Ausgeflogen

Waldrapp in der Felsnische in Überlingen

Im Juni war ich bei den Überlinger Waldrappen am Katharinenfelsen, um zu schauen, was der Nachwuchs so macht. Immerhin gibt es dieses Jahr 4 Brutpaare, was zu einigen Jungvögeln führen sollte. Nachwuchssicherung hat bei den Waldrappen höchste Priorität.

Ich hatte damit gerechnet, dass eher noch kleine flauschige Wollknäule die Nester bevölkern, aber es war eine bunte Mischung aus bereits älteren Tieren, als auch noch einigen kleinen, grauen Nachzüglern. Insgesamt schätze ich den Nachwuchs auf 8-9 Vögel. Eine gute Bilanz bis daher. Es wird spannend, wieviel davon im nächsten Jahr noch am Leben sein werden. Die Gefahren sind vielfältig.

Ich war mit einem Fotokollegen bestimmt eine gute Stunde vor Ort und es passierte nicht allzuviel hoch oben im Felsen. Aber plötzlich schwebten drei der Elternvögel ein und die Hektik brach los. Vehement stieß der hungrige Nachwuchs an die Schnäbel der Großvögel und forderte Nahrung ein. Dabei machen die Kleinen auch die typisch nickenden Kopfbewegungen, um zu zeigen was sie von den Essenslieferanten erwarten.

Da man das auf Fotos schlecht darstellen kann, habe ich ein kleines 1-minütiges Video dazu gedreht. Fütterungszeit bei den Waldrapp (YouTube Link) – Da ich keine DSGVO gerechten iFrames hier einbetten kann, nur der Link der direkt zum Video auf meinem YouTube Kanal führt. Viel Spaß.

Aktuell hat die komplette Kolonie die Felsspalte verlassen und befindet sich auf ihrem Sommerdomizil im Hinterland des Bodensees. Auf den dortigen Wiesen finden sie ausreichend Nahrung, um sich fit für den Flug in den Süden später im Herbst zu machen. Im „Animaltracker“ kann man – hier am Beispiel von Waldrapp Urmel – gut sehen, wo sie sich bewegen. Ich werde sicher im Laufe der nächsten Zeit dort vorbeischauen. Dort kann man sie auf Augenhöhe fotografieren.

Hier geht es zu den bisherigen Artikeln in meinem Blog zum Waldrappprojekt in Überlingen.