Alignments du Ménec

Menhire in Carnac

1099 große Steine, in mehreren Reihen ausgerichtet, umfasst das größte der drei Steinfelder in Carnac. An diesem Ort befindet sich die bekannteste prähistorische Stätte der Bretagne, mit insgesamt über 3000 Menhiren. Sie entstand in den Jahren 4500 bis 2500 vor Christus, als die steinzeitlichen Sammler und Jäger sesshaft wurden. Anstelle der sonst üblichen Steinkreise sind hier die Steine in langen Reihen aufgestellt. Die größten Blöcke von Carnac wiegen dabei mehrere Tonnen. Die Menschen transportierten sie von weit entfernten Steinbrüchen hier her, lange vor der Erfindung des Rads. Warum?

Erklärungsversuche gibt es einige: Fruchtbarkeitskult, himmlische Chronometer – die Reihen sind entlang der Ost-Westachse ausgerichte – Landeplatz für Außerirdische, oder einfach Versammlungsorte? Eigentlich hat man nicht die blasseste Ahnung. So lässt man die Steine am Besten auf sich wirken und denkt sich 6000 Jahre zurück in die Vergangenheit. Als die Menschen sesshaft wurden und beschlossen zu unserem Vergnügen Steine aufzustellen. Nach dem Motto: Viel Spaß, macht euch mal schön Gedanken. Wir fanden es einfach lustig. Vielleicht war es so, wer weiß.

L’Herbaudiere Noirmoutiere-en-I’Ile

Die Atlantikküste auf der Insel Noirmoutier
Die Atlantikküste auf der Insel Noirmoutier – Foto: h|b

Am Donnerstag sind wir am fast östlichsten Punkt Deutschlands aufgebrochen, um heute nach rund 1800 Kilometern am fast westlichsten Punkt Frankreichs, in L’Herbaudiere, an der Atlantikküste zu stehen und uns am Sonnenuntergang zu erfreuen. Zum letzten Bericht, ein Kontrastprogramm wie es stärker nicht sein könnte. Weg von den deprimierenden Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs an der Meusse, weit hinüber ans friedliche Meer, dessen Wellen unter uns leicht an den Strand schlagen. 

Hier legen wir eine Pause ein, um dann von hier aus unsere Bretagne- und Normandietour zu starten. Dort werden wir spätestens in der übernächsten Woche wieder daran erinnert, dass das Meer auch unfriedlich sein kann. Wir erreichen dann die Strände Utah-, Omaha-, Gold-, Juno- und Sword Beach, so benannt in der „Operation Overlord“. Am 6. Juni 2014 jährt sich die Landung der Alliierten an der Normandie zum 70sten Mal. Große Feierlichkeiten stehen an. Wir werden aber erst danach die Strände erreichen, auf denen tausende Soldaten ihr Leben verloren haben, um Europa vom Irrsinn des „tausendjährigen Reichs“ zu befreien. Damit wir heute hierherfahren und friedlich mit allen Nationen gemeinsam ein Glas Wein trinken können. In diesem Sinne: Santé.

Ville de Verdun

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Kriegerdenkmal „Aux Enfants de Verdun“

Sind heute in einem Parforceritt über die französische Grenze direkt nach Verdun vorgestoßen. Die Résistance in Metz haben wir großzügig – mit einer kleinen Mautzahlung – umgangen, so dass wir am Nachmittag an der „Confisserie Braquier“ unser Quartier beziehen konnten. Chapeau. Wir haben uns gleich mit Proviant eingedeckt, den berühmten Schokoladendragees und Bonbons mit der Geschmacksrichtung „Fleur de Rose“. Schmecken etwas nach Parfüm. Die Erkundung der Stadt führte uns zu den diversen Denkmälern zu Ehren der kämpfenden Truppen, der Festung und der über der Stadt wachenden Kathedrale „Notre Dame“. Nebenan im „Palais de Paix“ hängen allen Ernstes großformatige Bilder der Berliner Mauer. Ick gloob, ick spinne. Schön dass Europa inzwischen geeint ist, und wir Orte besuchen, statt zu zerstören. Morgen besichtigen wir die Schlachtfelder von Verdun mit dem Beinhaus, in dem die Gebeine von rund 130.000 unbekannten französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt werden. Ein Monument des Schreckens und des Besinnens. In diesem Sinne ein nachdenkliches „Bonne nuit“ aus dem Nachbarland.

Zum Tor hinaus

Der Pariser Platz in der Morgensonne - Foto: h|b
Der Pariser Platz in der Morgensonne – Foto: h|b

Die Sonne macht ja im Moment gerade Pause, eine gute Gelegenheit einen schönen blauen Himmel über einem der meist fotografierten Sehenswürdigkeiten Berlins zu zeigen. Das klassische Touristenfoto Berlins. Meist noch mit Gruppen von Menschen davor. Man will ja zeigen wo man gewesen ist. Wenn man es denn zu Hause in Tokio noch weiß.

