Schmotziger Dunschtig

Hänselenachwuchs am Schmotzigen Dunschtig

Nicht nur, dass man sich hier auf eine komplett andere Art von Fasching oder Karneval einstellen muss – das heißt hier übrigens „Fasnet“ – nein, auch die dazugehörigen Begriffe und Abläufe sind anders als wir sie bisher kannten. Gut, in Berlin lief das quasi komplett an uns vorbei, aber die Zeit in Steinbach war ja etwas Jeckenlastiger. Da gab es zum Beispiel „Weiberfasching“. Das war der Donnerstag als Start der tollen Tage. Hier in Überlingen nennt sich das „Schmotziger Dunschtig“ und wird gekrönt vom Aufstellen des Narrenbaumes auf der Hofstatt. Anschließend ist Party in der Stadt.

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Trecker auf Speed

Trecker beim Beschneiden von Weinreben

Bei einem kleinen Spaziergang am Wochenende durch die Überlinger Weinberge konnte ich fotografieren, was man sinnvolles mit einem Trecker anstellen kann, anstelle wütend nach Berlin zu dieseln. Statt mühsam zu Fuß und mit einer Heckenschere bewaffnet der wuchernden Reben Einhalt zu gebieten, hat der kleine Trecker scharfe übereinanderliegende Rotoren an einem Ausleger, mit denen die oberen Spitzen der Weinreben gekürzt werden. So kann der Saft und die Kraft auf den unteren Bereich beschränkt werden. Coole Sache. Spart sicher eine Menge Arbeitszeit und Kraft, braucht aber eine Maschine und damit Treibstoff. Rechnet man nun Zeitersparnis gegen Manpower und Mehrkosten, dürfte sich die Maschine – auch bei fehlender Dieselsubvention – immer noch rechnen.

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Arsch huh, Zäng ussenander

Kundgebung gegen Rechts am Landeplatz in Überlingen

Unter dem Motto gingen 1992 Menschen auf die Straße gegen Rassismus und Neonazis. Es waren die Baseballschlägerjahre. „Wenn wir den Arsch nicht hochkriegen, ist es eines Tages zu spät“ sangen BAP und andere Sängerinnen und Sänger damals auf dem Chlodwigplatz in Köln. Das ist die entscheidende Liedzeile, die auch heute wieder gültig ist. Wenn eine offen rechtsradikale Partei im Bundestag sitzt, die wieder über Deportationen von Menschen redet die in Deutschland leben, ist es an der Zeit endlich aufzustehen.

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Bauernprotest

Trecker und Bauern vor einem Edeka Geschäft

Wäre ich noch in Berlin, hätte ich vermutlich inzwischen hunderte Bilder von Treckern, Bauern (Bäuerinnen scheinen eher unterrepräsentiert), Transparenten, Parolen, Galgen, Ampeln und vieles mehr auf meiner SD Karte. Hier in Überlingen ist das Ganze überschaubar. Zwar fuhren bereits zweimal in den Abendstunden (vorher wird hier gschafft) hupende und quäkende Treckerdemos durchs Viertel, aber die Trecker kommen eher aus dem Wein- und Obstanbau und sind entsprechend klein. Immerhin konnte ich ein Bild zum Thema ergattern, als wir letzt im Edeka einkaufen waren.

Ein Handvoll Agrarier hatte sich mit ihren Treckern dort positioniert, um in den Dialog zu treten. Miteinander statt Gegeneinander stand auf dem Schild. Fand ich gut. Auch, dass sie endlich mal dort standen, wo ihr Problem eigentlich liegt. Bei den Märkten und damit Großhändlern, die ihnen die Preise diktieren und so wenig zahlen, dass es ohne Subventionen gar nicht geht. Die Bauern wären schlicht nicht überlebensfähig.

Nicht der Agrardiesel ist das Problem, nicht die Ampel, sondern einfach die Wertschätzung dessen, was auch wir bereit sind, für sauberes und gesundes Essen zu zahlen. Wenn wir immer nur billig, billig haben wollen, egal ob Fleisch, Gemüse oder Milch, werden die Erzeuger nicht angemessen dafür bezahlt. Würde es teurer, würden die Verbraucher, sprich wir, wahrscheinlich billige Produkte aus Europa und Übersee kaufen. Aber das ist nicht gut. Für niemanden. Besser lokale Produkte kaufen, oder gleich vom Hof. Wir arbeiten daran und hoffen, dass die Bauern in Zukunft für ihre Arbeit entsprechend entlohnt werden. Auch ohne Subventionen.

