Wie vergänglich manche Dinge sind, zeigte sich in Überlingen im Stadtgraben. Ich hatte gestern noch, bei rund – 3° die Gelegenheit genutzt die riesigen Eisgebilde zu fotografieren, die sich dort an der Wand gebildet hatten. An dieser Wand läuft permanent Wasser herunter – was den Graben im Sommer herrlich runterkühlt – und bildet natürlich bei den aktuellen Minusgraden formidable Eisstrukturen.
Die Kälte hat uns jetzt schon ein paar Tage fest im Griff. Wobei Kälte natürlich relativ ist. Es schwankt hier unten am Bodensee zwischen -3 und -7°. Die Webcam am Weihnachtsmanndorf (YouTube) in Finnland zeigt heute -25°. Das ist kalt! Für mich ist schon alles unter 0° kalt, dann frieren meine Finger. Selbst im Handschuh.
„Tand, Tand, ist das Gebilde von Menschenhand“ schrieb Theodor Fontane in seiner Ballade „Brück’ am Tay“. Da geht es um den Einsturz einer gerade fertiggestellten Eisenbahnbrücke in England. Zum Zeitpunkt des Einsturzes befuhr ein Zug die Brücke und riss 75 Menschen mit in den Tod. Dass Brücken nicht so stabil sind, wie wir glauben, hat uns die jüngste Vergangenheit gelehrt.
Zum wiederholten Male zeigt der Blick aus unserem morgendlichen Fenster dichten Nebel über der Stadt Überlingen. Also soweit wir schauen können, das ist nicht sehr weit. Kurzer Webcam-Check: Am Haldenhof scheint die Sonne. Perfekt. Also packe ich Kamera und Drohne und fahre das kurze Stück zum Parkplatz am Haldenhof. Drohne ab!
Wenn einem beim Spazierengehen schon die Kastanien auf den Kopf fallen, wenn man nicht schnell genug zur Seite springt, kann man sie anschließend auch auflesen, mit nach Hause nehmen und ein wenig damit herumbasteln. Die entstandenen Figuren bittet man dann in sein kleines Studio und ruft einmal laut: „SMILE“. Fertig ist der kleine Herbstgruß.
//If you’re out for a walk and the chestnuts fall on your head because you don’t jump out of the way quickly enough, you can pick them up, take them home, and tinker with them a bit. Then invite the resulting figures into your little studio and shout out „SMILE!“ Your little autumn greeting is complete.//
Bereits im Juni leuchtet das Gerstenfeld am Eglisbol goldgelb vor dem dahinterliegenden blauen Bodensee. Wo wird die Gerste wohl landen, wenn der Bauer das Feld geerntet hat? Wird aus dem Getreide schlichtes aber leckeres Brot? Wird es zu Malz und damit am Ende zu einem Bier, einer leckeren Gerstenkaltschale? Oder wird es genutzt um Malzkaffee zu brauen, wer immer den auch trinken mag? Vielleicht wird sogar ein süffiger Whisky daraus.
Das Schöne an einem Gerstenfeld als Fotograf sind ja die langen Grannen, die sich im Winde bewegen. Ein Meer von gelben Halmen, immer in Bewegung, je nach Richtung und Stärke des Windes. Wenn man dann mit der Kamera etwas länger belichtet, ist es nur noch ein Rauschen auf dem Sensor. Ein weichgezeichnetes Abbild der Realität.
Gestern war Irisblütenfest in Überlingen. Im Rosennobelgarten auf dem gleichnamigen Turm, präsentiert sich ein Farbkreis aus 15 fein aufeinander abgestimmten Irissorten. Von Weiß über leuchtendes Gelb, Orange und Rot bis hin zu Lila und nahezu Schwarz sowie verschiedenen Blautönen erstreckt sich eine Palette von Iris-typischen Farben.
Mittendrin wachsen Pflanzen des Riesenlauchs empor, deren oberes Ende ein fast perfektes Rund abbildet. Damit passt der Lauch hervorragend in das heutige Thema der #52WochenFotoChallenge. Rund ist ja in unserer Welt vieles, sogar der Planet auf dem wir leben ist … fast … rund. Ein bisschen eierig, aber das sieht man ihm von außen nicht wirklich an. Es wäre nur schön, wenn wir ein wenig mehr auf ihn achtgeben würden. Wir haben schließlich nur den Einen. Und der ist nicht auf uns angewiesen, umgekehrt wir aber schon auf ihn. Da heute auch „Tag der Naturvielfalt“ ist, sollten wir vielleicht ein wenig in uns gehen und darüber nachdenken, was wir dazu beitragen können, dass es so bleibt.
Entrückt steht die Figur der „Schönen Lau“ vor dem Blautopf in Blaubeuren. Die Quelle ist die zweitgrößte der Karstquellen im Ländle, die alle unterirdisch gespeist werden. Die größte ist der Aachtopf im gleichnamigen Ort Aach. Der Blautopf hat seinen Namen zu Recht, das Wasser zeigt sich – je nach Sonnenstand – in einer intensiven blauen Farbe. Bis ich davor stand, hätte ich das nicht wirklich geglaubt.
Im Wiki wird die Blaufärbung folgendermaßen erklärt: „Die bekannte Eigenfarbe stammt von reinem Wasser bei mehreren Metern Schichtdicke. Sie entsteht durch eine Absorptionsbande am roten Ende des sichtbaren Spektrums (um 770 nm), die auf eine Kombinationsschwingung des Wassermoleküls zurückgeht.“ Okay, wie auch immer, es sieht auf jeden Fall sehr exotisch und sehr blau aus.
Das war er nun, der April 2025. Ein April, der – wenn ich mich recht erinnere – alle Konventionen gesprengt hat. Ein Monat der eigentlich dafür steht, alle Wettervariationen im Laufe seiner 30 Tage aufzubieten. Letztes Jahr hatten wir um diese Zeit sogar nochmal Schnee. Diesmal fühlte er sich aber eher wie Vorsommer an.
Kaum verliert der Bodensee ein paar Liter Wasser steigt die Panik in Deutschland. Selbst der Tagesspiegel, eine Berliner Tageszeitung, und damit weit weg, am anderen Ende der Republik, beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Thema. Auch bange Fragen werden gestellt: Wie lange noch bis der Bodensee zu Fuß überquert werden kann? Wann trocknet der See komplett aus?