Udoversum

Das teuerste Gemälde im neuen Kunstmuseum in Tübingen kostet aktuell rund 70.000 Euro. Ist aber auch ein Original und ein Unikat. Udo Lindenberg hat es gemalt und stellt neben diesem Bild etwa 120 großformatige Bilder in den schön und hell gestalteten Räumen aus. Für Lindenbergfans ein guter Grund mal Tübingen zu besuchen.

Vom Bodensee aus ist Tübingen in gut anderthalb Stunden zu erreichen. Nicht nur das Museum lohnt einen Besuch, sondern die Altstadt von Tübingen ist sehr pittoresk, wie die Amerikaner sagen würden. Aber zuerst lassen wir uns in die Geheimnisse des Malens mit „Likörellen“ einweihen.

Seit Mitte der 1990er Jahre malt Lindenberg in seiner eigenen Technik mit den sogenannten „Likörellen“, eine Wortschöpfung aus Likör und Aquarell. Hier mischt der Künstler bunte Liköre mit Acrylfarben und trägt sie in Aquarelltechnik auf Büttenpapier oder Leinwand auf. Die Liköre kann man am Ende der Ausstellung auch kaufen. Ohne Farbe.

Viele Bilder sind inspiriert von seinen Songs, so z.B. die beiden Bilder zum Song „Mädchen aus Ost-Berlin (YT)“ von 1973. Mitten in der Ausstellung findet sich auch ein Schlagzeug vor einer Wand mit mehreren großen Bildern die sich dadurch auszeichnen, dass sie neben Figuren aus Udos Udoversum, eine Menge Farbspritzer aufweisen. Hier handelt es sich um den berühmten „Ejakulator“, ein Schlagzeug mit feinen Düsen, die während des Trommelns Farbe auf die Bilder sprühen. Wie das funktioniert, kann man hier in einem Video (YT) sehen. Auch in dieser Ausstellung kam es zur Eröffnung zum Einsatz.

Nach zwei Stunden im Udoversum stand uns der Sinn nach echter Farbe und die bietet die Altstadt von Tübingen. Von der Brücke öffnet sich ein malerischer Blick auf bunte Häuser und die Stiftskirche. Kleine Gässchen führen direkt zum Holzmarkt, wo wir uns für eine kleine Stärkung am Georgsbrunnen niederlassen. Anschließend mäandern wir durch das Städtchen, vorbei am Hölderlinturm und staunen über die Stocherboote, die hier die Touristen über den Neckar staaken. Fast wie im Spreewald.

Nach einem leckeren Eis mit interessantem Bezahlsystem – man zahlt an einem Automaten die Anzahl der Kugeln die man vorhat zu kaufen – und legt den Eisverkäuferinnen nur noch den Zettel hin. Welche Kugeln man möchte, muss man natürlich noch sagen. Die Kugel kostet schlappe 2,50€ ist aber a) Premiumeis und b) so groß wie zwei Kugeln hier bei uns.

Die Ausstellung „Panik in Tübingen“ im „Neuen Kunstmuseum“ läuft noch bis zum 15. Juni 2025 und zeigt als Retrospektive 30 Jahre Malerei des selbsternannten Panikrockers. Der Eintritt kostet 16.50€ und uns und unseren Freunden die „Udo Fans“ sind, hat die Ausstellung super gefallen.

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