Einschnellen

Männer beim Einschnellen in Überlingen

Pünktlich mit dem letzten Glockenschlag am Überlinger Münster um 12 Uhr bricht am Heiligen Dreikönigstag in der Münsterstraße das Chaos aus. Vor hunderten Zuschauer wird in Überlingen die Fasnet mit dem traditionsreichen „Einschnellen“ (SWR) eingeläutet. Dabei schwingen Narren die für die schwäbisch-alemannische Fastnacht charakteristischen Peitschen und Karbatschen hin und her. Das Ganze erinnert mich spontan an Schüsse und macht einen Höllenlärm.

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Reisen 52/52

Person mit Reiserucksack vor verwischter U-Bahn

Interessant, dass der letzte Begriff der #52WochenFotoChallenge #Reisen als Thema hat. Der Aspekt meines Lebens, den ich in diesem Jahr hinter mir gelassen habe. Keine Wohnmobiltouren mehr, keine Kreuzfahrten, Reisen wird jetzt eine lokale Angelegenheit hier in der neuen Heimat am Bodensee. Radfahren, Zug fahren, Schiff fahren, Wandern, alles was sich mit eigener Kraft und minimaler Unterstützung realisieren lässt.

Zum Thema Reisen hätte ich jetzt genügend Auswahl an norwegischen Fjorden gehabt, oder an französischen Leuchttürmen, aber das Bild was ich bei einem der letzten Besuche meines Berliner Fotoclubs in der U-Bahn gemacht hatte, erschien mir als das fotografisch geeignetste. Noch dazu sogar mit meiner „richtigen Kamera“ und nicht mit dem iPhone. Der Backpacker in der U-Bahn, irgendwohin unterwegs, dazu das Werbeplakat zum Thema Reisen und die verwischte U-Bahn lassen das Reisen nur erahnen. Wohin wird es wohl gehen?

Mit diesem Gedanken verabschiede ich das Jahr 2023 mit der #52WochenFotoChallenge und bin gespannt, was das kommende Jahr an fotografischen Herausforderungen bringen wird. Allen Blogleser:innen schöne Feiertage und ein tolles 2024.

Angekommen

Wolkenberge am frühen Morgen über dem Bodensee

Vor einer Woche haben wir erst unseren Umzugslaster entladen, gestern waren wir bereits auf dem Überlinger Bürgeramt – kaum zu glauben, aber man bekommt hier sogar zeitnah Termine – und sind nun offiziell Bürger von Überlingen. Einer „Groß-Kreisstadt“ mit rund 23.000 Einwohnern und damit – nach Friedrichshafen – die zweitgrößte Stadt im Bodenseekreis.

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Freude 51/52

Auf einem Anlegesteg warten verschieden Boote in Form von Einhorn, Schwan und Flamingo auf den Frühling

In den dunklen Wintertagen freut man sich darauf, dass es endlich wieder heller und wärmer wird. Auch Einhorn, Flamingo und Schwan freuen sich am Überlinger Hafen auf die Zeit, wenn sie die Kinder und Eltern wieder über den Bodensee schippern können.

Das ist der vorletzte Beitrag zur #52WochenFotoChallenge 2023 zum Thema #Freude

Berlin-Blues #26 – Ende

Blick durch herbstliche Bäume auf Häuser

Das ist er nun, der letzte Berlin-Blues, der letzte Tag im November. Das war der letzte komplette Monat in Berlin. Ab morgen tickt die Uhr runter bis zum Umzug am 9.12.23. Daher ein leicht verklärter Blick auf unsere Wohnung in der Gubener Straße in Berlin-Friedrichshain. Etwas über über 22 Jahre war das unsere Homebase, unser Lebensmittelpunkt, unser Kiez. Ein letzter Blick mit meiner Drohne über Park, Häusermeer bis hin zum Frankfurter Tor mit den zwei markanten Türmen.

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