Die erste Februarwoche läutet scheinbar das Ende der langen Nebelzeit ein. Die Sonne setzt sich immer mehr durch und die Menschen strömen ins Freie. Wo im Norden und Osten noch die Ostsee und die Elbe zufrieren und sich bizarre Eisformationen bilden, stellen sich hier unten am Bodensee schon leichte Frühlingsgefühle bei Plusgraden ein.
Nachdem sich heute morgen noch dichter Nebel vor unserem Fenster zeigte, hat sich inzwischen die Sonne durchgesetzt. Typische Herbsttage hier am Bodensee. Der Seenebel kann im Herbst teilweise recht anhänglich sein.
Das heutige Titelbild zeigt das Gegenstück zum gestrigen Foto der „Lieblingsbank“ mit dem tollen Blick über den See. Für das Foto des herbstlichen Hinterlandes von Überlingen in der Abendsonne habe ich die Drohne losgelassen und soweit nach oben und hinten geflogen, dass unser Quartier Q5 gut zu sehen ist. Der Blick geht dann weit hinaus ins Hinterland von Überlingen, bis zum Schloss Heiligenberg ganz am Horizont. Wenn man ganz genau schaut, entdeckt man sogar drei einsame Windräder von denen es ja bald mehr geben soll.
Wenn man diesen Punkt erreicht hat, spielt Zeit keine Rolle mehr. Zumindest für den oder die, die hier begraben liegen. Eben noch ging der Blick vielleicht zur Uhr, im nächsten Moment ist Zeit völlig bedeutungslos, da sie ab sofort nur noch für alle anderen einen Bezugswert hat. In etwa vier Milliarden Jahren wird die Erde von der Sonne verschlungen, aber vermutlich schafft es die Menschheit auch so, sich bis dahin irgendwie selbst die Lebensgrundlagen zu entziehen. Übrigens wird in derselben Zeit auch die Andromeda Galaxie mit der Milchstraße kollidieren. Dürfte ein ziemliches Spektakel werden. Gut dass wir bis dahin völlig zeitlos längst alle im Schoss der Erde ruhen.
Das war er nun, der April 2025. Ein April, der – wenn ich mich recht erinnere – alle Konventionen gesprengt hat. Ein Monat der eigentlich dafür steht, alle Wettervariationen im Laufe seiner 30 Tage aufzubieten. Letztes Jahr hatten wir um diese Zeit sogar nochmal Schnee. Diesmal fühlte er sich aber eher wie Vorsommer an.
Es ist Frühling am Bodensee. Der Blick von Aufkirch geht weit hinaus auf den Überlinger See und die Kirschblüten leuchten im schönsten rosa. Die schönste Jahreszeit.
Lange hat es gedauert, aber nun sprießen sie entlang jeder Straße oder Promenade. Das Überlinger Grünamt war fleissig und hat alles vorbereitet um – nach den Krokussen – nun auch die Narzissen erblühen zu lassen. Das satte Gelb spiegelt die Sonne wider, die sich im Moment leider ein wenig rar macht. Umso leuchtender ihre Stellvertreter hier unten auf der Erde mit ihrem Sonnengruß.
Eidechse kommt von zwei alten Wörtern, die damals „Schlange“ und „Laufen“ hießen. Die Eidechse wurde also Eidechse genannt, weil das ursprüngliche Wort dafür „laufende Schlange“ oder „Schlangenläufer“ bedeutete. Ist doch klar wie Kloßbrühe, oder? Das wissen die unzähligen kleinen Tierchen – die sich am Sonntag in den Steinmauern auf der Insel Mainau sonnten – vermutlich nicht, wahrscheinlich wäre es ihnen auch völlig egal. Als Fotograf freut man sich ja, wenn man eine Eidechse sieht, die nicht nicht sofort in eine Lücke verschwindet, also runter auf die Knie und schnell fotografieren.
Eidechse sucht EidechserichUp and down
Aber was ist das? Noch eine Eidechse, noch eine, ganz viele, da auch noch zwei. Wahnsinn! Ob es jetzt Eidechseriche oder Eidechsen sind, lässt sich vermutlich nur von Paläontologen beantworten, vielleicht sind die kräftigeren und bunteren die Männchen, so wie in der restlichen Tierwelt, aber auch egal. Die Sonne scheint, die Eidechsen und ich genießen das gleichermaßen und die Ersteren sitzen mir fleissig und nicht allzu hektisch Modell.
Duo InfernaleEidechsennest
Innerhalb von fünf Minuten habe ich die ganze Sippe auf Zelluloid gebannt, aber da es noch eine Menge Mauern dort gibt, gibt es sicherlich auch noch mehr Eidechsen. Beim nächsten Mal nehm ich mir etwas mehr Zeit und versuche mit einem kleinen Tele die Tierchen ohne Fluchtreflex noch ein wenig näher abzulichten.
„Die Sonne sinkt hinab am Horizont, ihr lebensspendendes Licht erfüllt den Himmel mit orangefarbenem Glanz. Die Wolken malen dazu ein traumhaftes Bild, in goldene Töne getaucht, wunderbar gefärbt.
Ein letzter Gruß, ein letzter Blick, bevor die Dunkelheit uns umgibt. Doch keine Angst, denn morgen wird sie wieder aufgehen, ein neuer Tag beginnt, voller Hoffnung und Mut.“
Das kleine Poem hat mir ChatGPT geschrieben, ich bin nicht so der große Poet, und es passt zur heutigen #52WochenFotoChallenge Aufgabe Nummer 4, mit dem Thema #Sonne. Für Fotografen ist sie ja nur interessant, wenn sie was Besonderes macht. Aufgehen hinter Palmen, Untergehen über dem Meer, Verdeckt werden vom Mond.
Nach dem Sonnenuntergang
Wenn sie grellweiß am Himmel steht, sollte man es eher vermeiden die Kamera auf sie zu richten, nicht jeder Sensor überlebt das. Für unsere Augen gilt natürlich das selbe: Niemals ungeschützt in die Sonne schauen. Achja, letzter – abgedroschener – Fotografentipp: Sonne lacht, Blende 8 😉
Fotos mit der Olmpus OM-D E‑M5 Mark II #52WochenFotoChallenge
Als Kind war der Edersee einer der „Favorite Places“ meiner Heimat würde man heute sagen. Rund 40 km von meinem Heimatort entfernt, konnte man ihn sogar mit dem Fahrrad erreichen. Auto hatten wir ja am Anfang noch nicht. Später, mit Moped oder Auto, war er natürlich nur noch ein Katzensprung entfernt. So geht es – immer der Eder entlang – flussaufwärts über Felsberg, Wabern und Fritzlar als erstes zur Staumauer.
So kurz vor Weihnachten versinkt das hektische Berlin langsam in den Schlafmodus. Weniger Menschen auf den Straßen, jede Menge freie Parkplätze. Seit zwei Tagen bewegen sich die Menschen mit Sack und Pack zurück in ihre Herkunftskieze irgendwo in Deutschland oder der Welt. Züge, Flieger und Autobahnen sind randvoll und überall läuft „Driving home for christmas“ von Chris Rhea auf den Kopfhörern. Das heimelige Gefühl dort hinzufahren wo die eigenen Wurzeln liegen, in einem Song perfekt eingefangen.
Ich wünsche allen Lesern meines kleinen Blogs ruhige und besinnliche Weihnachten.
Einer passt auf – Foto: h|b
Fotos mit der Olympus OM-D E-M5II und 75-300 mm Zuiko.