So wie die Sonnenblumen auf dem Bild geht es mir auch gerade. Keine Sonne seit Tagen zu sehen, kein Grund also den Kopf zu heben. Alles ist grau in grau, der See nur zu erahnen, vom gegenüberliegenden Ufer gar nicht zu reden. Selbst der Säntis mit 2500 Metern Höhe zeigt aktuell nur dichten Nebel. Die Tage vorher lag der Gipfel noch im blauen Himmel, die Bergspitzen in der Umgegend schauten heraus, die Täler allerdings mit einer dicken Wolkenschicht zugedeckt, Da drunter leben wir gerade. Könnte sich gern mal wieder ändern. Wird man ja noch ganz trübsinnig. Am Besten schalte ich die Tageslichtlampe an 😉
Kusttram
Um im Rahmen unserer Kreuzfahrt nicht wieder von Zeebrügge nach Brügge zu fahren, wo wir schon ein paar mal waren, haben wir uns diesmal dazu entschlossen mit der Straßenbahn zu fahren. Noch dazu mit der längsten Straßenbahn der Welt. Die Küstenstraßenbahn (Kusttram) fährt 68 Haltestellen zwischen De Panne und Knokke-Heist an. Das Fahrzeug schlechthin also, um die flämischen Küste bequem vom Sitz aus zu bewundern. Sie ist mit ihren 67 Kilometern die längste Straßenbahnlinie der Welt. Nirgendwo anders kann man ohne Umsteigen so lange mit einer Straßenbahn fahren.

Trollhavn
Bei unserer letzten Kreuzfahrt im November – die ja eigentlich in den Süden ging – haben wir vorher noch einen kleinen Abstecher nach Norden gemacht. Von Warnemünde ging es über den Kattegat und den Skagerrak zuerst nach Kristiansand in Norwegen. Da sind wir auch schon ein paar mal mit der Fähre und unserem Wohnmobil gewesen, also eigentlich haben wir nichts Neues zu erwarten.

Meersburger Weihnachtsmarkt
Am Vortag des ersten Advent findet in Meersburg der Weihnachtsmarkt statt. Eine gute Gelegenheit die Glühweinsaison zu eröffnen. Mit dem Bus sind wir in einer guten halben Stunde vor Ort und schlendern gemütlich über den beschaulichen Markt, mitten in der pittoresken Altstadt. Rund um den großen Weihnachtsbaum sind kleine Buden aufgebaut.

Wintereinbruch
Kaum zurück aus den sonnigen und warmen Gefilden des Südens, werden wir mit der harten Realität hierzulande konfrontiert: Kälte und Schnee. Aber als Fotograf ist das ja auch gleich eine Herausforderung. Trotz Erkältung schnell in warme Klamotten hüpfen und auf Motivsuche mit Schnee begeben.

Aufwärmen
Im Gegensatz zu unserer letzten Reise im August, wo es hier Hochsommer hatte und wir uns freudig Richtung Norden auf den Weg gemacht haben, wählen wir diesmal die andere Richtung, den Süden. Dort wo die Flamingos zu Hause sind. Wir entfliehen für 14 Tage dem neblig, grauen November am Bodensee und lesen uns hier wieder in zwei Wochen. Bleibt gesund – in diesen Tagen noch wichtiger als im Sommer – und bis dahin. Leinen los!
Stockschwämmchen
Ich war mit Charlie kurz in den Pilzen. Gleich ums Eck, nicht tief im Wald. Bei der ersten Ansammlung die wir gefunden haben, handelt es sich laut Google Lens um Stockschwämmchen. Andere Bilder legen nahe, dass es sich um Jack O’Lantern, einen „Leuchtenden Ölbaumpilz“ handeln könnte. Ick hab keene Ahnung. Sind halt Pilze, gut zu fotografieren und um Charlie in Szene zu setzen.

Ein Stückchen weiter entlang des Weges wartet ein alter Baumstumpf mit dem nächsten Fotomotiv auf uns. Welche Art von Pilz das ist, habe ich nicht herausbekommen. Baumpilz, oder Schleierling, das Suchergebnis ist nicht ganz eindeutig. Charlie wusste es auch nicht. Ist aber nicht schlimm, ich will sie ja nur fotografieren und nicht essen. Mission completed.
Die Fotos sind mit meiner OM-D E-M1 III und dem m-Zuiko 12-40/2.8 entstanden. Ein wenig Nachbearbeitung in Lightroom haben den mystischen Look noch etwas verfeinert.
Heiligenberg
Wenn selbst der Haldenhof nicht mehr reicht, um dem Nebel am Bodensee zu entrinnen, kann man einfach noch eine Etage höher erklimmen. Von 400 Meter auf 726 Meter fahren wir mit dem Auto bis zum Parkplatz am Rathaus in Heiligenberg, auf dessen Dach auch die Webcam installiert ist. Über diese kann man vorab nachschauen, ob sich der Besuch auch wirklich lohnt, oder ob die Wolken selbst in dieser Höhe keine Sonnenstrahlen durchlassen.

Aber wir erreichen den höchsten Punkt bei herrlichem Sonnenschein und machen eine kleine Herbstwanderung. Der Blick über das Deggenhauser Tal bis hinüber zu den Alpen zeigt eine durchgehende Wolkendecke, durch die wir kurz vorher noch gefahren sind. Wir suchen uns noch eine Gelegenheit zum Mittagessen und werden im Ort im Bayerischen Hof fündig. Dort gibt es einen Mittagstisch und mit Zander, Wein und einem alkoholfreien Bier genießen wir die Auszeit zu einem mehr als fairen Preis. Ausflugstipp!
Licht und Wasser: Impressionen vom Bodensee #19
Blaue Stunde mit Möwe an der Anlegestelle am Überlinger Landungsplatz. Eine kleine Spielerei mit der Olympus und Langzeitbelichtung von 4 Sekunden aus der Hand.
Season isch over
Sonntag, 17 Uhr, Anlegestelle 1 am Landungsplatz in Überlingen. Die Kollegen und Kolleginnen verabschieden sich voneinander, ein letztes Mal wird unter lautem Geschepper die Rampe von der MS Überlingen an Land geschoben, dann legt das Schiff der BSB unter Glockengeläut und kräftigen Hupen ab. Eine Betrachterin am Landungsplatz winkt noch wehmütig der Besatzung und den Passagieren zu, dann dreht das Schiff langsam in Richtung Dingelsdorf.

