Licht und Wasser: Impressionen vom Bodensee #29

Blick über den Bodensee auf Wallhausen, im Hintergrund erhebt sich der Säntis

Als ich letzt mit Kamera und Tele am Überlinger Bodenseeufer unterwegs war, zeigten sich die Berge der Schweizer Alpen in voller Pracht. Durch die Verdichtung mit der extremen Brennweite scheinen sie direkt hinter Wallhausen am See emporzuwachsen. In Wirklichkeit trennen doch ein paar Kilometer Luftlinie mich und meine Kamera von den Bergen. Laut Google Maps sind das beispielsweise von Überlingen zum Säntis gut 60 Kilometer. Dabei liegt er doch direkt vor mir.

Den Blick den Bodensee entlang, in der Achse über Unteruhldingen gerichtet, ragen die Berge wie eine unüberwindliche Mauer vor dem Betrachter empor. Ich stelle mir immer vor, dass das für frühere Bewohner, die vielleicht in den Pfahlbauten gelebt haben, wie das Ende der Welt vorgekommen sein muss. Wie soll man denn da drüber kommen? Aber da der Mensch immer wissen will, was hinter dem Horizont kommt, haben sie es sicherlich auch geschafft. Solange, bis jeder Horizont erobert war.

Alpenglühen

Bergketter der Appenzeller Alpen im Abendlicht

Neben einem tollen Blick auf den Bodensee haben wir auch gleich dahinter noch den Fernblick auf die Appenzeller Alpen in der Schweiz. Der rund 60 Kilometer Luftlinie entfernte Säntis ist mit gut 2500 Metern die höchste Erhebung und quasi der Überlinger Hausberg. Die Alpen sind allerdings für uns nicht immer sichtbar. Wir scherzen dann gern, dass wir wohl wieder mal ein paar Räppli einwerfen müssen, damit die Schweiz sie wieder hervorzaubert. An einem der letzten Abende zeigte sich unter einer Schlechtwetterfront ein herrlich rosafarbenes Alpenglühen. Auch mit dem Supertele meiner Kamera gelingt es mir selten ein klares Bild der Berge zu bekommen, da sich in den 60 Kilometern doch eine Menge Dunst und Wasser kondensieren. Aber es geht ja auch eher um die Stimmung.