und … „Happy Birthday“.

Buchstabensammlerinnen

Spätestens nach dem „Psssssssst“ wusste man Bescheid. Der Buchstabendealer Lefty aus der Sesamstrasse war da und wollte Ernie vielleicht ein F verkaufen, oder auch mal ein fettes O. Später konnte man im Fernsehen noch eine blonde Frau sehen, die Buchstaben an einer Wand umdrehte. Auch hier konnte man Buchstaben kaufen. Ein E zum Beispiel, oder ein A. Aber kein G, das ging gar nicht, nur Vokale waren erlaubt.

In den Schluchten der Typographie - Foto: h|b In den Schluchten der Typographie – Foto: h|b

Barbara Dechant und Anja Schulze aus Berlin lassen sich die Buchstaben allerdings lieber schenken. Egal ob Vokal oder Konsonant. Sie sind in der Regel auch viel größer als die aus der Sesamstrasse und auch viel größer als die aus der Buchstabenwand. Und sie müssen vorher schon mal benutzt worden sein. Vielleicht als Leuchtreklame, oder als Firmenname. Von heute nicht mehr existierenden Firmen. Sie prangten einst an Häusern, Bahnhöfen oder Geschäften. Da braucht man dann auch einen schönen Ort um sie zu zeigen. Am Besten ein Buchstabenmuseum. Dem Einzigen in Deutschland. Das steht natürlich in Berlin. Wo sonst. Weiterlesen „Buchstabensammlerinnen“

Dem Xaver sein Schnee

Schnee im Comeniuspark - Foto: u|b

Im Gegensatz zum letzten Jahr hat der erste Schnee in Berlin diesmal wenigstens so lange gewartet bis ein entsprechender Anlass gegeben war: Nikolausabend, die Generalprobe für Weihnachten. Das Sturmtief Xaver tobt bereits seit gestern heftig über Deutschland, heute gesellte sich Polarluft dazu und schon fiel es weiß vom Himmel. Der Schnee fegte dann gemeinsam mit den Sturmböen quer durch die Stadt, blieb aber bis zum Abend nicht liegen. Mal sehen, ob die Premiere besser wird.

Übung macht den Meister

November Rain

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Mein Timehop von vor drei Jahren zeigt mir ein Instagramfoto von der Warschauer Brücke mit dem ersten Schnee und ein Screenshot der Wetterapp mit prognostizierten Temperaturen von bis zu -8 Grad. Aus der Sicht gesehen, macht mir aktuell das bisschen Novemberregen bei fast angenehmen Plusgraden gar nichts aus. Im Gegenteil, lädt es doch geradezu ein, ein paar Fotos mit Lichtspielereien auf nassen, sich spiegelnden Flächen zu schießen. Da es inzwischen auch dunkel ist, wenn ich auf dem Weg nach Hause bin, sieht das gleich noch schöner aus. Die Kamera setze ich dabei auf eine längere Belichtungszeit, suche mir einen Laternenmast als stabilen Halt und schon kann ich locker ein paar Sekunden belichten. In diesem Sinne: „It’s raining man, hallelujah…“

Vogel-Flug-Linie

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Ich denke diese drei Begriffe, die ja auch an anderer Stelle gemeinsam existieren, beschreiben das Bild ganz gut. Als ich morgens zur Straßenbahn gelaufen bin, kreisten die Krähen über der Oberleitung und ließen sich immer wieder für kurze Zeit nieder. Dahinter die pittoresken rosa Wölkchen und als ich mir das Bild später anschaute, war sogar noch ein Flugzeug darauf zu erkennen, dem die Krähe sehnsuchtsvoll hinterherschaut. Tut sie doch, oder?

Roll, Roll

Die rollenden KofferDie rollenden Koffer

Bereits die Blechbüchsenarmee der Augsburger Puppenkiste wusste die Vorteile des Rollens zu schätzen, kam sie doch auf diese Weise schnell und mühelos den Berg hinab. Trotzdem dauerte es noch ein ganzes Weilchen bis sich dieses Prinzip auch bei den Koffern durchsetzte. Erst ein Pilot in den 80er Jahren hatte die zündende Idee und montierte zwei Rollen direkt an den Koffer. Ein ausziehbarer Griff ermöglichte das einfache hinterherziehen dieses Koffers.

Er war nicht der Erste der die Idee hatte, Rollen gab es schon länger, aber bis dahin zog man die Koffer umständlich an einem Gurt hinter sich her. Das war wenig attraktiv und es wollte auch kein Händler verkaufen. Früher war es durchaus auch noch üblich Träger zu beschäftigen, die einem die Koffer hinterhertrugen. Das war auch gleichzeitig ein sichtbares Statussymbol. Wer sich keine Träger leisten konnte, musste seine Koffer halt selbst tragen. Da das Reisen in den 80er Jahren immer mehr zunahm, Flugreisen wurden erschwinglich, Dienstreisen nahmen zu, setzte sich das Prinzip dann schnell durch und heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass es jemals Koffer ohne Rollen gegeben hat. Danke Robert Plath.