Wenn die Schweiz mehr oder weniger vor der Tür liegt, kann man auch mal einen kleinen Ausflug dorthin machen. Rund 50 Kilometer entfernt von Überlingen liegt die kleine Schweizer Stadt „Stein am Rhein“. Mit ihren Fassadenmalerein aus dem 16. Jahrhundert, an den Häusern rund um den Rathausplatz, gehört sie zu den touristischen Hotspots in der nördlichen Schweiz.
Es sind gewaltige Wassermassen, die Tag für Tag den Rheinfall hinunterstürzen. 600 Kubikmeter pro Sekunde fliessen im Sommer im Schnitt über die 25 Meter hohe Felsstufe. Diese Wucht nagt langsam, aber stetig an den beiden Felszähnen, die aus dem Rheinfall ragen. Beim Hochwasser waren es zuletzt sogar bis zu 900 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, ein absolutes Spektakel für die Touristen aus aller Welt, aber ein steter „Tropfen“ der den Stein „höhlt“. So sagt es ein bekanntes Sprichwort.
Mit einer beeindruckenden Wassermenge von durchschnittlich 373 Kubikmetern pro Sekunde (!) und einem imposanten Durchfluss, der die Sinne überwältigt, ist der Rheinfall einer der drei größten Wasserfälle Europas. Die beiden anderen befinden sich weit entfernt in Norwegen und auf Island. Daher ist es nur logisch, dass wir den kürzesten Weg nehmen, den in die Schweiz. Schaffhausen ist von Überlingen gerade mal 60 km entfernt und eignet sich daher für einen kleinen Nachmittagsbesuch.
Da wollen wir heute morgen gemütlich mit der Seilbahn vom Deutschen Eck zur Feste Ehrenbreitstein hochschweben, aber die Kabinen stehen über dem Rhein still. Wassn los? Ruhetag? Kaputt? Och neee. Irgendwie ist auch abgesperrt und Polizei steht rum. Kurz danach kommen auf einmal Polizeimotorräder, Limousinen und darin das belgische Königspaar um die Ecke. Die sind grad auf Rheinland-Pfalz Besuch und heute ist ein Essen auf der Feste Ehrenbreitstein angesetzt. Da es zeitlich gerade passt, schieben wir halt noch eine kleine Schiffstour dazwischen. Bis wir zurück sind, sollten Königs hoffentlich die Burg erreicht haben. Also eine Stunde Schifffahrt auf dem Rhein, warum auch nicht.
Als wir wieder – laut englischer Schiffsansage – am „German Corner“ anlegen, fährt die Seilbahn wieder normal und 10 Minuten später stehen wir hoch über dem Rhein auf der Festung und schauen hinunter ins Tal. Königs sind wohl noch beim tafeln, der ganze Innenhof steht voll mit Polizei und Entourage. Wir gönnen uns erstmal was zu Essen und zu Trinken und harren gespannt der Dinge die da kommen.
Meine Kamera liegt bereit und mein kleines „Reporterherz“ wird ganz aufgeregt, als Bewegung in die Sache kommt. Suche mir schnell einen Platz auf einer Rampe und bekomme das Gruppenfoto für Presse und TV mit. Anschließend mischen sich König Philippe und Königin Mathilde noch ein wenig unters Volk und ermöglichen mir so auch noch ein schönes Foto, bevor sie weiterfahren.
Das belgische KönigspaarGruppenbild mit König und Königin
Wir erkunden danach noch die ganze Anlage, in der man sich fast verirren kann und fahren anschließend völlig kaputt wieder runter nach Koblenz. Da es an der Zeit ist, besuche ich noch „Hasan“ – laut Google der beste Frisör in Koblenz 😉 – um meinen Haarschnitt vor dem morgigen Klassentreffen auf Vordermann zu bringen. Nach 50 Jahren will ich ja auch was hermachen. Ein aufregender Tag geht dann bei Bier und Wein auf dem Campingplatz gegenüber der „German Corner“, sprich dem „Deutschen Eck“ zu Ende.
Deutsches Eck mit AusblickKnauss-Campingplatz in Koblenz
Für das diesjährige Silvester hatten wir uns vorgenommen mal aus Berlin zu fliehen. Weg aus der Großstadt, dem Geballer bereits Tage vorher, dafür es ruhiger angehen lassen. Wir haben gesucht und sind mit der MS Bellejour von Trans Ocean fündig geworden. Eine Flusskreuzfahrt von Köln nach Köln, über Antwerpen, Amsterdam und Düsseldorf. Silvesterfeier dann in Antwerpen. Die MS Bellejour ist rund 130 Meter lang, etwa 12 Meter breit, hat 3 Decks plus Sonnendeck und nimmt 180 Passagiere auf. Die Versorgung und Betreuung übernehmen dabei 45 Mitarbeiter. Das entspricht im Großen und Ganzen den meisten Flusskreuzschiffen, die Maße richten sich nach der maximalen Größe von Schleusen und der Höhe von Brücken. Mehr geht nicht. Weiterlesen „Fluss der Zeit“