Mit diesem Foto verabschiede ich mich für ein paar Wochen aus  Berlin und der Serie „Berlin from the ground“. Ich wechsele in den Touristenmodus und versuche mich an „Anything else from the ground“. Verdun, Orleans, Mont St. Michel, Omaha Beach, Atlantik from the ground. Wenn alles klappt mit dem Netz – leider ist das Roaming erstmal nur für das Telefon abgeschafft – gibt es schöne Bilder von der französischen Atlantikküste. Natürlich mit dem kleinen Fotograf und seiner OM-1 von Olympus. Wir sehn uns.

Weiterbauen

Das Bauen am Berliner "It-Bahnhof" geht weiter - Foto: h|b
Das Bauen am Berliner „It-Bahnhof“ geht weiter – Foto: h|b

Nach längerem Baustillstand scheint es am Bahnhof Warschauer Strasse, dem Einfallstor zur Partyzone Berlins, endlich wieder loszugehen. Seit kurzem dreht sich ein großer Kran über dem Bahnhof und ein Baugerüst überspannt den Zugang zu den Bahnsteigen. Der vordere Teil des neuen Bahnsteigs wurde ausgehoben und wird nun sicher bald vollendet. Damit beginnen dann vermutlich auch die Arbeiten am neuen Bahnhofsgebäude, da es ja sonst keines Krans bedarf. Ein Ende des provisorischen und nach wie vor nicht barrierefreien Bahnhofs ist damit hoffentlich absehbar. Falls mal was klappt in Berlin. So bautechnisch.

Ekliptische Formen

Das UFO ist direkt an der Spree gelandet - Foto: h|b
Das UFO ist direkt an der Spree gelandet – Foto: h|b

Etwas sperrig ist der richtige Name des – im Rahmen der „Berlin from the ground“ Tour – heute vorgestellten Gebäudes. Die Berliner nennen es wegen seiner Form etwas respektlos: „Schwangere Auster“. Das Gebäude entstand 1957 als amerikanischer Beitrag zur Internationalen Bauausstellung „Interbau“, ist also nur ein Jahr jünger als ich. 1980 stürzte die Dachkonstruktion während einer Tagung der „Ring Deutscher Makler“ ein, die Ursache waren wohl bauliche Mängel, sagt der Untersuchungsausschuss. Verschwörungstheorien sehen den Überschallknall von sowjetischen Düsenjägern als möglichen Grund, die regelmäßig zu Protesten gegen Tagungen von westdeutschen Institutionen in West-Berlin eingesetzt wurden. Heute beherbergt das 1987 wieder aufgebaute Gebäude unterschiedliche Ausstellungen und ist fester Bestandteil als Spielort der „Berlinale“. Wer weiß um welches architektonische Kleinod es sich hier handelt?

Hitzewelle

Der Präriehund weiß es schon. Ab heute ist SOMMER - Foto: h|bDer Präriehund weiß es schon. Ab heute ist SOMMER – Foto: h|b

Zwischen zwei Tiefs wird sehr warme Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland geschaufelt. Das beschert uns in Berlin die ersten Hochsommertage mitten im Frühling. Die Wetterauguren sagen Temperaturen bis 32 Grad voraus. Eigentlich ja zu viel für die Stadt. Aber immerhin kann man sich mal endlich die Knochen wärmen. Bis jetzt war es ja eher so nasskalt. Ick freu mir.

Der Wächter

Der S-Bahn-Wächter - h|bDer S-Bahn-Wächter – h|b

Als ich letzte Woche irgendwann mit der S-Bahn durch den Bahnhof „Oranienburger Straße“ fuhr, habe ich mich fast ein wenig erschrocken. Nahm ich doch aus dem Augenwinkel ein Wesen wahr. Rot und dunkel glänzendes Metall, ausgebreitete Arme, bewaffnet mit Ketten und einem starren Blick. Das musste ich mir näher ansehen. Beim nächsten Mal stieg ich also aus und machte mich auf die Suche. Irgendwo musste er sich ja versteckt haben. Ich pirschte mich mit meiner Kamera langsam den Bahnsteig entlang, vorsichtig, ich wollte ihn ja nicht erschrecken. Durch die einfahrende S-Bahn abgelenkt, konnte ich schnell das außergewöhnliche Portrait schießen, dann sprang ich auch schon in die nächste S-Bahn stadtauswärts. Geschafft. Voila: Der S-Bahn-Wächter.